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COVID-19: Monoklonale Antikörpertherapie

Bei Patient:innen, die sich in einer frühen Phase einer COVID-19-Infektion befinden und bei denen aufgrund bestimmter Risikofaktoren ein schwerer Krankheitsverlauf und eine stationäre Behandlung zu erwarten sind, hat sich die Verabreichung von monoklonalen Antikörpern in Studien als Therapieoption als günstig erwiesen. Die Therapie sollte frühzeitig im Krankheitsverlauf, möglichst innerhalb von fünf Tagen nach dem Vorliegen eines positiven PCR-Tests, begonnen werden. Die Therapie kann auch als Infektionsprophylaxe bei nicht infizierten Patient:innen angewandt werden, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf auf eine COVID-19-Erkrankung haben. 

Praxen können, wenn Sie über die Voraussetzungen verfügen, die monoklonale Antikörpertherapie selbst anbieten und durchführen. Außerdem können Sie Patient:innen an eine Berliner Klinik oder Praxis verweisen, die die Therapie anbieten. 

Patient:innen kommen für eine monoklonale Antikörpertherapie in Fragen, wenn sie folgende Kriteren erfüllen:

Kriterien für die monokonale Antikörpertherapie

  • Patient:innen im frühen Stadium einer SARS-CoV-2-Infektion (positiver PCR-Test liegt weniger als fünf Tage zurück)
  • Patient:innen sind 50 Jahre oder älter
  • Patient:innen mit hohen Risikofaktoren für einen schweren Krankheitsverlauf bzw. eine Hospitalisierung
  • bisher keine SARS-Cov-2-Impfung bisher erfolgt
  • Mögliche Risikofaktoren:
    • Adipositas
    • Diabetes
    • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
    • Muskeldystrophie oder vergleichbare neuromuskuläre Erkrankung
    • Leberzirrhose oder eine andere chronische Lebererkrankung
    • Chronische Nierenerkrankung
    • Laufende Chemotherapie
    • Zustand nach Organtransplantation
    • Zustand nach Stammzellentransplantation und fortlaufende Immunsuppression
    • B-Zell-Depletion (z. B. Rituximab-Therapie)
    • HIV-Infektion mit schlecht kontrollierter Erkrankung
    • Down-Syndrom (Trisomie 21)

 

Zugelassene Arzneimittel

 

Arzneimittel, Wirkstoff und  Zulassungsstatus

Aktuelle Verfügbarkeit zur ambul. Versorgung

ProphylaxeTherapieErgänzende Hinweise

Ronapreve®

Casivirimab/ Imdevimab
zugelassen

Produktinfo

JaJaJa
  • bei Patient:innen, die keinen Sauerstoff benötigen und ein erhöhtes Risiko für einen schweren COVID-19 Verlauf haben
  • Muster 16 Kostenträger BAS
  • jedoch bei der sich ausbreitenden Omikron-Variante des SARS-CoV-2 möglicherweise nicht wirksam (Info dazu vom KBV und PEI)

Regkirona®

Regdanvimab
zugelassen

Produktinfo
NeinNeinJa
  • zukünftig soll auch das Fertigarzneimittel Regkirona® zur Behandlung von erwachsenen COVID-19-Patient:innen, die keinen Sauerstoff benötigen und ein hohes Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf haben, eingesetzt werden können
  • Die Gabe von Regkirona® ist zu Lasten der GKV möglich, sobald das Mittel im Markt verfügbar ist
  • dazu ist eine normale Arzneimittelverordnung (Muster 16 Formular) und die Belieferung über die Apotheken vor Ort vorgesehen

RoActemra®

Tocilizumab
zugelassen

Produktinfo

JaNeinJa
  • Zulassung seit 07.12.2021 zur Behandlung von Erwachsenen mit schwerem COVID-19, die eine systemische Behandlung mit Kortikosteroiden erhalten und zusätzlich Sauerstoff oder eine mechanische Beatmung benötigen
  • Die Gabe ist zu Lasten der GKV möglich
  • dazu ist eine normale Arzneimittelverordnung (Muster 16 Formular) und die Belieferung über die Apotheken vor Ort vorgesehen
  • RoActemra® war zuvor in der EU bereits zur Behandlung von Entzündungskrankheiten des rheumatischen Formenkreises und CRS zugelassen

Xevudy®

Sotrovimab
zugelassen

Produktinfo
JaNeinJa
  • bei Patient:innen, die keinen Sauerstoff benötigen und ein erhöhtes Risiko für einen schweren COVID-19 Verlauf haben
  • Muster 16 Kostenträger BAS
  • es soll auch vor der Omikron-Variante schützen
  • weitere Informationen finden Sie hier.

