Impfstatus von Flüchtlingen:

Die KV Berlin fordert endlich Lösung für medizinische Versorgung

Berlin, 03.06.2015. Mit Stand vom 03.06.2015, 10 Uhr, wurden seit Beginn des aktuellen Masernausbruchs in Berlin 1.265 Fälle registriert. Mutmaßlich begann dieser Ausbruch im Oktober letzten Jahres in einer Flüchtlingsunterkunft und ist vermutlich auch der Tatsache geschuldet, dass der Impfstatus Asylsuchender gar nicht erhoben wird. Dies hat die Bundesregierung in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion bestätigt.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin hat bereits im Januar dieses Jahres vor einer ausufernden Entwicklung der Masern-Fallzahlen gewarnt und auf die Problematik einer angemessenen medizinischen Versorgung Asylsuchender hingewiesen. Erst seit der kritischen Entwicklung der Masern-Fallzahlen im Februar arbeitet das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) gemeinsam mit den Bezirken an dem Konzept einer zentralen Impfstelle für Flüchtlinge – die Notwendigkeit und auch der grundlegende Plan für eine solche Einrichtung bestehen allerdings schon sehr viel länger. Im Februar stand aber auch bereits fest, dass die Umsetzung nicht vor Mitte des Jahres erfolgen würde.

"Gerade angesichts der ständig steigenden Flüchtlingszahlen muss eine zentrale Impfstelle so schnell wie möglich in Betrieb genommen oder alternativ eine kurzfristige Überbrückungslösung gefunden werden", so die Hausärztin und Vorstandsvorsitzende der KV Berlin, Dr. Angelika Prehn.

Auch insgesamt muss das Problem der medizinischen Versorgung von Flüchtlingen spätestens jetzt pragmatisch angegangen werden. Darum fordert die KV Berlin die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales dringend auf, mögliche offene Fragen schnellstmöglich und auf kurzem Dienstweg zu klären. Wichtige Fragen in diesem Zusammenhang sind beispielsweise die nach der Aufklärung des Patienten und der Haftung für die impfenden Ärzte.

"Die KV ist zu Gesprächen und unterstützenden Maßnahmen bereit“, bekräftigt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Uwe Kraffel, „dies haben wir in den vergangenen Monaten gegenüber der Senatsverwaltung mehrfach erklärt."


Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin ist die Dachorganisation der mehr als 9.000 ambulant tätigen Ärzte und Psychotherapeuten in Berlin. Sie sorgt unter anderem dafür, dass die ambulante medizinische Versorgung von gesetzlich krankenversicherten Patienten auf hohem Qualitätsniveau stattfindet und dass diese den Arzt ihrer Wahl aufsuchen können, egal in welcher Krankenkasse sie versichert sind.

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin, Öffentlichkeitsarbeit | Erstellt am: 03.06.2015

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