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Häufige Fragen und Antworten (FAQ)

Auf dieser Seite stellen wir häufige Fragen und Antworten zu verschiedenen aktuellen sowie generellen Themen der vertragsärztlichen Versorgung bereit.  

Coronavirus: COVID-19-Impfung für Ärztinnen und Ärzte

Stand: 15.01.2021

1. Welche Gruppen gehören laut §2 der Impfvereinbarung zur höchsten Priorität?

  • (2) ärztliches Personal in mobilen Teams, Ärzte in Pflegeheimen 
  • (3) Nicht-Ärztliches Personal aus Praxen, welches ebenfalls in Pflegeeinrichtungen behandelt
  • (4) ärztliches Personal aus Impfzentren, Ärztlicher Bereitschaftsdienst, Notdienstpraxen, Covid-Praxen, SAPV-Praxen 
  • (5) Onkologen und onkologisch tätige Praxen, sowie Dialyseeinrichtungen  

2. Gibt es schon Informationen, wann Ärztinnen/Ärzte und die Fahrerinnen/Fahrer im ärztlichen Bereitschaftsdienst geimpft werden?
Nein, es gibt noch keine genauen Informationen dazu, wann die einzelnen Gruppen aus dem §2 der Impfverordnung geimpft werden. Auch die höchste prioritäre Gruppe dauert länger, aufgrund des knappen Impfstoffes.

3. Können wir uns einen Termin im Impfzentrum machen und uns dort impfen lassen? 
Nein, jeder erhält eine Einladung. Ohne Terminvereinbarung und dem dazugehörigen Code, ist eine Impfung nicht möglich.

4. Werden auch die diensthabenden Ärztinnen und Ärzte geimpft?
Ja, das in den Impfzentren tätige Personal wird auch geimpft. Hierbei ist folgendes zu beachten:

  1. Die Impfärzte aus den mobilen Teams erhalten bis zum 22. Januar von der Senatsverwaltung eine Mail mit einem Code, sowie einen Termin für Ihre Impfung. Aufgrund der Planung ist dies nicht anders möglich, aber so erhalten Sie innerhalb der Gruppe mit der höchsten Priorität Ihre Impfung. Danach werden die weiteren Gruppen sukzessiv eingeladen, dazu gehören auch die Ärztinnen und Ärzte aus den Impfzentren. Bitte bringen sie zum Impftermin die notwendigen Unterlagen mit.
  2. Sollten Sie sich eine Impfung selber verabreicht haben, ohne dass diese dokumentiert wurde, wenden sie sich bitte unter Angabe Ihrer Daten (Name, Vorname, Geburtsdatum, LANR, Dienst und damit das Datum wann sie sich selber geimpft haben, E-Mail) an Dort werden Ihre Daten aufgenommen und Ihnen wird per Mail ein Termin, sowie ein Code zugesendet. Dies kann ein paar Tage dauern, da die Aufnahme in das System Zeit in Anspruch nimmt.

bitte beachten Sie auch folgende wichtige Hinweise

  • Derzeit ist noch nicht genügend Impfstoff vorhanden, um eine schnellere flächendeckende Impfung zu gewährleisten.
  • Bitte sehen sie von Impfungen ohne Code und Dokumentation (ohne Termin) bei sich selbst ab. Auch wenn am Ende der Schicht Dosen übrig sein sollten.
  • Es ist zwingend erforderlich, dass die Impfungen über das System laufen!!!
  • Die Listen der Ärzte aus den mobilen Impfteams und den Impfzentren liegen dem Senat vor. Der Senat hat hier die Handhabe über den Versand der Einladungen.
  • Sie als „Impfärzte“ befinden sich laut Impfverordnung in der Gruppe mit der höchsten Priorität. Aber auch in dieser Gruppe dauert eine vollständige Impfung der Berechtigten seine Zeit. 

5. Ich habe bereits eine Erstimpfung erhalten, habe aber keinen Zweittermin und keinen Code. An wen kann ich mich wenden?
Eine Impfung ist ausschließlich erlaubt, wenn Sie laut Impfvereinbarung auch berechtigt sind diese Impfung zu erhalten. Bitte wenden Sie sich hier an den Senat unter: .

