KV-Blatt-Ausgaben aus dem Jahr 2015

KV-Blatt 12/2015

KV-Blatt 12/2015 Titelblatt Eine HIV-Infektion hat im Jahr 2015 viel von ihrem Schrecken verloren, sie bedeutet schon lange nicht mehr ein unaufhaltsames, leidvolles Sterben binnen weniger Jahre. Die Infektion ist gut behandelbar, sofern mit der Therapie so früh wie möglich begonnen wird. Die sogenannten Aids-assoziierten Erkrankungen lassen sich bei konsequenter Adhärenz der Patienten erfolgreich kontrollieren, neue potente Medikamente ersetzen die Dreifach-Kombinationen der 1990er-Jahre. Grund zur Entwarnung gibt es freilich nicht. Die Neuinfektionen mit HIV steigen seit Jahren leicht, aber kontinuierlich an, die Medikation erfolgt nach jetzigem Stand lebenslang, mögliche Nebenwirkungen der Therapie sind noch nicht bekannt, psychische Belastungen bleiben bestehen. Die Behandlung HIV-infizierter Patienten erfolgt in Berlin überwiegend in ambulanten Schwerpunktpraxen, die niedergelassenen Spezialisten sind zudem in der Forschung und Lehre tätig. In ihrem ganzheitlichen Blick auf das Infektionsgeschehen, der auch Maßnahmen der Aufklärung und Prävention einschließt, ist die Medizin offenbar weiter als die Politik.

KV-Blatt 11/2015

KV-Blatt 11/2015 Titelblatt Vertreter der ärztlichen Selbstverwaltung sparten im Vorfeld der Verabschiedung des GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes (VSG) nicht mit Kritik an den zahlreichen im Gesetz enthaltenen Neuerungen. Neben der Verschärfung der Aufkaufregelung für Arztsitze in vermeintlich überversorgten Gebieten durch die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) bedeutete die Termingarantie für Facharzttermine den zweiten "dicken Brocken", den die Selbstverwaltung nach Verabschiedung des VSG zähneknirschend zu schlucken hatte. Von "überflüssig, braucht kein Mensch" über die Angst vor einer ausufernden Bürokratie bis zum vielfach prophezeiten Verlust der freien Arztwahl: So richtig geschmeckt hat die Konkretisierung des Sicherstellungsauftrages durch die Große Koalition den wenigsten. Das KV-Blatt wollte von dem KV-Juristen Norbert Schein unter anderem wissen, welche Auswirkungen die im VSG verankerte Einrichtung von Terminservicestellen auf die Arbeit der Niedergelassenen haben kann. Lesen Sie außerdem, warum der EBM vom GKV-VSG stärker in den Mittelpunkt gerückt wird.

KV-Blatt 10/2015

KV-Blatt 10/2015 Titelblatt Die Idee eines Geschlechtswechsels ist alt. Schon die griechische Mythologie kennt die Figur des blinden Sehers Teiresias, der zunächst als Mann, dann als Frau und letztlich wieder als Mann lebte. Doch sollte es bis zum 20. Jahrhundert dauern, bis her körperliche Wechsel des Geschlechts mitsamt der Übernahme der dazu gehörenden sozialen Rolle Realität werden konnte, ganz ohne göttlichen Beistand wie noch bei Teiresias. Von Beginn an war die Medizin in diesem Prozess federführend, von der Definition einer behandlungsbedürftigen Krankheit bis zur Bereitstellung geeigneter hormoneller und chirurgischer Therapien. In Berlin werden Patien*innen¹ mit dem Drang nach einem Geschlechtswechsel von niedergelassenen Hausärzten, Gynäkologen, Urologen und Endokrinologen behandelt. Während die heute sogenannte Transidentität langsam im Alltag der Gesellschaft ankommt, wird die Frage nach ihrem Krankheitswert neu gestellt.

