Die Kliniken schaffen sich ihr Vergütungsproblem selbst

Die KV Berlin zum Milliarden-Defizit der Kliniken bei der ambulanten Notfallversorgung:

Berlin, 18.02.2015. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin weist die Darstellung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) vom 17. Februar 2015 entschieden zurück. Nicht nur ist der Vorwurf, die ambulante Notfallversorgung werde schon lange nicht mehr durch die KVen sichergestellt, sachlich falsch. Das als Folge dargestellte, von der DKG beklagte Vergütungsdefizit ist zudem noch hausgemacht.

Laut Aussage der DKG könnte ein Drittel der Krankenhaus-Patienten auch von niedergelassenen Ärzten versorgt werden. Zahlen der KV belegen, dass sogar 58 Prozent der ambulanten Patienten in den Berliner Erste-Hilfe-Stellen während der üblichen Praxisöffnungszeiten dort vorstellig werden. Diese könnten ohne Weiteres an Vertragsärzte verwiesen werden. „Niedergelassene sind während der normalen Sprechstunden für die Versorgung ambulanter Fälle zuständig. Aus diesem Grund ist die Vergütung der Krankenhäuser zu diesen Zeiten vergleichsweise niedrig. Dann ist es nämlich nicht ihre Aufgabe“, so Dr. Uwe Kraffel. „Außerhalb dieser Phasen, beispielsweise nachts und an den Wochenenden, ist die Vergütung der Krankenhäuser für ambulante Fälle gerade erst wieder erhöht worden – und das sogar rückwirkend“.

Warum die Notaufnahmen Patienten dennoch nicht bitten, sich wochentags mit nicht lebensbedrohlichen Beschwerden an Ihre Praxis zu wenden, ist für den stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden aber klar: „Krankenhäuser müssen ihre leer stehenden Betten füllen: 67 Prozent der stationären Aufnahmen erfolgen über die Erste-Hilfe-Stellen und weitere 30 Prozent über ermächtigte Ärzte und klinikeigene ambulante Zentren“. Ein bekanntes Strukturproblem der Krankenhäuser – es gibt einfach zu viele – soll also auf dem Rücken der Niedergelassenen und zu Lasten ihrer Honorare gelöst werden. 

In Berlin entlastet der Ärztliche Bereitschaftsdienst (ÄBD) der KV die Krankenhäuser sogar noch weitergehend als im Sicherstellungsauftrag gefordert. „Unser Hausbesuchsdienst fährt rund um die Uhr, nicht nur zu den sprechstundenfreien Zeiten. Eine enge Kooperation der Leitstellen von ÄBD und Feuerwehr garantiert zudem, dass lebensbedrohliche Vorkommnisse direkt ins Krankenhaus gebracht werden, während leichte Fälle auch die Notdienste nicht belasten“, betont die Vorstandsvorsitzende Dr. Angelika Prehn. „Es kann keine Rede davon sein, dass wir unserer Aufgabe nicht nachkommen“.

 

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin ist die Dachorganisation der mehr als 9.000 ambulant tätigen Ärzte und Psychotherapeuten in Berlin. Sie sorgt unter anderem dafür, dass die ambulante medizinische Versorgung von gesetzlich krankenversicherten Patienten auf hohem Qualitätsniveau stattfindet und dass diese den Arzt ihrer Wahl aufsuchen können, egal in welcher Krankenkasse sie versichert sind.

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin, Öffentlichkeitsarbeit | Erstellt am: 19.02.2015

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