Wir als KV haben keine Handhabe für die Vergabe von Terminen.

Coronavirus: Impfzentren und mobile Impfteams

Die KV Berlin unterstützt den Aufbau und Betrieb der Berliner Impfzentren und mobiler Impfteams. Generelle Information finden Sie auf der Infoseite.

Die häufigen Fragen und Antworten werden fortlaufend ergänzt und angepasst. Bitte informieren Sie sich hier regelmäßig. Wir erhalten derzeit sehr viele E-Mails und Anrufe zum Thema, die wir nicht mehr anspruchsgerecht beantworten können. Bitte haben Sie hierfür Verständnis und sehen, wenn möglich, von Anfragen per E-Mail oder Telefon ab. Für dringende Anfragen wenden Sie sich an .

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir bspw. aufgrund unklarer Impfstofflieferungen die Dienstplanung mitunter ad hoc anpassen müssen. Wir informieren Sie in solchen Fällen über die in BD-Online hinterlegte E-Mail-Adresse.

Stand: 12.01.2021

Teilnahme und Impftätigkeit

Dürfen auch Nicht-Vertragsärzte in den Impfzentren impfen?
Ja, wir haben hierfür ein Online-Anmeldeverfahren über die Website der KV Berlin  etabliert. Wir danken für die zahlreichen Anfragen von Nicht-Vertragsärztinnen und -ärzten, können diese aber nicht individuell beantworten. Bitte verfolgen Sie hierzu die aktuellen Entwicklungen selbständig auf unserer Website und in dieser Rubrik.

Wie kann ich mich für Impfdienste anmelden?

  • Die KV Berlin hat hierfür die Dienstplanungssoftware „BD-Online“ angepasst. Ein Link zur Anmeldung wurde am 1. Dezember 2020 an die uns bekannten E-Mail-Adressen von Vertragsärztinnen und –ärzten versandt.
  • Sofern Sie eine Medizinische Fachangestellte zu Ihrer Entlastung mitbringen, machen Sie das bitte durch die einfache Angabe per Mausklick kenntlich.

Ich habe keinen Aktivierungslink für „BD-Online“ erhalten. Was kann ich tun?
Aktivierungslinks wurden an diejenigen E-Mail-Adressen versandt, an die auch die Informations-E-Mail zum Aktivierungslink versandt wurde. Bitte prüfen Sie daher auch Ihren Spamordner. Aktivierungslinks werden mithilfe unseres Dienstplanungssystem „BD-Online“, das originär für die Bereitschaftsdienstplanung eingesetzt wird, versandt. Falls Sie keinen Aktivierungslink erhalten haben, teilen Sie uns bitte per E-Mail an mit, welche E-Mail-Adresse wir für Sie hinterlegen können. Bitte schreiben Sie in die Betreffzeile „Aktivierungsmail“, so ist eine zügigerer Bearbeitung möglich.

Wen kontaktiere ich, bei Login Problemen beim BD-online?
Bitte wenden sie sich bei Anfragen bzgl. Dienstplanung, Log-In Problemen etc. an .

Was muss ich alles für meine Tätigkeit in einem Impfzentrum mitbringen?

  • Utensilien, die Sie für eine Anamnese und Feststellung der Impffähigkeit benötigen, bspw. Stethoskop.
  • Kittel empfohlen
  • FFP2-Masken für Ihren Impfdienst
  • LANR & BSNR
  • Impfstempel / Praxisstempel
  • eigene Verpflegung

Welche Aufgaben umfasst die Impftätigkeit?

  • Aufklärungsgespräche führen (Impfberatung)
  • Impftauglichkeit prüfen,
  • Dokumentation der durchgeführten Maßnahmen (Kontrolle der Tätigkeit des Dokumentationsassistenten)
  • Impfen (delegierbare Leistung)
  • Kontrolle der Impfdosis bezüglich Verwendbarkeit
  • ggf. Feststellung einer akuten Impfreaktion, ggf. Dokumentation, diesbezüglich und ggf. Notfallerstversorgung

Wie soll die Dokumentation erfolgen?
Elektronische Dokumentationen erfolgen in dem IT-System „Doctolib“ durch einen Dokumentationsassistenten. Ärztinnen und Ärzte sind für Vollständigkeit und inhaltliche Richtigkeit verantwortlich. Für das Impfbuch ist ein Einleger auszufüllen. Alle Unterlagen werden nach elektronischer Speicherung dem Impfling im Anschluss ausgehändigt.

