KV Berlin bekräftigt Nutzen der Telefon-AU und fordert verbindliche Patientensteuerung
Die Kassenärztliche Vereinigung Berlin (KV Berlin) spricht sich dafür aus, bewährte Maßnahmen zum Bürokratieabbau wie die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) und die telefonische Krankschreibung beizubehalten. Beide Instrumente entlasten Praxen und Patienten spürbar und stärken die ambulante Versorgung.
Bis Anfang 2022 mussten Patientinnen und Patienten den Papierdurchschlag ihrer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung selbst bei der Krankenkasse einreichen. Viele dieser Meldungen gelangten allerdings nie dorthin. Mit der Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) werden nun alle ausgestellten Bescheinigungen vollständig und automatisch digital übermittelt. Der zuletzt beobachtete Anstieg der Krankmeldungen ist daher nach Einschätzung von Ärztinnen und Ärzten vor allem auf die veränderte und nun lückenlose Datenerfassung zurückzuführen. „Durch die digitale Übermittlung werden die Krankmeldungen endlich vollständig abgebildet. Das ist kein Hinweis auf mehr Erkrankungen, sondern auf ein funktionierendes System“, erklärt Dr. Burkhard Ruppert, Vorstandsvorsitzender der KV Berlin.
Frau Dr. Christiane Wessel, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KV Berlin, betont den Fortschritt im Praxisalltag: „Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zeigt, wie Digitalisierung Bürokratie wirklich abbauen kann.“ „Wichtig ist, dass alle Seiten verantwortungsvoll damit umgehen, nur dann kann Fortschritt auch die Versorgungsqualität sichern.“
Auch die telefonische Krankschreibung, die der Gemeinsame Bundesausschuss 2023 dauerhaft in seine Richtlinien aufgenommen hat, hat sich als praxisnahe und sichere Ergänzung bewährt. „Sie reduziert unnötige Kontakte bei leichten Erkrankungen, entlastet die Teams in den Praxen und schont gleichzeitig Ressourcen“, so Dr. Burkhard Ruppert.
Der Vorstand der KV Berlin spricht sich darüber hinaus für eine verbindliche Patientinnen- und Patientensteuerung in der ambulanten Versorgung aus. „Eine funktionierende Steuerung braucht klare Regeln für beide Seiten“, betont Dr. Burkhard Ruppert. „Wer sich nicht an festgelegte Wege hält, sollte dann auch finanziell Verantwortung übernehmen. Ziel muss es sein, Versorgung gezielt zu steuern, nicht zu behindern.“


