Fragen und Antworten zum Mammographie-Screening

Hier finden Frauen die Antworten zu den am meisten gestellten Fragen zum Mammographie-Screening in Berlin. Per Mausklick auf die jeweilige Frage gelangen Sie direkt zur gewünschten Stelle.

Warum wurde ein Mammographie-Screening-Programm eingeführt?

An wen richtet sich das Programm?

Warum haben nur Frauen im Alter von 50 und 69 Jahren einen Anspruch?

Wodurch zeichnet sich das Programm aus?

Brauchen die Patientinnen eine Überweisung?

Welche Informationen enthält die Einladung?

Wo findet die Untersuchung statt?

Wie läuft die Untersuchung ab?

Wann bekommen die Frauen das Ergebnis mitgeteilt?

Was passiert, wenn der Befund negativ ist?

Was passiert, wenn die Mammographie auffällig ist?

Besteht weiterhin ein Anspruch auf die jährliche Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen?

Welche Aufgaben hat das Referenzzentrum?

Welche Aufgaben hat die Zentrale Stelle?

Warum wurde ein Mammographie-Screening-Programm eingeführt?

Brustkrebs ist in Deutschland mit rund 47.500 Fällen jährlich die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Jede zehnte Frau wird im Laufe ihres Lebens mit der Diagnose konfrontiert und nahezu 18.000 sterben jedes Jahr an dieser Krankheit. Die Teilnahme am Screening beugt dem Krebs nicht vor. Aber es bietet die Chance, Krebs rechtzeitig zu erkennen. Zwei Drittel aller Brusttumore werden erst entdeckt, wenn sie größer als zwei Zentimeter sind. Mit der qualitätsgesicherten Röntgen-Reihenuntersuchung soll zum einen die Sterblichkeit an Brustkrebs deutlich gesenkt, zum anderen durch die frühe Erkennung kleinster Tumore eine schonendere Behandlung und damit eine Verbesserung der Lebensqualität der betroffenen Frauen erreicht werden. nach oben

An wen richtet sich das Programm?

Alle Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren haben alle zwei Jahre Anspruch auf eine Röntgenuntersuchung der Brust. Ob gesetzlich oder privat versichert, spielt keine Rolle – die Kosten der Untersuchung werden von den gesetzlichen wie privaten Krankenversicherungen übernommen. In Berlin haben rund 437.000 Frauen einen Anspruch auf Screening-Mammographie. nach oben

Warum haben nur Frauen im Alter von 50 und 69 Jahren einen Anspruch?

Brustkrebserkrankungen treten zu 75 Prozent bei Frauen diesen Alters auf. Studien haben gezeigt, dass vor allem Frauen dieser Altersspanne den größten Nutzen vom Mammographie-Screening haben. Die Röntgenaufnahmen von Frauen unter 50 Jahren sind weniger gut zu beurteilen, weil diese Frauen noch dichteres Drüsengewebe haben. Zudem nimmt das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, mit zunehmendem Alter zu. Hingegen nimmt das Risiko, an Brustkrebs zu sterben, bei Frauen über 70 Jahren ab. nach oben

Wodurch zeichnet sich das Programm aus?

Das Programm unterliegt hohen Qualitätsanforderungen, die sich nach den Europäischen Leitlinien zur Qualitätssicherung des Mammographie-Screenings richten. Neben der apparativen und räumlichen Ausstattung und der fachlichen Qualifikation des Personals sind auch die Abläufe einheitlich geregelt. So ist vorgeschrieben, dass jede Röntgenaufnahme von zwei Ärzten unabhängig voneinander beurteilt wird. Weichen die Ergebnisse voneinander ab, wird der programmverantwortliche Arzt hinzugezogen. Die Ärzte müssen jährlich mindestens 5000 Bilder befunden. Das Programm wird außerdem evaluiert, um die Effekte nachzuweisen. nach oben

Brauchen die Patientinnen eine Überweisung?

