KV Berlin unterstützt Petition zur Fristverlängerung und ruft Berliner Ärzte zum Unterzeichnen auf

1000. Berliner Praxis an TI angeschlossen

Berlin, 19.09.2018. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin freut sich über die 1000. Praxis in der Hauptstadt, die seit Dezember vergangenen Jahres an die Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen wurde. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis, wenn man bedenkt, unter welch schwierigen Umständen der Anschluss bisher nur möglich war“, lobt die KV-Vorstandsvorsitzende Dr. Margret Stennes das Engagement der Berliner Ärzte und Psychotherapeuten. Das Interesse an einem zügigen TI-Anschluss und dem damit möglichen Zugang zu einer sektorübergreifenden Online-Kommunikation sei bei den Berliner Niedergelassenen durchweg groß.

Stennes macht aber auch klar, dass von den insgesamt rund 6500 Berliner Praxen schon weitaus mehr an die TI angeschlossen sein könnten, wenn die benötigten Geräte rechtzeitig zur Verfügung gestanden hätten. „Es ist seit langem kein Geheimnis mehr, dass die Anbieter der Konnektoren Produktions- und Lieferschwierigkeiten haben, doch die Politik hat sich noch keinen Zentimeter weiter bewegt“, sagt sie. Viele Praxisinhaber hätten bereits ihre Praxisausweise beantragt und Vorkehrungen für einen zügigen TI-Anschluss getroffen, hängen aber aktuell in der Warteschleife der Anbieter. „Die Berliner Ärzte haben ihre Hausaufgaben gemacht und die KV Berlin hat für eine schnelle Kostenerstattung gesorgt. An uns liegt es also nicht.“ Vor diesem Hintergrund appelliert die KV Berlin noch einmal eindringlich an den Gesetzgeber, von den angekündigten Sanktionen ab dem 1. Januar 2019 Abstand zu nehmen und den Vertragsärzten und Vertragspsychotherapeuten ausreichend Zeit für ihren TI-Anschluss zu geben. Die KV Berlin sehe in der TI und der dadurch möglichen Vernetzung aller Beteiligten im Gesundheitswesen viele Chancen, so Stennes, möchte aber auch gesichert wissen, dass sich der Folgeaufwand für die Praxen so gering wie möglich hält. Hinzu komme, dass die Praxen aktuell auf verschiedenen Baustellen gefordert sind. So sei neben der TI aktuell zum Beispiel die Umsetzung der EU-Datenschutzgrundverordnung eine große Herausforderung.

„Die KV Berlin unterstützt daher aktiv die zur Fristverlängerung eingereichte Online-Petition* der Vorsitzenden der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung beim Deutschen Bundestag und hat alle in der Niederlassung tätigen Berliner Ärzte und Psychotherapeuten sowie von der TI tangierte Personenkreise aufgerufen, diese Petition zu unterzeichnen“, so Stennes abschließend.

*Die Petition „Kassenarztrecht – Fristverlängerung nach § 291 Abs. 2b Satz 14 SGB V für verpflichtende Praxen-Anbindung an die Telematikinfrastruktur“ kann online oder per schriftlichem Eintrag in Listen unterzeichnet werden. Ziel ist es, innerhalb von vier Wochen (bis zum 10. Oktober) 50.000 Mitzeichner zu gewinnen. Erst dann besteht die Möglichkeit, das Anliegen der Ärzteschaft vor den Abgeordneten des Petitionsausschusses vorzutragen.

Die Petition wurde registriert mit der Nummer 83509 und findet sich online unter: https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2018/_08/_22/Petition_83509.nc.html

Kontakt:

Kassenärztliche Vereinigung Berlin, Pressesprecherin Dörthe Arnold
Telefon: 030 31003-681
E-Mail: presse@kvberlin.de

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin, Öffentlichkeitsarbeit | Erstellt am: 19.09.2018

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