KV-Gesundheitsratgeber Darmkrebs

Die Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchung kann Leben retten!

Nutzen Sie die Chancen der Darmkrebs-Vorsorge!

Jedes Jahr sterben in Deutschland ca. 30.000 Menschen an Darmkrebs. Etwa 90 Prozent der Opfer könnten verhindert werden, wenn die Erkrankung bzw. ihre Vorstufen frühzeitig erkannt und behandelt würden. Aus diesem Grunde sollte Ihre Darmkrebs-Vorsorge für Sie ein wichtiges Thema sein.

Sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin/Ihrem Hausarzt darüber. Insbesondere, wenn Sie das 55. Lebensjahr bereits vollendet haben. Ab diesem Alter beträgt das Risiko, in den nächsten 25 Jahren an Darmkrebs zu sterben, 1:33. Anders gesagt, einer von 33 Patienten stirbt daran. Ab dem Alter von 50 Jahren stehen allen Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen bestimmte Leistungen der Darmkrebs-Vorsorge kostenlos zur Verfügung. Hierzu gehört zunächst der Papierstreifentest (auch Okkultblut-Test genannt), den Sie bequem zu Hause machen können. Dieser Test kann bis zum Alter von 54 Jahren einmal jährlich kostenlos durchgeführt werden.

Der Okkultblut-Test soll feststellen, ob nicht sichtbares Blut im Stuhl vorhanden ist, das z. B. auf einen blutenden Tumor schließen lässt. Es gibt allerdings auch Tumore, die nicht bluten und die mit diesem Test nicht erkannt werden. Andererseits kann Blut im Stuhl auch einen anderen Grund haben als Darmkrebs.

Der Okkultblut-Test hat also Grenzen, aber er hat dennoch einen Sinn. Wenn er Blut im Stuhl zeigt, ist dies ein erster Hinweis, dem man nachgehen sollte. Denn 25 Prozent der Darmtumore sind zunächst durch diesen Test aufgefallen.

Dann empfiehlt sich in jedem Fall umgehend eine weiterführende Untersuchung, die Darmspiegelung. Wenn man in der Darmkrebs-Vorsorge Gewissheit haben will, macht man eine Darmspiegelung, auch Koloskopie genannt. Diese Untersuchung wird nicht in Ihrer Hausarztpraxis durchgeführt, sondern in einer spezialisierten Fachpraxis.

Die Darmspiegelung wird mit einem sogenannten Koloskop vorgenommen. Es handelt sich um einen dünnen und biegsamen Schlauch, der vom Arzt behutsam in den After eingeführt und langsam in den Darm geschoben wird. Am Ende des Koloskopes befindet sich ein winziges Objektiv, mit dem der Arzt Veränderungen an der Darmwand erkennen kann. Mit einem Koloskop lassen sich auch Gewebeproben entnehmen, die dann im Labor untersucht werden. 90 Prozent der Darmkrebs-Erkrankungen entstehen aus speziellen Polypen (Adenome). 7 Prozent dieser Adenome entarten im Laufe der Zeit zu bösartigen Tumoren.

Während einer Koloskopie lassen sich die Krebsvorstufen mit einer Schlinge, die über das Endoskop eingeführt wird, komplikationsarm entfernen. Die Darmspiegelung ist die wichtigste und sicherste Untersuchung zur Darmkrebs-Vorsorge. Durch die modernen Koloskope und die Erfahrung der Fachärzte, die Darmspiegelungen oft durchführen, ist dies eine schonende Untersuchung für Patienten. Auf Wunsch können Patienten eine leichte Sedierung (Schlafspritze) bekommen, sodass sie von der Untersuchung kaum etwas spüren. Die Darmspiegelung selbst dauert in der Regel nur 20 bis 30 Minuten. Danach können sich die Patienten eine Ruhephase gönnen und schließlich die Praxis wieder verlassen.

Die Darmspiegelung ist zzt. durch nichts zu ersetzen und ist daher für Patienten ab dem Alter 55 kostenlos. Bitte lassen Sie sich von Ihrer Hausarztpraxis zum Thema Darmkrebs-Vorsorge informieren. Das Thema ist wichtig, und die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache.

Die Beratung zur Darmkrebs-Vorsorge ist für Sie völlig kostenlos und verpflichtet Sie zu nichts.

Ob Sie danach eine Darmkrebs-Vorsorgeuntersuchung machen lassen, ist Ihre freie Entscheidung!

Wenn Sie sich für die Untersuchung entscheiden, empfiehlt Ihnen Ihre Hausärztin/Ihr Hausarzt gerne eine entsprechende Fachpraxis in Berlin.

Nutzen Sie die Chance der Vorsorge!


Berlin-gegen-Darmkrebs
eine Vorsorgeinitiative des Vereins gastroenterologisch tätiger fachärztlicher Internisten in Berlin e. V.

Quelle: www.berlin-gegen-darmkrebs.de

Gesundheitsratgeber für Patienten zu den Themen der KV-Sprechstunde. Weitere Informationen bekommen Sie unter www.kvberlin.de/patienten/gesundheitsratgeber.

Weiter zu Teil 2: Familiäres Darmkrebsrisiko

(Quelle: www.berlin-gegen-darmkrebs.de)

Zum Herunterladen

Chancen der Darmkrebs-Vorsorge
(PDF, 45 KB [3 Seiten])

Familiäres Darmkrebsrisiko
(PDF, 33 KB [1 Seite])

Häufige Fragen zur Vorsorge
(PDF, 56 KB [3 Seiten])

Weiterführende Adressen
(PDF, 33 KB [1 Seite])
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