Evusheld®

Tixgevimab/ Cilgavimab
zugelassen

Produktinfo
JaJaJa
  • zugelassen
  • in begründeten Einzelfällen für bestimmte Hochrisikopersonen (siehe KBV-PraxisNachricht) zur Präexpositionsprophylaxeeiner Cononavirus-19-Erkrankung bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren (mind. 40kg Körpergewicht)
  • Behandlung einer Cononavirus-19-Erkrankung bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren (mind. 40kg Körpergewicht) die keine zusätzliche Sauerstoffzufuhr benötigen und bei denen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 besteht
  • Es ist unter anderem für Patient:innen vorgesehen, deren Immunsystem aufgrund von Grunderkrankungen oder immunschwächender Therapien mittel- bis schwergradig beeinträchtigt ist und für die eine unzureichende eigene Immunantwort auf SARS-CoV-2 besteht
  • Verordnung über Muster 16 patient:innenindividuell 
  • zu Kassenlasten 
  • Information der EMA

 

 

Wenn Praxen die Infusionstherapie nicht selbst durchführen, können die Patient:innen, welche die Voraussetzungen für die monoklonale Antikörpertherapie (MAK-Therapie) erfüllen und bei denen eine Therapie im Rahmen eines individuellen Heilversuchs angezeigt ist, an andere Praxen oder Kliniken verwiesen werden, bei denen die Therapie möglich ist. Bitte beachten: Bevor Patient:innen zu einer der angegebenen Stellen geschickt werden, sollte die Praxis Kontakt mit der Praxis/Klinik aufnehmen. 

Berliner Kliniken und Praxen, die die mAK-Therapie anbieten

PraxisAdresse

Zentrum für Infektiologie (zibp)
Dr. Axel Baumgarten
Facharzt für Allgemeinmedizin, Hausärztliche Versorgung, 
Schwerpunkt HIV/Hepatitis/STD/Infektionsmedizin

Driesener Straße 20
10439 Berlin
030 / 233 212-665

Hausärztliches MVZ am Kutschi 
Dr. Marc Kurepkat
Facharzt für Allgemeinmedizin

Ollenhauerstraße 3-5
13403 Berlin
030 / 452 86 96

Praxis Korok - Hausärzte in Karlshorst
Kai Korok
Arzt für Allgemeinmedizin

Rheinsteinstrasse 1
10318 Berlin
030 / 501 515 915

Infektiologisches Zentrum Steglitz (IZS)
Dr. Nicolai Bottez
Facharzt für Allgemeinmedizin, Infektiologie (DGI)

Schloßstraße 119
12163 Berlin
0170 / 47 74 47 1

die hausärzte
Silke Weck (vorm. Klare)
Fachärztin für Innere Medizin

Stargarder Straße 69
10437 Berlin Pankow
030 / 448 14 15

Hausarztpraxis am Steubenplatz
Dr. Mariska Janssen
Fachärztin für Innere Medizin

Reichsstraße 84 a
14052 Berlin-Charlottenburg
030 / 300 999 70
Dr. Bernd Steinheuer
Praktischer Arzt
Borkzeile 10
13583 Berlin
030 / 333 15 10
Dr. med. Anton Kugler / Astrid Vonau
Praxis für Allgemeinmedizin / Suchtmedizin
Askanischer Platz 1
10963 Berlin
030 / 254 206 11    
0170 / 200 67 00 

 