Nein, eine Überweisung wird nicht benötigt. Jede Frau im Alter zwischen 50 und 69 Jahren wird alle zwei Jahre durch ein persönliches Schreiben zu der Untersuchung eingeladen. Die Einladung erfolgt über die so genannte Zentrale Stelle, eine gemeinsame Einrichtung der Krankenkassenverbände in Berlin und der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin. Damit die Zentrale Stelle die Daten des Landeseinwohneramtes nutzen kann, hat der Senat eine entsprechende Gesetzesänderung auf den Weg gebracht. nach oben

Welche Informationen enthält die Einladung?

In der Einladung wird den Frauen ein Screening-Termin genannt und auch die für sie zuständige Screening-Einheit mit vollständiger Adresse. Selbstverständlich kann dieser Termin auch verschoben und mit der Zentralen Stelle neu vereinbart werden. Zusammen mit der Einladung wird ein Merkblatt an die Frauen verschickt, das über Hintergründe, Ziele, Inhalte und Ablauf des Früherkennungsprogramms informiert. nach oben

Wo findet die Untersuchung statt?

Die Untersuchung findet in einer Screening-Einheit statt. Diese Einrichtung ist auf Screening-Mammographien spezialisiert und unterliegt strengen Qualitätsanforderungen. Hier werden die Mammographie-Aufnahmen erstellt und, sollten Auffälligkeiten festgestellt werden, diese weiter untersucht. Geleitet wird die Screening-Einheit von dafür speziell geschulten Ärzten. Eine Screening-Einheit gleicht in etwa einer normalen (Röntgen)Arztpraxis. Allerdings mit dem Unterschied, dass am Tag der Untersuchung hier ausschließlich Screening-Mammographien erstellt werden. Ein weiterer Unterschied: Die Aufnahmen werden von mindestens zwei Ärzten begutachtet. Weichen die Befunde der beiden Ärzte voneinander ab, beurteilt sie ein weitere/r Ärztin/Arzt. Der Hauptwohnsitz der eingeladenen Frau entscheidet, in welcher Screening-Einheit die Untersuchung stattfindet.

In Berlin konnte mit dem Start der 4. Screening-Einheit die flächendeckende Einführung des Mammographie-Screening abgeschlossen werden. Die Screening-Einheiten befinden sich für die Bezirke:

  • Spandau, Reinickendorf und Mitte im Kapweg 3, Berlin - Reinickendorf
  • Pankow/ Lichtenberg/ Marzahn-Hellersdorf in der Schönhauser Allee 118, Berlin - Prenzlauer Berg
  • Treptow-Köpenick/ Neukölln/ Friedrichshain-Kreuzberg in der Dieffenbachstr.1, Berlin - Kreuzberg
  • Tempelhof-Schöneberg/ Steglitz-Zehlendorf/ Charlottenburg-Wilmersdorf in der Schlossstraße 88, Berlin - Steglitz

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Wie läuft die Untersuchung ab?

Die Frau füllt zuerst einen Anamnesebogen aus. Hier werden persönliche Daten erfasst und mögliche Vorerkrankungen erfragt. Im Anschluss werden die Screening-Mammographie-Aufnahmen von einer speziell geschulten radiologischen Fachkraft unter Anleitung und Aufsicht eines Arztes erstellt. Dabei wird die Brust zwischen zwei Kunststoffplatten gelegt, kurz zusammengedrückt und durchleuchtet. Die Aufnahmen werden dann von mindestens zwei besonders erfahrenen und geschulten Ärzten beurteilt. Wenn die Beurteilungen voneinander abweichen oder mindestens ein Arzt die Aufnahmen als „auffällig“ beurteilt, wird der Programmverantwortliche Arzt (leitet die Screening-Einheit) hinzugezogen. Die Kosten der Untersuchung werden im Rahmen des bestehenden Krankenversicherungsschutzes übernommen. nach oben

Wann bekommen die Frauen das Ergebnis mitgeteilt?

