KV-Gesundheitsratgeber: Bipolare Störungen

Teil 1: Bipolare Erkrankungen

Mal himmelhoch jauchzend (manisch), dann wieder zu Tode betrübt (depressiv) - so lassen sich stark vereinfacht die wechselhaften Stimmungen von Patienten, die an einer bipolaren Störung leiden, umschreiben. Handelt es sich hierbei um eine Persönlichkeitseigenschaft ohne schwerwiegende Folgen für den Betroffenen und die Umgebung, spricht man von "Zyklothymie".

Sind diese Phasen jedoch schwerer ausgeprägt, d. h. Phasen von Depression und Phasen von Überdrehtsein mit Gereiztheit oder Hochstimmung, und verursachen Leid bzw. Folgen für den Betreffenden, spricht man von manisch-depressiver Erkrankung.

Man schätzt, dass etwa 1 bis 3 Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Frauen und Männer erkranken jeweils gleich häufig. Viele Patienten erleben ihre erste Krankheitsepisode um das 18. Lebensjahr herum, doch meist wird die Störung erst später erkannt.

Ursachen

Viele Untersuchungen weisen darauf hin, dass bipolare Erkrankungen durch eine Stoffwechselstörung im Gehirn hervorgerufen werden. Dabei scheinen die Botenstoffe (Neurotransmitter wie Serotonin, Dopamin, Noradrenalin) aus dem Gleichgewicht geraten zu sein.

Auch wenn eine bipolare Störung selbst offenbar nicht vererbt werden kann, so wird zumindest die Anfälligkeit für solch eine Erkrankung von Generation zu Generation weitergegeben. Belastende Lebensereignisse können dann zum Ausbruch der Krankheit führen. Forschungen haben gezeigt, dass ein Kind mit einem erkrankten Elternteil ein Risiko von 10 bis 20 Prozent trägt. Sind beide Eltern betroffen, so steigt das Risiko für das Kind sogar auf 50 bis 60 Prozent.

Durch bildgebende Verfahren wurde bei Betroffenen während einer Krankheitsepisode eine veränderte Aktivität des sogenannten limbischen Systems im Gehirn festgestellt. Das limbische System ist für das Empfinden und Verarbeiten von Gefühlen mit verantwortlich. Die veränderte Aktivität bei der Verarbeitung von Gefühlen erklärt, warum oft Schicksals-schläge einer Erkrankung vorausgehen.

Offenbar spielt bei bipolaren Erkrankungen auch die Jahreszeit eine gewisse Rolle. Statistisch gesehen treten im Sommer häufiger manische Episoden auf, während es im Frühling und Herbst vermehrt zu depressiven Episoden kommt. Gründe für diese jahreszeitlichen Schwankungen sind bisher nicht bekannt, der Einfluss des Lichtes und des Serotonin-Stoffwechsels scheinen dabei eine Rolle zu spielen.

(Quelle: Berufsverband Deutscher Neurologen e.V. -
im Internet unter: www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de)

Bei der Suche nach einem Arzt in Ihrer Nähe hilft Ihnen auch die Kassenärztliche Vereinigung Berlin weiter:
Unter der Nummer 31 00 3 - 222 erreichen Sie unseren Gesundheitslotsendienst.

Weiter zu Teil 2: Krankheitsbild

(Quelle: KV Berlin)

Zum Herunterladen

Bipolare Erkrankungen
(PDF, 35 KB [2 Seiten])

Krankheitsbild
(PDF, 39 KB [2 Seiten])

Prognose und Verlauf
einer bipolaren Störung
(PDF, 28 KB [1 Seite])

Therapie
(PDF, 34 KB [2 Seiten])

Wichtige Adressen
(PDF, 32 KB [1 Seite])
button_drucken
Copyright © Kassenärztliche Vereinigung Berlin