KV-Blatt 09/2015

KV-Blatt 09/2015 Titelblatt Mit dem Inkrafttreten des GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes (VSG) am 22. Juli diesen Jahres ging ein seit vielen Monaten heftig diskutiertes Reformgesetz an den Start, dessen mögliche Auswirkungen auf die vertragsärztliche Berufssphäre das KV-Blatt bereits in der Dezemberausgabe 2014 beschäftigte. Unsere damalige Schlagzeile "2.180 Praxenin Berlin von Zwangsaufkauf bedroht" sorgte kurz vor Weihnachten für Unruhe unter Berlins Niedergelassenen. Zu Unrecht? Das KV-Blatt wollte von dem für Zulassungsfragen zuständigen Hauptabteilungsleiter Wolfgang Pütz wissen, ob die Sorgen der Niedergelassenen im Hinblick auf die im GKV-VSG enthaltenen Neuerungen berechtigt seien. Die detaillierte Einschätzung des KV-Juristen ist gleichzeitig der Start einer mehrteiligen Serie, mit der das KV-Blatt seinen Leserinnen und Lesern in den kommenden Ausgaben noch mehr Informationen rund um das umstrittene Gesetz bieten wird.

KV-Blatt 08/2015

KV-Blatt 08/2015 Titelblatt Sie kommen aus Syrien und Afghanistan, aus dem Sudan und dem Irak. Sie fliehen vor Krieg, Hunger, Armut und Folter. 2014 wurden in Europa 270.000 Anträge auf Asyl gestellt. Wer es durch die Wüste und über das Mittelmeer bis nach Deutschland schafft, ist zunächst in Sicherheit, wird aber von den Umständen der Flucht gequält. Während der ersten 15 Monate in Deutschland haben Asylbewerber Anspruch lediglich auf eine Akut- und Schmerzbehandlung, viele leiden jedoch zusätzlich unter schweren psychischen Problemen. Das KV-Blatt hat Dr. Mechthild Wenk-Ansohn und Simone Wasmer, Therapeutinnen am Behandlungszentrum für Folteropfer (bzfo), gefragt, wie die psychotherapeutische Arbeit mit extremtraumatisierten Menschen unter erschwerten Bedingunen abläuft.

KV-Blatt 07/2015

KV-Blatt 07/2015 Titelblatt Die Patientin betritt das Sprechzimmer ihres Arztes und setzt sich hin. Sie zeigt auf ihr Knie, sie sei vor zwei Tagen vor dem Baumarkt hingefallen und habe seitdem Schmerzen. Der Arzt nickt, tastet die nur leichte Schwellung ab. Es folgt ein beruhigendes Lächeln des Mediziners: "Alles halb so wild". Die Finger fliegen über die Tastatur, schnell wird der Name einer bestimmten Salbe herausgesucht. "Bitte auftragen, bis die Schwellung nachlässt. Wenn es nicht besser wird, bitte wiederkommen - Rezept gibt's draußen." Man schüttelt sich zum Abschied die Hände, die Patientin verlässt die Praxis. Beim Abendessen fragt der Ehemann: "Und - wat hat der Doktor jesacht?" Die Antwort: "Keene Ahnung, aber ick muss dit hier druff schmieren ..."

KV-Blatt 06/2015

KV-Blatt 06/2015 Titelblatt Vom 10. bis 12. Juni wird sich die Gesundheitsbranche wieder ein Stelldichein in Berlin geben. Dreh- und Angelpunkt ist der Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit, der bereits seit vielen Jahren an der Spree stattfindet. Wie immer werden unter dem Dach des Kongresses die Fachkongresse Krankenhaus-Klinik-Rehabilitation, der Deutsche Pflegekongress sowie Fachforen der Versicherungen, das Hauptstadtforum Gesundheitspolitik und das Deutsche Ärzteforum angeboten. Überdies wird es in diesem Jahr einen Fachärztetag sowie ein Apothekerforum geben.

KV-Blatt 05/2015

KV-Blatt 05/2015 Titelblatt "Deutschland guckt den Landarzt - ich werde einer". Mit diesem frechen Statement, einem breiten Lächeln und einer lässig über den Kopf gezogenen Kapuze wirbt der Berliner Medizinstudent David Janke seit Mitte vergangenen Jahres für die Kampagne "Lass Dich nieder" der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Medizinstudierenden soll eine Karriere als niedergelassener Arzt schmackhaft gemacht werden. Doch wer sind diese Nachwuchsärzte, die schon im Studium so viel Begeisterung für die Niederlassung zeigen? Was sind ihre Wünsche und Erwartungen an den Arztberuf? Wie wichtig ist ihnen die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben? "Unser" Student vom KBV-Plakat, David Janke, gewährte dem KV-Blatt einen Tag lang Einblicke in seinen Alltag zwischen Schlagzeug, Hörsaal und Seminarraum.