Welche Kliniken bieten in Berlin die Infusionstherapie an? 
KlinikKontakt

Helios Klinikum Emil von Behring
Walterhöferstraße 11, 14165 Berlin

Dr. med. David Krieger

  • 030 / 810 262 215
  • Erreichbarkeit: 08:30 – 16:00 Uhr

St. Joseph Krankenhaus Berlin Tempelhof
Wüsthoffstraße 15, 12101 Berlin

Dr. med. Hartmut Stocker

Charité Universitätsmedizin Campus Mitte
Charitéplatz 1, 10117 Berlin

Prof. Dr. Norbert Suttorp

  • Anmeldung erfolgt nur über Arzt-zu-Arzt-Kontakt.
    Patient:innen können sich nicht selbst anmelden.
  • 030 / 450 57 00

Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum Berlin-Schöneberg
Rubensstr. 125, 12157 Berlin

Dr. Caroline Isner

  • 030 / 130 202 596
  • 24/7 Hotline

Park-Klinik Weißensee
Schönstraße 80, 13086 Berlin

Dr. Britta Brien, Leiterin Klinikmanagement

  • 030 / 962 848 452
  • Erreichbarkeit: Mo-Fr 8:00 – 15:00 Uhr

Schlosspark-Klinik Charlottenburg
Heubnerweg 2, 14059 Berlin

Dr. Britta Brien, Leiterin Klinikmanagement

  • 030 / 3264 1956
  • Erreichbarkeit: Mo-Fr 8-15 Uhr

Vivantes Klinikum Spandau
Neue Bergstraße 6, 13585 Berlin 

Prof. Dr. Sven Gläser

  • 030 / 130 132 651

Vivantes Klinikum Neukölln
Rudower Straße 48, 12351 Berlin

Prof. Dr. Sven Gläser

  • 030 / 130 142 030

Vivantes Klinikum im Friedrichshain
Landsberger Allee 49, 10249 Berlin

Dr. Jakob Borchardt

  • 030 / 130 232 251

Ev. Elisabeth Klinik
Lützowstr. 24-26, 10785 Berlin

Dr. Angelika Behrens

  • 030 / 250 63 74

Helios Klinikum Berlin-Buch
Schwanebecker Chaussee 50, 13125 Berlin

Daniel Amrein, Geschäftsführung

  • 030 / 940 155 500

Caritas-Klinik Maria Heimsuchung Berlin-Pankow
Breite Straße 46/47, 13187 Berlin

Chefarzt Dr. med. Thomas König, Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin
Ltd. Oberärztin Anne Wiegand, Innere Medizin - Gastroenterologie

  • 030 / 475 173 71
  • 030 / 475 173 31

Martin Luther Krankenhaus
Caspar-Theyß-Straße 27-31, 14913 Berlin 

Professor Hubertus Mönnikes

  • 030 / 895 53 111

 

Hinweise für Praxen, die die MaK-Therapie selbst durchführen möchten

Praxen können die Infusionstherapie auch selbst durchführen. 

Vor Beginn der Infusion muss eine ausführliche Aufklärung der Patient:innen durch die Ärzt:innen erfolgen. Für die Gabe der Infusion muss rund eine Stunde eingeplant werden – hinzukommt ca. eine Stunde Nachbetreuung der Patient:innen. Die Praxen müssen die Verabreichung außerdem sorgfältig dokumentieren.

Der Anspruch auf die Präexpositionsprophylaxe mit Evusheld ist seit dem 8. April 2023 mit der COVID-19-Vorsorgeverordnung geregelt. 

Abrechnung und Vergütung

LeistungGOPVergütung
Therapie mit monoklonalen Antikörpern bei einem mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Patienten (§ 2 Abs. 2 Nr. 1)88400

360 Euro

 

Prophylaxe mit monoklonalen Antikörpern bei einem nicht mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Patienten mit einem erhöhten Risiko eines schweren Verlaufs (§ 2 Abs. 2 Nr. 2)88401150 Euro
Zuschlag für einen Besuch im Zusammenhang mit der GOP 88401 (§2 Abs. 2 Nr. 2)88402 60 Euro
Lagerung und Abgabe von monoklonalen Antikörpern von der Krankenhausapotheke an den Leistungserbringer (§ 4 Abs. 2) (Abrechnung durch Leistungserbringer)8840340 Euro