KV-Blatt-Ausgaben aus dem Jahr 2014

KV-Blatt 12/2014

KV-Blatt 12/2014 Titelblatt Bei den niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten rumort es: Die schwarz-rote Bundesregierung will den Druck auf die Kassenärztlichen Vereinigungen erhöhen, freiwerdende Arztpraxen in überversorgten Gebieten vom Markt wegzukaufen - zulasten der Honorare. Und das kann richtig teuer werden. Bei den Radiologen in Berlin beispielsweise bis zu 15 Millionen Euro im Jahr. In Berlin gibt es eine - zumindest statistische - Überversorgung in allen Fachgruppen. 1.235 Arzt- und 945 (!) Psychotherapeutenpraxen liegen rechnerisch jenseits der Überversorgungsgrenze von 110 %. Die KBV sieht auch die Freiberuflichkeit in Gefahr: Vom Ausverkauf sollen freiberuflich geführte Arztpraxen betroffen sein, nicht aber MVZen und angestellte Ärzte. Drohen jetzt wieder alte Wunden aufzureißen?

KV-Blatt 11/2014

KV-Blatt 11/2014 Titelblatt 9. November 1989. Es war die Nacht, in der am Grenzübergang Bornholmer Straße für viele Ostberliner und andere DDR-Bewohner ein Traum in Erfüllung ging: Die Grenze öffnete sich - erst hier und dann überall in Berlin. Menschen standen auf der Mauer. Es ist "die pure Freude" über das damals Erlebte. Da ging es den Medizinstudenten, den jungen Ärzten und Professoren aus Ost- und Westberlin nicht anders als den vielen anderen Menschen, die in jener Nacht aus beiden Richtungen an die Grenze eilten, um zu begreifen, was sie nicht glauben konnten: Die Mauer ist offen. 25 Jahre ist das nun her. Das Titelthema widmet sich dem damaligen Ereignis rund um die Grenzöffnung in Berlin, erst an der Bornholmer Straße und dann überall in Berlin. Im Mittelpunkt stehen Ihre Erlebnisse, ergänzt um Facetten des Umbruchs in der medizinischen Versorgung der beiden Teile Berlins. Die KV-Blatt-Redaktion dankt allen, die sich an der E-Mail-Umfrage zum 9. November 1989 beteiligt haben.

KV-Blatt 10/2014

KV-Blatt 10/2014 Titelblatt "Millionen statt Milliarden" - Gleichungen wie diese können weh tun. Sie lassen Verhandlungspartner "alt" aussehen. Bei Lohnverhandlungen zwischen Unternehmern und Gewerkschaften gehören sie zum jährlichen Ritual. Diese Formulierung freilich galt dem Honorarverhandlungsergebnis, auf das sich Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Krankenkassen am 27. August geeinigt hatten. Fünf Milliarden Euro sollen als Forderung im Raum gestanden haben, 850 Millionen Euro seien es geworden, so die Darstellung. Doch ganz so war es nicht, wie KBV-Chef Andreas Gassen konterte. Der habe von einer Finanzierungslücke in Höhe von fünf Milliarden Euro gesprochen, aber nicht behauptet, dass diese mit einer einzigen Honoarverhandlung vom Tisch zu bekommen sei. Missverständnis? Pech allemal, denn bei dieser Botschaft ging unter, dass mit der (wenn auch sehr unterschiedlich strukturierten) Förderung der Grundversorgung für Haus- und Fachärzte ein weiterer Schritt zur Ausbudgetierung von Leistungen erreicht wurde.