Da die Aufnahmen von mindestens zwei Ärzten beurteilt werden, erhalten die Frauen das Untersuchungsergebnis nicht am selben Tag, sondern in der Regel innerhalb von sieben Werktagen nach der Untersuchung. nach oben

Was passiert, wenn der Befund negativ ist?

Ist der Befund negativ, das heißt es wird nichts festgestellt, werden die Frauen schriftlich benachrichtigt und in zwei Jahren erneut zum Mammographie-Screening eingeladen. nach oben

Was passiert, wenn die Mammographie auffällig ist?

Bei etwa 5 Prozent aller Frauen zeigt die Mammographie Auffälligkeiten, die weitere Untersuchungen erforderlich machen. In diesem Fall wird die Frau zur weiteren diagnostischen Abklärung eingeladen. Wichtig: Nicht jede Auffälligkeit lässt auf einen bösartigen Tumor schließen. Bisherige Erfahrungen zeigen, dass 80 Prozent der Frauen, die wegen einer auffälligen Mammographie erneut eingeladen wurden, keinen Brustkrebs hatten.

Der Programmverantwortliche Arzt bespricht mit der Frau die Röntgenaufnahmen und informiert sie über die weiteren Untersuchungen, die nötig sind. Sollte sich doch der Verdacht auf eine Krebserkrankung bestätigen, bespricht der Arzt das weitere Vorgehen mit der Patientin.

Die Krankenkassen in Berlin unterstützen betroffene Frauen mit einem strukturierten Behandlungsprogramm Brustkrebs. Daran teilnehmende Patientinnen werden in qualifizierten Brustzentren behandelt, wo sie auch eine intensive psychosoziale Betreuung erhalten. Weitere Informationen zu dem sogenannten Disease-Management-Programm Brustkrebs erhalten die Frauen bei ihrer Krankenkasse. nach oben

Besteht weiterhin ein Anspruch auf die jährliche Vorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen?

Das Screening ist ein Angebot zusätzlich zur jährlichen Früherkennungsuntersuchung durch den Frauenarzt. Frauen ab dem 30. Lebensjahr haben daher wie bisher Anspruch auf die üblichen Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung. Dazu zählt unter anderem die jährliche Tastuntersuchung, bei der der Arzt die Brüste und Achselhöhlen der Patientin auf Knoten abtastet. Ist der Tastbefund auffällig, erfolgt ebenfalls eine Mammographie. Die Mammographie bei Verdachtsfällen ist immer eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung, das heißt sie wird von den Krankenkassen übernommen. nach oben

Welche Aufgaben hat das Referenzzentrum?

Die Referenzzentren betreuen, beraten und bilden die am Mammographie- Screening-Programm teilnehmenden Ärzte und radiologischen Fachkräfte fort. Die Qualitätssicherung und Evaluierung des Programms zählt ebenso zu den Aufgaben der Referenzzentren. Jede/-r Leiterin/Leiter eines Referenzzentrums muss auch Programmverantwortliche Ärztin/ Arzt in einer dem Referenzzentrum angegliederten regionalen Screening-Einheit sein. Bundesweit soll es fünf Referenzzentren geben, die die rund 90 Screening-Zentren vom Aufbau bis zur Datenauswertung betreuen. In Berlin leitet Fr. Dr. Regitz-Jedermann das Referenzzentrum und ist Programmverantwortliche Ärztin der 1. Screening-Einheit in Berlin. nach oben

Welche Aufgaben hat die Zentrale Stelle?

Die Zentrale Stelle ist eine gemeinsame Einrichtung der Krankenkassenverbände in Berlin und der KV Berlin. Sie verarbeitet die erforderlichen Adressdaten der Einwohnermeldeämter und verschickt die Einladungen an die teilnehmenden Frauen. Des Weiteren ist sie auch die datentechnische Schnittstelle zwischen Krebsregister und Screening-Einheit oder Referenzzentrum bei der Ermittlung und Aufarbeitung der Daten von Intervallkarzinomen. In Berlin leitet Frau Elvira Michel-Schrammen die Zentrale Stelle. nach oben

(Quelle: KV Berlin)

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