KV-Gesundheitsratgeber: Schwerhörigkeit - neue Wege und Möglichkeiten, wieder an der Welt der Hörenden teilzuhaben

Sind Sie ganz Ohr?

Hören ist für uns etwas Selbstverständliches. Zahllose Sprichworte unterstreichen die Bedeutung der Ohren und des Hörens in unserem täglichen Leben: "Bis über beide Ohren verliebt sein", "es faustdick hinter den Ohren haben" oder "zum einen Ohr hinein, zum anderen heraus", um nur einige zu nennen.

Die Wichtigkeit des Hörens wird oft erst bewusst, wenn das Hörvermögen geschädigt ist. In Deutschland haben rund 15 Millionen Bürger und Bürgerinnen eine Hörschwäche. Ältere Menschen sind dabei wesentlich häufiger betroffen, jedoch nimmt die Zahl der hörgeschädigten Jugendlichen zu.

Schwerhörigkeit kann viele Gründe haben. Lärm ist ein entscheidender Risikofaktor. Schädigungen des Hörvermögens können aber auch durch Krankheiten wie Hörsturz, Entzündungen oder Tumore hervorgerufen werden bzw. angeboren sein. Gerade für die Kleinsten ist die rechtzeitige Diagnose einer Schwerhörigkeit entscheidend, um Entwicklungsverzögerungen vorzubeugen.

Wie hören wir eigentlich?

Das menschliche Ohr ist ein hoch kompliziertes System. Es besteht aus drei Bereichen: dem äußeren Ohr, dem Mittelohr und dem Innenohr.

Das äußere Ohr besteht aus der Ohrmuschel und dem äußeren Gehörgang. Mit dem äußeren Ohr werden akustische Signale aufgenommen und über den Gehörgang, der bis zum Trommelfell reicht, in den inneren Teil des Ohres weitergeleitet. Der äußere Gehörgang ist mit Härchen ausgekleidet und zusammen mit dem Ohrenschmalz schützt er das Ohr beispielsweise vor Fremdkörpern oder eindringendem Wasser.

Das Mittelohr beginnt am Trommelfell und besteht aus der Paukenhöhle mit den Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel und der Ohrtrompete. Die drei winzigen Knochen fungieren als Verstärker und Überträger der eintreffenden akustischen Reize (d. h. der Schallwellen) zum Innenohr. Das Mittelohr besitzt einen Verbindungsgang, die Ohrtrompete (auch Eustachische Röhre genannt), über den z. B. das Ohr belüftet, Druck ausgeglichen und Sekret ablaufen kann.

Das Innenohr enthält die Schnecke mit dem sogenannten Corti-Organ - dem eigentlichen Hörorgan - sowie das Gleichgewichtsorgan. Die Schnecke (lat.: Cochlea), eine spiralartig gewundene Röhre, ist mit einer Flüssigkeit gefüllt. Diese Flüssigkeit überträgt die verstärkten Schwingungen (also die über das Mittelohr weitergegebenen akustischen Signale) wellenförmig innerhalb des Innenohres. Auf der Oberfläche der Schnecke befindet sich das Corti-Organ, eine Membran mit 25.000 Sinneszellen (auch: Haarzellen). Über den Hör- bzw. den Gleichgewichtsnerv sind diese Zellen mit dem Hör- und Gleichgewichtszentrum des Gehirns verbunden. Die Haarzellen werden durch eine Welle (durch ein umgewandeltes akustisches Signal) mechanisch stimuliert und wandeln diese Schwingungen in elektrische Impulse um. Im Gehirn werden diese Impulse entschlüsselt und verstanden, also "gehört".

Gesundheitsratgeber für Patienten zu den Themen der KV-Sprechstunde. Weitere Informationen bekommen Sie unter www.kvberlin.de/patienten/gesundheitsratgeber.

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Sind Sie ganz Ohr?
(PDF, 42 KB [2 Seiten])

Diagnose und Untersuchungen
(PDF, 42 KB [2 Seiten])

Lärmschwerhörigkeit
(PDF, 43 KB [2 Seiten])

Wann ist man schwerhörig?
(PDF, 46 KB [3 Seiten])

Kinder, die nicht hören können
(PDF, 50 KB [3 Seiten])

Wichtige Adressen
(PDF, 36 KB [1 Seite])
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