KV-Blatt 09/2014

KV-Blatt 09/2014 Titelblatt Es wird ernst: Die von der Großen Koalition geplante Facharzt-Termingarantie für Kassenpatienten soll im kommenden Jahr an den Start gehen. Noch in diesem Oktober wird im Bundeskabinett über einen Gesetzentwurf beraten. Dann geht die Sache in den Bundestag. Die ärztlichen Berufsverbände sparten erwartungsgemäß nicht mit Kritik. Sie prophezeien dem Vorhaben einen Reinfall. Die Termingarantie sei Wunschdenken und obendrein ein Bürokratiemonster. Eine aktuelle Versichertenbefragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) kommt ihnen gerade recht: Zwei Drittel der Befragten würden eine solche Termingarantie zwar begrüßen, jedoch glaubt mit 30 % nicht mal ein Drittel der Befragten tatsächlich an eine wirkliche Wartezeitverkürzung.

KV-Blatt 08/2014

KV-Blatt 08/2014 Titelblatt Einzelleistung - nie was anderes. So lassen sich die Reaktionen auf den jüngsten Vorschlag der Techniker Krankenkasse (TK) zusammenfassen, die Ärzte künftig nach Einzelleistungen zu entlohnen. Und irgendwie stimmt es. Alle KBV-Chefs der vergangenen 20 Jahre haben diese Forderung hin und wieder aufgegriffen - gerne auch dann, wenn wieder mal vergeblich mit den Krankenkassen um mehr Geld gestritten wurde oder die x-te Honorarreform für Zoff in den eigenen Reihen und sowieso mit den Berufsverbänden sorgte. Und nun will die TK den Einzelleistungslohn frei Haus liefern - und erntet fast nur Beifall. Das irritiert.

KV-Blatt 07/2014

KV-Blatt 07/2014 Titelblatt Der 117. Deutsche Ärztetag in Düsseldorf ist Geschichte, doch einige Themen, wie die Novellierung der GOÄ, dürften noch längere Zeit für Debatten bei Ärzten und Politikern sorgen. Wer hätte gedacht, dass der Dauerbrenner "Wartezeiten auf einen Facharzttermin" nun in eine Diskussion um Strafzahlungen für terminbummelnde Patienten umgemünzt wird oder sich der Ärztetag mit Hebammen solidarisiert? Die Kritik an den Krebsfrüherkennungsprogrammen war in Düsseldorf ebenso ein Thema wie - abermals - der Appell an die Politik, sich endlich der Debatte um eine Priorisierung von medizinischen Leistungen zu stellen. Die KV-Blatt-Redaktion war vor Ort und hat wichtige Debattenthemen zusammengefasst.

KV-Blatt 06/2014

KV-Blatt 06/2014 Titelblatt Der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit ist in der "Branche" seit vielen Jahren zu einem wichtigen gesundheitspolitischen Treffpunkt geworden. Zogen die Hallenmeister vor dem zentral gelegenen ICC die Tagungsfahnen mit dem Hauptstadtkongress-Logo hoch, war dies für viele Berliner 16 Jahre lang ein untrügliches Zeichen, dass die "Dokters" wieder in der Stadt sind. Die werden auch in diesem Jahr kommen. Doch tagen werden sie erstmals im neu erbauten "City-Cube" am Südende des Messegeländes. Das "Raumschiff" (oder spöttischer auch: "Müllverbrennungsanlage") ICC hat bekanntlich ausgedient. Zur neuen Location wird es auch manch neues Gesicht geben, darunter Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), der in dieser Eigenschaft zum ersten Mal in die Rolle des Eröffnungsredners schlüpfen wird.

KV-Blatt 05/2014

KV-Blatt 05/2014 Titelblatt Reform des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes - noch sind einige Kassenärztliche Vereinigungen mit der Abrechnung des letzten Quartals 2013 befasst, jenem Vierteljahr, in dem der Hausarzt-EBM scharf geschaltet wurde. Da scheint es, glaubt man einer Umfrage von "facharzt.de", in vielen KVen noch Probleme zu geben. Ruhe wird es in absehbarer Zeit nicht geben, denn der Umbau der Gebührenordnung geht weiter. Größere Einzelprojekte sind die Überprüfung der Kalkulationsgrundlagen für Praxiskosten und Kalkulationszeiten, eine neue Systematik für die Vergütung von Geräteleistungen bei Hausärzten oder auch die Prüfung der Frage, ob Hausbesuche nicht ärztlicher Mitarbeiter in unterversorgten Gebieten vergütungsfähig sind. Auch strukturelle Änderungen, etwa die pauschale Anwendung von Altersklassen in der Hausarztpraxis durch andere Fächer oder die Kalkulation der Gesprächsleistungen, stehen auf der Agenda.

