KV-Blatt-Ausgaben aus dem Jahr 2016

KV-Blatt 12/2016

KV-Blatt 12/2016 Titelblatt Der Bundestag hat am 03.12.2015 das sogenannte E-Health-Gesetz ("Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen") mit den Stimmen der Regierungsfraktionen von Union und SPD verabschiedet. Der Bundesrat hat das zustimmungsfreie Gesetz am 18.12.2015 passieren lassen. Damit ist das E-Health-Gesetz am 01.01.2016 in Kraft getreten und soll die Einführung einer digitalen Informations- und Kommunikationsstruktur im Gesundheitswesen vorantreiben. Ziel des Gesetzgebers ist es, Informations- und Kommunikationstechnologie in der sektorenübergreifenden Gesundheitsversorgung zu etablieren und dadurch die Wirtschaftlichkeit und Qualität der Versorgung weiter zu verbessern.

KV-Blatt 11/2016

KV-Blatt 11/2016 Titelblatt Im Mai dieses Jahres kettete sich eine Gruppe Rollstuhlfahrer im Beisein zahlreicher Kamerateams und Fotografen an ein Metallgeländer vor dem Reichstagsgebäude in Berlin-Mitte. Mit dieser Aktion wollten die Aktivisten darauf aufmerksam machen, dass behinderte Menschen in Deutschland noch viel zu häufig vor dem Dilemma stünden, nicht im vollen Maße am Alltagsgeschehen teilnehmen zu können, wie es wünschenswert sei. Immer noch machen beispielsweise Treppenstufen vor Restaurants, nicht vorhandene Aufzüge in Privathäusern oder viel zu tiefe Bürgersteige an Bushaltestellen vielen gehbehinderten Menschen oder Rollstuhlfahrern das Leben schwer.

KV-Blatt 10/2016

KV-Blatt 10/2016 Titelblatt Lässt man Menschen frei ihre Gedanken aussprechen, wenn es darum geht, einen typischen Drogenabhängigen zu beschreiben, fällt den meisten das Klischee des fahrig umherstreichenden "Junkies" ein, der am Bahnhof Zoo oder am Kottbusser Tor den ganzen Tag damit verbringt, entweder Drogen heranzuschaffen oder diese zu konsumieren. Abseits des geschäftigen Alltags der bei Touristen und Abenteuerhungrigen beliebten Spreemetropole, so will es der Stereotyp, verschwinden drogenabhängige Menschen hinter einem unsichtbaren Vorhang aus Vorurteilen und auch Furcht vor dem, was Suchtkranken nach Jahren des auszehrenden Drogenkonsums droht, nämlich die gänzliche soziale und gesundheitliche Verwahrlosung. Doch soweit muss es nicht kommen: In ganz Berlin hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten ein umfangreiches Netz suchtmedizinisch tätiger Ärztinnen und Ärzte entwickelt, das opiatabhängigen Menschen durch ärztlich beaufsichtigte Vergabe von Substituten eine Alternative zu Verwahrlosung und Beschaffungskriminalität ermöglicht. Das KV-Blatt sprach mit Ärztinnen, Ärzten und Koordinatoren über den Nutzen der Substitution und die Hindernisse und Fallstricke ihres Arbeitsalltags.

KV-Blatt 09/2016

KV-Blatt 09/2016 Titelblatt Um etwa 13 Uhr an einem Dienstag Ende Juli erschießt im Klinikum Benjamin Franklin in Berlin-Steglitz ein 72- jähriger Mann den Kiefer chirurgen Thomas B. Nach der Tat richtet der Mann, von dem bis Redaktionsschluss nur bekannt ist, dass er sich seit Jahren in Behandlung des Kieferchirurgen befunden hat, die Waffe gegen sich selbst. Das Opfer hinter lässt eine Frau und zwei Kinder. Der Schreck sitzt seitdem tief bei Berlins Ärzten und Psychotherapeuten. Auch wenn Gewaltausbrüche dieser Tragweite in den letzen Jahren gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Gesundheitswesen eher die Ausnahme sind, werden Fragen laut, woher die Gewalt gegen Helferinnen und Helfer kommt und wie die Zunahme von Aggressionen zu erklären ist. Eine Bestandsaufnahme.