Muss die Unterstützung des Arztes eine abgeschlossene MFA-Ausbildung besitzen?
Nein. Ihre Unterstützung wird in Ihrem Wirkungskreis tätig und übernimmt die von Ihnen delegierten Tätigkeiten. Insofern obliegt es Ihnen einzuschätzen, ob die delegierte Tätigkeit fachgerecht durchgeführt wird. Daher können auch entsprechend angelernte Fachkräfte für Sie impfen, die keine abgeschlossen MFA-Ausbildung besitzen.

Muss ich die Impftätigkeit meiner Berufshaftpflichtversicherung melden?
Bitte prüfen Sie, ob die abgeschlossene Berufshaftpflichtversicherung die Impftätigkeit in Impfzentren einschließt. Bitte teilen Sie Ihrer Berufshaftpflichtversicherung die Tätigkeit im Impfzentrum bzw. dem mobilen Impfteam mit.

Für welche Impfschäden im Rahmen einer Tätigkeit in Impfzentren oder bei mobilen Impfteams können Ärzte haftbar gemacht werden?
Im Kooperationsvertrag zwischen der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung und der KV Berlin wurde Folgendes vereinbart: „Die in den Impfzentren und mobilen Impfteams tätigen Ärzt*innen haften für vorsätzliche und grob fahrlässige Schadensverursachung. Die Vertragsparteien gehen davon aus, dass für fahrlässige und leicht fahrlässige Schadensverursachung die Berufshaftpflichtversicherungen der Ärzt*innen eingreift. Sofern dies nicht zutrifft, stellt das Land Berlin die Ärzt*innen insoweit von der zivilrechtlichen Inanspruchnahme durch Dritte frei.“

Wurde ein Unfallversicherungsschutz für das sogenannte medizinische Hilfspersonal und die beteiligten Ärzte vereinbart? Entstehen für die aktiv Beteiligten Versicherungskosten? Und wenn ja, in welcher Höhe? 
Es wurde für den Einsatz der Ärzte in den Impfzentren / Mobilen Impfteams kein gesonderter Unfallschutz vereinbart. Insofern ist jeder tätige Arzt hierfür selbst verantwortlich, da er ja als Selbständiger tätig wird.
 

Wie wird die ärztliche Tätigkeit vergütet?

  • Die Vergütung für die selbständige ärztliche Tätigkeit beträgt 120 Euro Stunde.
  • Sofern Ärzte eine MFA/Fachkraft zu ihrer Entlastung in die Impfzentren mitbringen, werden 180 Euro pro Stunde an die diensthabenden Ärzte gezahlt. Zur buchhalterischen Handhabung empfehlen wir die Rücksprache mit einem Steuerberater.
  • Die Auszahlung erfolgt über die KV Berlin auf die angegebene Kontoverbindung. Die KV Berlin behält einen Verwaltungskostensatz in der Höhe von 2,4 Prozent ein.
  • Die KV Berlin muss sich die Dienstteilnahme von Leitung des Impfzentrums/Einsatzleitung der mobilen Teams bestätigen lassen; nehmen Sie bitte zur Bestätigung Ihrer Dienstteilnahme selbständig Kontakt mit Leitung des Impfzentrums/Einsatzleitung auf.
  • Ein Ausfallhonorar für abgesagte Impfdienste kann derzeit nicht zugesagt werden. Hierzu steht die KV Berlin in Verhandlung mit der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung.

Ich kann einen Dienst kurzfristig nicht wahrnehmen. Was muss ich tun?
Bei kurzfristigen Verhinderungen geben Sie bitte umgehend den Dienst per BD-Online ab. Zusätzlich schreiben Sie bitte eine E-Mail an ndp@kvberlin.de mit dem Betreff „Dringlich! – Verhinderung“.

