Wenn's akut, aber nicht lebensbedrohlich ist: Ärztlicher Bereitschaftsdienst der KV Berlin - seit über 50 Jahren im Einsatz

Berlin, 07.09.2016. Vor dem Hintergrund der aktuellen medialen Berichterstattung zum Ärztlichen Bereitschaftsdienst stellt Dr. Angelika Prehn, Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin,  anders lautende Aussagen über den Ärztlichen Bereitschaftsdienst (ÄBD) der KV Berlin richtig:

„Es heißt, die KV Berlin habe Anfang des Jahres einen eigenen Bereitschaftsdienst für weniger akute Fälle ins Leben gerufen. Fachärzte seien in violetten Autos unterwegs. Fakt ist aber: Den fahrenden Bereitschaftsdienst der KV Berlin als Hausbesuchsdienst für akut, aber nicht lebensbedrohlich Erkrankte gibt es nicht erst seit Anfang 2016, sondern seit 1963 – mithin seit 53 Jahren. Diese Einrichtung der Berliner Kassenärzte ist also mitnichten eine spontane, brandneue oder aus einer Not heraus geborene ad hoc-Lösung zur Entlastung der Notfallambulanzen, sondern ein seit Jahrzehnten etabliertes und erprobtes Angebot für die Bevölkerung, die während oder außerhalb der Sprechstunden mit einem akuten Gesundheitsproblem nicht zum niedergelassenen Arzt gehen kann, aber auch in einer Rettungsstelle fehl am Platz ist. Dafür ist der ÄBD da, und zwar rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. Am Rande sei noch erwähnt, dass die Einsatzfahrzeuge des fahrenden ÄBD nicht violett, sondern magentafarben sind – auch immerhin schon konstant seit 13 Jahren: Wiedererkennungseffekt für die Bevölkerung garantiert.

Außerdem ist zu lesen, dass die KVen und die Rettungsdienste nicht länger nebeneinander, sondern miteinander arbeiten und sich gegenseitig die Anrufe zuständigkeitshalber weiterleiten sollten. Das ist in Berlin seit Jahren gelebte Praxis: Anfang 2011 wurde eine feste Schnittstelle mit der Berliner Feuerwehr eingerichtet. Anhand eines abgestimmten Kriterienkatalogs wird standardisiert bereits am Telefon geprüft, ob der Anrufer die passende Nummer gewählt hat. Die aufgenommenen Daten des Anrufers wie Name und Einsatzort werden dabei direkt in das Computersystem überspielt. So muss der Patient nicht alles von vorne schildern, wenn er weitergeleitet wird, sondern soll sich gelotst fühlen.
Leichte Fälle werden von der Feuerwehr an den Berliner kassenärztlichen Bereitschaftsdienst abgegeben, umgekehrt dringende schwere Notfälle direkt von der KV-Leitstelle – die im Übrigen bereits 1966 ihren Dienst aufgenommen hat – an die Feuerwehr. Die KV Berlin erspart der Feuerwehr somit unnötige Einsätze und entsprechend vielen Patienten den Weg in Notdienstpraxen oder Erste-Hilfe-Stellen.

Abschließend noch ein Wort zur Bereitschaftsdienstnummer: Die Rufnummer 310031, unter der der Berliner Bereitschaftsdienst erreichbar ist, wurde leider teilweise falsch abgedruckt, teilweise aber auch als nicht vereinbarer Gegensatz zur bundesweit einheitlichen Bereitschaftsdienstnummer 116 117 dargestellt. Fakt ist: Hier gilt kein ODER, sondern ein UND. Die Berliner Nummer ist bei der Bevölkerung seit Jahren bekannt und eingeführt, sie kann und soll daher weiter genutzt werden. Jährlich hat der fahrende ÄBD rund 150.000 Einsätze. Ortsfremde aber brauchen sich natürlich keine regionale Nummer merken, sondern können auch in Berlin selbstverständlich die bundesweite Nummer 116 117 wählen. Da ein Anruf in Berlin unter dieser Nummer automatisch immer an die Berliner Nummer – 310031 – weitergeleitet und ebenfalls von der Leitstelle der KV Berlin beantwortet wird, ist das aus unserer Sicht ein Mehr an Service für die verschiedenen Bedürfnisse und Kenntnisse der Anrufer und eben keine Einschränkung, die zu Verwirrung bei den Patienten beiträgt.“

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin, Öffentlichkeitsarbeit | Erstellt am: 07.09.2016

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