Praxen sollten, wo möglich, auf E-Rezept verordnen und Betäubungsmittel- sowie Muster-16-Rezepte diebstahlsicher lagern.
Aktuell treten wieder vermehrt gefälschte Papierrezepte auf, wie der Verband der Ersatzkassen (vdek) in einem Schreiben an die KV Berlin informiert. Auch die KV Berlin erhält regelmäßig Hinweise aus den betroffenen Praxen zu diesem Thema.
Es handelt sich vor allem um Rezeptfälschungen von hochpreisigen onkologischen Arzneimitteln, Betäubungsmitteln wie Fentanyl-Pflastern und GLP-1-Agonisten wie Ozempic® und Mounjaro®.
Neben finanziellen Auswirkungen bergen Fälschungen bei unsachgemäßem und nicht ärztlich überwachtem Einsatz der Arzneimittel vor allem Risiken für die Arzneimitteltherapiesicherheit. Außerdem führe der Missbrauch zu einer verschärfteren Lieferproblematik, so der vdek. Dadurch fehlten bestimmte Arzneimittel den Versicherten, die zwingend auf diese angewiesen sind.
Zusätzlich sind bereits diverse Regressanträge seitens der Krankenkassen bei der Prüfungsstelle eingegangen.
Im Zuge dessen möchte die KV Berlin noch einmal sensibilisieren und auf wichtige Regelungen in Bezug auf den Umgang mit Rezeptfälschungen hinweisen:
- Sichern Sie Papiervordrucke von Rezepten grundsätzlich in Ihren Praxisräumlichkeiten gegen unbefugte Wegnahme
- Bewahren Sie die Vordrucke immer an einem sicheren und verschlossenen Ort auf.
- Vermeiden Sie Blankounterschriften auf den Papiervordrucken.
- Vernichten Sie Papiervordrucke im Falle eines Praxiswechsels oder bei Aufgabe der Betriebsstätte.
- Nutzen Sie E-Rezepte anstelle von Papierrezepten, wo möglich.
- Melden Sie Rezeptfälschungen oder Verdachtsfälle unverzüglich an die Stelle zur Bekämpfung von Fehlverhalten bei der KV Berlin: E-Mail: Korruptionsbekaempfung@kvberlin.de.
- Erstatten Sie Strafanzeige bei der Polizei, gerne mit dem Verweis auf das LKA 43 in Berlin und bewahren Sie den Beleg mit der polizeilichen Vorgangsnummer sorgfältig auf. Der Beleg ist wichtig, um ihn ggf. bei der Wirtschaftlichkeitsprüfung vorzuzeigen und damit zu bestätigen, dass die Rezeptverordnung auf einer Fälschung beruht.
- Bei Heim- und Hausbesuchen:
- Lassen Sie Rezeptvordrucke nicht offen im Auto liegen. Der KV Berlin sind in der Vergangenheit auch Diebstähle aus dem Auto gemeldet worden.
- Sensibilisieren Sie auch Ihr Praxispersonal sowie Vertretungsärzt:innen für dieses Thema.