KV-Blatt 08/2016

KV-Blatt 08/2016 Titelblatt Der Begriff des "Dopings" kommt aus dem Englischen und meint die illegale Leistungssteigerung eines Organismus im Spitzensport mittels Medikamenten. Wörtlich übersetzt, steht to dope für "anregen" oder "aufputschen", seit etwa 1950 wird es mit pharmazeutischem Betrug im Leistungssport identifiziert. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde to dope in den USA noch mit dem "Übergießen" einer Speise übersetzt, bevor die minimal kokainhaltige Brause Coca Cola zum Synonym für Dope wurde. Die Wurzel des Begrifffs liegt im Niederländischen, wo Doop die "Taufe" meint. Die christliche Vorstellung, dass ein Mensch durch die Taufe zu einem anderen werde, lebt im Doping weiter, wenn ein Sportler durch die Zufuhr leistungssteigernder Substanzen seine physiologischen Grenzen überschreitet, einen Wettkampf gewinnt und dergestalt zu Ruhm und Ehren gelangt. Doch auch im Breitensport und am Arbeitsplatz greifen die Menschen zu Mitteln, denen sie eine Steigerung ihrer Performance zuschreiben - mit bedenklichen gesundheitlichen Risiken, wie sich in der ärztlichen Praxis zeigt.

KV-Blatt 07/2016

KV-Blatt 07/2016 Titelblatt Keine 20 Minuten, nachdem Bundesärztekammerpräsident Frank Ulrich Montgomery die erste Arbeitssitzung des 119. Deutschen Ärztetages in Hamburg eröffnet hatte, platzte die sprichwörtliche Bombe: 15 Delegierte stellten den Antrag, den BÄK-Chef des Amtes zu entheben. Die Antragsteller warfen Montgomery vor, bei der Ausarbeitung der GOÄ-Novellierung "komplett versagt" zu haben. Statt im Hinblick auf eine novellierte Gebührenordnung zu einer Einigung zu kommen, sei eine Änderung der Bundesärzteordnung vorbereitet worden, die einen massiven Angriff auf die ärztliche Freiberuflichkeit darstelle.

KV-Blatt 06/2016

KV-Blatt 06/2016 Titelblatt Dr. Cornelia Strunz ist Oberärztin im Zentrum für Darmund Beckenbodenchirurgie am Krankenhaus Waldfriede in Berlin-Zehlendorf. Die Fachärztin für Chirurgie und Gefäßchirurgie koordiniert am Desert Flower Center Waldfriede (DFC) die ärztliche Versorgung von Frauen, die an den Folgen weiblicher Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation, FGM) leiden. Aus ganz Deutschland und auch aus dem Ausland finden sie Hilfe in dem von außen unscheinbaren Büro auf dem idyllisch gelegenen Klinikgelände im Südwesten Berlins. Die meisten Frauen haben in ihrem jungen Leben bereits viel hinter sich gebracht. Bei den überwiegend aus Afrika stammenden Hilfesuchenden summieren sich Traumata aus Flucht und Vertreibung mit den grausamen Erinnerungen an den Tag ihrer Beschneidung und die jahrelangen Qualen, die darauf folgten. Für sein besonderes Engagement ist das Team des DFC-Waldfriede Ende April mit der Louise-Schroeder-Medaille des Berliner Abgeordnetenhauses ausgezeichnet worden. Das KV-Blatt wollte von Dr. Cornelia Strunz unter anderem wissen, wie die medizinische Versorgung von teilweise mit schweren FGM-Verletzungen lebenden Frauen organisiert wird und wo Berlins niedergelassene ÄrztInnen und PsychotherapeutInnen Hilfe finden, wenn sie in ihren Praxen mit Genitalverstümmelungen konfrontiert werden.

KV-Blatt 05/2016

KV-Blatt 05/2016 Titelblatt Sie wird als das Parlament der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten bezeichnet und wählt den hauptamtlichen Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung (KV). Sie beschließt alle grundsätzlichen Fragen und Regelungen, die die berufliche Sphäre der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten betreffen, und stellt darüber hinaus alle Gremien der ärztlichen Selbstverwaltung auf. Am 31. Dezember dieses Jahres endet die 14. Amtsperiode der Vertreterversammlung (VV) der KV Berlin; die Wahl einer neuen VV steht an. Wer wird gewählt und wie lasse ich mich evtl. selbst zur Wahl aufstellen? Wie geht die Wahl vonstatten und was muss ich dabei beachten? Das KV-Blatt hat für Sie die wichtigsten Fragen und Fakten rund um die kommende VV-Wahl zusammengestellt.