KV-Blatt 04/2014

KV-Blatt 04/2014 Titelblatt Er ist das Aushängeschild einer ärztlichen Rund-um-die-Uhr-Versorgung in der Bundeshauptstadt und galt viele Jahre lang als Vorbild für andere Regionen: Der Ärztliche Bereitschaftsdienst (ÄBD) der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin. Bürger können sich darauf verlassen, dass sie auch nach Feierabend oder am Wochenende unter einer einheitlichen Rufnummer einen Arzt erreichen, egal in welchem Winkel Berlins sie wohnen. Doch für die Disponenten, die die Bereitschaftsdienstärzte durch die Stadt lotsen, wird die Luft dünner: Unter den diensttuenden Ärzten macht sich eine Überalterung breit, Nachwuchs wird knapper. Und das in einer Zeit, in der die fahrenden Bereitschaftsdienste in Berlin so gut bezahlt werden wie seit Jahrzehnten nicht.

KV-Blatt 03/2014

KV-Blatt 03/2014 Titelblatt Erwartungsgemäß hat die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) am 28. Februar den Düsseldorfer Orthopäden und Unfallchirurgen Dr. Andreas Gassen mit 35 von möglichen 60 Stimmen zum Nachfolger des zum 1. März ausgeschiedenen Dr. Andreas Köhler gewählt. Der Facharzt, der bisher zweiter stellvertretender Vorsitzender der KBV-Vertreterversammlung war, wurde mit knapper Mehrheit gewählt. Unklar ist, wie viele Hausärzte ihren Düsseldorfer Facharztkollegen mitgewählt haben. Unter hausärztlichen Mitgliedern der Vertreterversammlung gab es den Plan, sich bei der Wahl des Köhler-Nachfolgers "zurückzuhalten", wie mehrere Fachmedien übereinstimmend berichteten.

KV-Blatt 02/2014

KV-Blatt 02/2014 Titelblatt Gegner hatte er genügend und Rücktrittsaufforderungen gab es mehr als einmal. Spötter glauben, dass er beides gebraucht hat, um seine Standfestigkeit unter Beweis stellen zu können. Der letzte Angriff freilich war anderer Natur: Ein schwerer Herzinfarkt warf den Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Andreas Köhler im November aus der Bahn. Monate, so schätzte man in Kollegenkreisen, würde es brauchen, bis er wieder auf den Beinen sein würde. Doch schon Anfang Januar stand er wieder auf der Matte. Ein echter Köhler eben. Aber nun kam es doch anders. Am 16. Januar ließ der KBV-Chef morgens verbreiten, dass er am 1. März Schluss macht, sein Amt niederlegt. Die Gesundheit ...

KV-Blatt 01/2014

KV-Blatt 01/2014 Titelblatt Eine schleichende Aushebelung und Spaltungder Selbstverwaltung fürchten ärztliche Berufsverbände, sollten Planungen für den ambulanten Versorgungssektor im Koalitionsvertrag der neuen schwarz-roten Koalition umgesetzt werden. Wie im Vorfeld bereits vermutet, planen CDU/CSU und SPD die Spaltung der KBV- und KV-Vertreterversammlungen durch die Bildung gleich großer Gruppen der Hausärzte und Fachärzte sowie ein jeweils eigenes Abstimmungsrecht über gruppenspezifische Themen. Mit diesem Plan gehen die Regierungskoalitionäre noch über das hinaus, was Hausärzte Anfang November selbst forderten - zumindest in der KBV-Vertreterversammlung am 8. November.
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