Kann ich als angestellte/r Ärztin oder Arzt einer Vertragsarztpraxis in den Impfzentren/mobilen Impfteams tätig werden?

Ja das können Sie. Dafür müssen Sie als angestellte/r Ärztin oder Arzt in einer Vertragsarztpraxis für den Praxisinformationsdienst (PID) der KV Berlin angemeldet oder beim Arztregister eine persönliche E-Mail-Adresse hinterlegt haben. In diesem Fall wurde Ihnen bereits automatisiert eine Aktivierungscode zugesendet (zuweilen finden Sie diese Benachrichtigung auf in Ihrem Spamordner). 

Falls Sie keinen Aktivierungslink erhalten haben, teilen Sie uns bitte per E-Mail an mit, welche E-Mail-Adresse wir für Sie hinterlegen können. Bitte schreiben Sie in die Betreffzeile „Aktivierungsmail“, so ist eine zügigerer Bearbeitung möglich.

Bitte beachten Sie, dass Sie Ihre Teilnahme am Dienst in den Impfzentren mit Ihrem Arbeitgeber besprechen (z.B. Nebentätigkeit). Die Vergütung dieser Dienste wird auf das Honorarkonto Ihres Arbeitgebers überwiesen.

Aufgrund der vielen Anfragen bitten wir um Verständnis, dass die Bearbeitung Ihrer Teilnahmeerklärung etwas Zeit in Anspruch nimmt. Bitte sehen Sie von telefonischen Anfragen ab.

Impfstoff und Impfung

Welcher Impfstoff wird in den Impfzentren verwandt?
In allen Impfzentren wird zunächst nur der mRNA-Impfstoff von BioNTech verwendet. In Kürze wird auch der MODERNA-Impfstoff in Berlin zur Verfügung stehen, der im Erika-Heß-Stadion zum Einsatz kommen wird.

Wie kann ich mich fachlich auf die Impfung bzw. den Impfstoff vorbereiten?
Impferfahrung haben Sie uns bestätigt bzw. im Rahmen Ihrer Ausbildung/Tätigkeit erworben.
Die Zweitimpfung mit dem BioNTech-Impfstoff sollte 21 Tage nach der Erstimpfung erfolgen. Für das Einladungswesen ist allerdings die Senatsverwaltung zuständig.
Zur Information zum Impfstoff erhalten Sie diverse Informationen in einer Infomappe. Der Link wird Ihnen per E-Mail zugeschickt.

 

Impfzentren

An welchen Standorten werden Impfzentren aufgebaut?
Arena Berlin, Erika-Heß-Eisstadion, Flughafen Tegel (Terminal C), Flughafen Tempelhof, Messe Berlin (Messehalle 21), Velodrom

Wie sind die Dienstzeiten für ärztliches Personal in den Impfzentren?

  • Frühschicht: 08:30 bis 14:00 Uhr
  • Spätschicht: 13:30 bis 19:00 Uhr

Finden in den Impfzentren Einweisungen statt?
Ja. Die Einweisungen finden morgens (08:30 - 09:00 Uhr) und mittags (13:30 - 14:00 Uhr) statt.

Kann ich eine MFA zum Einsatz mitbringen?
In den Impfzentren können MFA Ihre ärztliche Tätigkeit entlasten. Bitte bringen Sie jedoch höchstens eine MFA mit. Machen Sie dies bitte in BD-Online in dem dafür vorgesehenen Feld kenntlich, sodass wir es bei der Vergütung entsprechend berücksichtigen können.
Achtung: Sofern Sie eine MFA zu Ihrer Tätigkeit in einem Impfzentrum mitbringen, muss diese über Sie als Arbeitgeber versichert sein. Sie wird in Ihrem Auftrag tätig. Zwischen der MFA und der KV Berlin besteht kein Rechtsverhältnis.

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Mobile Impfteams

Wie viele mobile Impfteams sind berlinweit im Einsatz?
Im Einsatz sind derzeit ca. 36 mobile Teams. Manche Teams werden jedoch mit zwei Ärzten besetzt, so dass dennoch 60 Ärzte pro Tag für die mobilen Teams erforderlich sind.