KV-Blatt 04/2016

KV-Blatt 04/2016 Titelblatt Es gehört zu den ärztlichen Routineuntersuchungen, beim Patienten den Blutdruck und die Pulsfrequenz, die Körpertemperatur und das Gewicht zu messen, gegebenenfalls den Blutzucker und die Schlafdauer. Diese Vitaldaten bezieht der Arzt in seine Diagnose und die folgende Therapie mit ein. Die permanente Revolution auf dem Feld der Computer hat das Erheben, Speichern und Vergleichen dieser so allgemeinen wie intimen Daten, die geeignet sind, präzise Auskunft über den Lebensstil und den Gesundheitszustand zu geben, zunehmend privatisiert. Im Jahr 2015 wurden in Deutschland etwa 1,7 Mio. Smartwatches und Fitness-Tracker verkauft, im selben Zeitraum nutzten weltweit geschätzte 500 Mio. Smartphone-Besitzer diverse Gesundheits-Apps. Wissen die Nutzer aka Patienten eigentlich, was die erhobenen Daten aussagen? Wie ist es um den Schutz der gesammelten und gespeicherten Daten bestellt? Steht gar die tradierte Arzt/Patient-Beziehung auf dem Prüfstand? Beobachtungen aus einer Welt zwischen Digitalisierung und Medizin.

KV-Blatt 03/2016

KV-Blatt 03/2016 Titelblatt Ein Junge, der heute in Deutschland geboren wird, kann sich auf ein 77 Jahre währendes Leben einstellen, rein statistisch. Ein Mädchen hat gar 82 Jahre vor sich, im Durchschnitt jedenfalls; beide liegen damit minimal über dem OECD-Mittelwert. Diese Prognose zur Lebenserwartung, vom Statistischen Bundesamt mitgeteilt, gilt rechnerisch für die Gesamtbevölkerung - arme Menschen werden häufiger krank und sterben deutlich früher. Ein Mann mit niedrigem sozialem Status muss vom obigen Wert elf Jahre abziehen, eine Frau noch deren acht. Die Korrelation zwischen sozialem Status (der Summe aus Bildung, ausgeübtem Beruf und erzieltem Einkommen) und Lebenserwartung ist stabil und überdies seit langem bekannt.

KV-Blatt 02/2016

KV-Blatt 02/2016 Titelblatt In Berlin leben rund 3,5 Mio. Menschen, gut 500.000 von ihnen verfügen über einen ausländischen Pass. An der Spree werden mindestens so viele Sprachen gesprochen wie ehedem in Babylon, die uferlose Metropole ist die Summe zahlloser Kulturen, Nationen und Milieus. Diese Vielfalt findet sich auch unter den rund 8.600 niedergelassenen Ärzt*innen und Psychotherapeut*innen der Stadt, die sich nach der KV-Statistik in 52 Sprachen diagnosesicher artikulieren und ihre Patienten gleichermaßen behandeln, ob diese sich nun des lateinischen, hebräischen oder kyrillischen Alphabets bedienen oder mittels komplexer Logogramme schreiben. Wie sieht der Alltag in der Praxis aus? Transportiert eine fremde Sprache auch einen anderen Blick auf die Medizin? Oder wird die ärztliche Heilkunst über die Grenzen von Kultur, Tradition und Sprache gleich verstanden? Zum Auftakt einer Serie über Medizin in vielen Sprachen porträtiert das KV-Blatt eine Ärztin aus der Türkei und einen Arzt aus Syrien. Sie leben und arbeiten seit Jahrzehnten in Berlin und haben ihren eigenen Weg in die Stadt gefunden, wo fast jeder irgendwann von irgendwoher zugewandert ist.

KV-Blatt 01/2016

KV-Blatt 01/2016 Titelblatt Haben Sie sich auch etwas für das neue Jahr vorgenommen? Im Hinblick auf gute Vorsätze gibt man sich heutzutage ja allerlei Mühe, zumindest den Anschein zu wahren, als wolle man nächstes Jahr alles irgendwie ein kleines bisschen besser machen. Aber Hand aufs Herz: Die groß angekündigten Besuche im Fitnessstudio ebben dann auch gerne Mitte Februar wieder ab, aus einer halben Schachtel Zigaretten wird bis Sommer schnell wieder eine ganze, und die Vorgabe, den Abwasch im kommenden Jahr immer "gleich nach dem Essen" zu erledigen, zerschellt spätestens nach dem Neujahrsnachtisch. Die KV-Blatt-Redaktion hat sich auch Vorsätze für das neue Jahr vorgenommen: Wie in all den Jahren zuvor, wollen wir unsere Leserinnen und Leser über alle Belange der kassenärztlichen Berufssphäre informieren, kontroversen Meinungen ein Forum bieten und auch gerne über den Tellerrand gesundheitspolitischer Belange hinausblicken. Doch bevor wir mit Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, in ein neues spannendes Jahr 2016 starten, folgt an dieser Stelle der traditionelle Rückblick auf die Highlights und Aufreger des vergangenen Jahres. Wir wünschen Ihnen viel Vergnügen!
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