KV-Blatt 04/2015

KV-Blatt 04/2015 Titelblatt Die Gelegenheit war günstig: Nur 24 von 37 Mitgliedern der Berliner KV-Vertreterversamm- lung erschienen zur Sitzung: Als die obliga- torischen Berichte aus den Fachausschüssen abgehandelt waren, packten zehn von ihnen ihre Sachen und verschwanden. Grußlos, wie berichtet wurde. Die Versammlung war beschlussunfähig und löste sich auf. Wenigstens für diesen Abend, den 12. März, und damit nur wenige Wochen nach den gescheiterten Amtsenthebungsverfahren gegen den KV-Vorstand. Daran hätte Kurt Tucholsky, der 1935 verstorbene Schriftsteller und Journalist, seine helle Freude gehabt. Er war ein Meister der Zustandsbeschreibung des deutschen Vereins- wesens, sein Essay "Die Opposition" bringt auch heute noch viele Menschen zum Lachen. Unzufriedene Vereinsmitglieder opponieren gegen den Vorstand, können sich nicht durchsetzen, schließen sich zusammen und gründen einen eigenen Verein - mit Satzung, eigenem Vorstand und eigener Garderobenfrau.

KV-Blatt 03/2015

KV-Blatt 03/2015 Titelblatt Terminservicestellen, Facharzttermingarantie - unter den vielen Kritikpunkten der Ärzteschaft am geplanten GKV-VSG rangieren diese Punkte gleich hinter der Verschärfung der Praxisaufkaufregelung. Brauchen wir nicht, alles nur Bürokratie, heißt es. Wie gut kommt es dann an, dass die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen im vergangenen Jahr von sich aus einen solchen Service ins Leben gerufen hat? Vorauseilender Gehorsam, wie ihr gelegentlich unterstellt wird, oder die Vorwegnahme einer ohnehin nicht aufzuhaltenden gesetzlichen Regelung? Die KV-Blatt-Redaktion wollte wissen, worüber konkret geurteilt wird. Sie hat dem ServiceTelefon der KV Sachsen einen Besuch abgestattet und interessante Eindrücke und Fakten aus Leipzig mitgebracht.

KV-Blatt 02/2015

KV-Blatt 02/2015 Titelblatt Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hadert nach wie vor mit vielen Details des vorgesehenen GKV-Versorgungsstärkungs- gesetzes (GKV-VSG). Besonders kritisiert sie den schleichenden Abbau der Freiberuflichkeit, eine zunehmende Ambulantisierung der Krankenhäuser und die Spaltung der Vertreterversammlungen. In einem Interview mit dem KV-Blatt äußerte KBV-Vorstandschef Andreas Gassen Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Sektionierung der Vertreterversammlungen.

KV-Blatt 01/2015

KV-Blatt 01/2015 Titelblatt Gleich zu Jahresanfang gab es die Rücktrittsankündigung von KBV-Chef Andreas Köhler. Kurz darauf markierte eine Denkschrift wider die Spaltung der KBV-Vertreterversammlung eine sich anbahnende Auseinandersetzung über die Einheit der ärztlichen Selbstverwaltung. In Berlin wurde rückwirkend ein neuer HVM für Abrechnungszeiträume von 2005 bis 2008 auf den Weg gebracht, nachdem das Bundessozialgericht mit Inkrafttreten des EBM 2000plus überall in der Republik die Fortführung der Individualbudgets "kippte". Berlins Ärztekammerpräsident Günther Jonitz hat nunmehr bereits 15 Jahre auf dem Buckel - mehr als sein legendärer Vorgänger Ellis Huber. In der KV tritt der Chef der Vertreterversammlung zurück. Das KV-Blatt selbst sorgt mit einer Buchvorstellung ("Deutschland misshandelt seine Kinder") sowie in der letzten Ausgabe mit einer Schlagzeile über den drohenden Aufkauf von Arztpraxen auf dem Titelblatt der Dezember-Ausgabe für Aufregung: Von "heftig" bis "Bildzeitungsstil" reichten die Reaktionen. Erinnern Sie sich? Wir haben - wie jedes Jahr - für Sie in den Ausgaben des vergangenen Jahres geblättert und die interessantesten Themen und "Aufreger" ausgebuddelt.
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