Wie sind die Dienstzeiten der mobilen Teams?
08:30 bis 18:00 Uhr

Wo starten die mobilen Impfteams?
Alle Mobilen Impfteams starten ab Flughafen Tegel, Terminal C. Diensthabende Ärztinnen und Ärzte sollten bereits 08:15 Uhr, spätestens 08:30 Uhr vor Ort sein.

Wie sind die mobilen Impfteams besetzt und ausgestattet?
Die Teams bestehen aus: Fahrer, Dokumentationsassistenz, Fachkraft zur Impfstoffzubereitung, Betreuungsassistenz, Arzt. Ein eigenes Auto ist nicht erforderlich. Notfallausstattung und persönliche Schutzausrüstung sind vorhanden.

Wie kann ich mich für Impfdienste in mobilen Teams eintragen?

  • Die KV Berlin hat hierfür die Dienstplanungssoftware „BD-Online“ angepasst. Falls Sie bisher keinen Aktivierungslink erhalten haben, teilen Sie uns bitte mit, welche E-Mail-Adresse wir für Sie hinterlegen können.
  • In „BD-Online“ können Sie den Einsatzort der mobilen Impfteams erkennen und entsprechende Dienste buchen.

Kann ich eine MFA zum Einsatz mitbringen?
Die Erfahrungen haben gezeigt, dass eigene MFA für die mobilen Teams nicht notwendig sind. Bitte
bringen Sie daher keine MFA für die mobilen Impfteams mit.

Coronavirus: Corona-Rettungsschirm

Mindert sich in Folge der Corona-Pandemie versorgungsbereichsspezifisch die Behandlungsfallzahl der Praxis gegenüber dem Vorjahresquartal, leistet die KV Berlin seit dem ersten Quartal 2020 von Amts wegen versorgungsbereichsspezifisch Zahlungen an die Praxis zur Sicherstellung der Versorgung. Generelle Informationen zum Corona-Rettungsschirm finden Sie hier. Untenstehend beantworten wir häufig gestellte Fragen zum Thema.

Stand: 04.12.2020

Voraussetzungen für eine Schutzschirmzahlung

Welche Kriterien müssen für eine Schutzschirmzahlung erfüllt sein?
Vertragsärztinnen und -ärzte erfüllen die Voraussetzung für eine Schutzschirmzahlung, wenn gegenüber dem Vorjahresquartal ein mehr als 10-prozentiger, pandemiebedingter (urlaubsbedingte Praxisschließungen u. ä. ausgeschlossen) Rückgang von Patientenzahlen und Honorar zu verzeichnen ist.

Vertragspsychotherapeutinnen und -therapeuten erfüllen die Voraussetzung für die Schutzschirmzahlung bei einem mehr als 10-prozentigen, pandemiebedingten Honorarrückgang gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Fallzahl wird hier im Bescheid mit „0“ ausgewiesen.

Antragstellung

Genereller Hinweis zur Antragstellung: Füllen Sie die Schutzschirmabfrage bitte sorgfältig und gewissenhaft aus. Lassen Sie Eintragungen nicht von Dritten vornehmen. Sie versichern uns, dass Sie alle Angaben vollständig und richtig übersandt haben. Darauf verlässt sich die KV Berlin.
Falsche Angaben sind gegebenenfalls später nicht mehr änderbar und bedeuten einen deutlichen Honorarverlust.

Ich habe eine Zahlung aus dem Corona-Rettungsschirm erhalten, jedoch keinen Antrag gestellt. Handelt es sich um einen generellen Schutzschirm?
Im Rahmen der Quartalsabrechnung wurde im Online-Portal der KV Berlin abgefragt, ob Sie Schutzschirmzahlungen beanspruchen oder darauf verzichten möchten. Sollten Sie die Abfrage bestätigt haben, womöglich, um Sie zu schließen, haben Sie ggf. einer Beantragung auf Zahlungen aus dem Corona-Schutzschirm zugestimmt. Die KV Berlin sieht keinen generellen Corona-Schutzschirm vor. Sollten Sie eine Zahlung erhalten haben, basiert diese auf Ihren getätigten Angaben im Online-Portal.
Die Zahlung aus dem Corona-Schutzschirm steht generell unter Vorbehalt. Sofern Sie aus Ihrer Sicht unberechtigte Schutzschirmzahlungen erhalten haben, nehmen Sie bitte, um ggf. späteren Rückforderungen vorzubeugen, Kontakt zu uns auf.

Für welches Quartal muss ich erhaltene Soforthilfen eintragen?
Grundsätzlich muss die Angabe erhaltener Soforthilfen quartalsbezogen erfolgen. Wenn Sie eine Zahlung für das zweite Quartal 2020 erhalten haben, geben Sie diese bitte auch nur für das zweite Quartal 2020 an. Sollte es sich um quartalsübergreifende Zahlungen handeln (z. B. Entschädigungszahlung nach dem Infektionsschutzgesetz), geben Sie bitte den Bewilligungszeitraum an, die Gelder werden dann anteilig berücksichtigt.

Kann ich auch später noch nachschauen, was ich für Angaben gemacht habe?
Ihre Angaben werden im Online-Portal der KV Berlin gespeichert. Sie können diese auch nachträglich unter Coronavirus-Abfragen ->Abfrage zu erhaltenen Entschädigungszahlungen einsehen und bei Bedarf ändern (z. B. bei Rückzahlung erhaltener Soforthilfe der IBB). Änderungen sind nur zeitlich begrenzt möglich, mindestens jedoch bis zu einen Monat nach Quartalsende.

Muss ich bei den Entschädigungszahlungen auch erhaltene Zahlungen aus dem Corona-Schutzschirm mit angeben?
Nein. Bitte geben Sie nur Entschädigungszahlungen gemäß Infektionsschutzgesetz und sonstige Zahlungen an (z.B. Corona-Soforthilfen der IBB).

Ich habe Rücklagen gebildet für schwierige Zeiten bzw. eine private Versicherung abgeschlossen, die nun Zahlungen geleistet hat, sind diese auch unter Entschädigungszahlungen anzugeben?
Aus eigenen Mitteln gesparte Rücklagen oder ähnliches fallen nicht unter die Entschädigungszahlungen und sonstigen Hilfen.

Was mache ich, wenn ich im Online-Portal keine Eintragungen für den Schutzschirm vornehmen kann?
Bitte nehmen Sie umgehend Kontakt zu uns auf. Bitte senden Sie hierzu eine E-Mail an:

Honorar

Was bedeutet Gesamthonorar und warum stimmt es nicht mit meinen Zahlen aus dem Honorarfestsetzungsbescheid bzw. meines Kontoauszuges überein. Wie kommt es zu dieser Differenz?
Der Unterschied resultiert aus drei möglichen Gründen:

1. Es werden nicht alle Honoraranteile aus dem Vorjahresquartal berücksichtigt.
Es werden ausschließlich Honoraranteile der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) berücksichtigt. Sie finden diese Angabe in Ihrem Honorarfestsetzungsbescheid in der Honorar-Gesamtübersicht (GESABEV) unter dem Punkt „Honorar Gesetzliche Krankenversicherung (Summe)“. Die Honorarbestandteile für „Sonstige Kostenträger“ werden für den Corona-Rettungsschirm nicht berücksichtigt. Des Weiteren werden bestimmte Honoraranteile gar nicht bzw. nur zu 5 Prozent berücksichtigt. Dies können Sie im „Eckpunktepapier“ einsehen. Das „Eckpunktepapier“ regelt die Ausgleichszahlungen nach § 87a Abs. 3b SGB V. 

2. Umrechnung mit dem aktuellen Tätigkeitsumfang
Der größere Anteil der Honorardifferenz entsteht durch die Umrechnung des Tätigkeitsumfanges, welcher in Ihrer Praxis beispielsweise im ersten Quartal 2019 und ersten Quartal 2020 vorlag. Lag in einer Praxis im ersten Quartal 2019 ein Tätigkeitsumfang von 2,0 und im ersten Quartal 2020 von 1,0 vor, passen wir mit dem aktuellen Tätigkeitsumfang das Vergleichshonorar des Vorjahresquartals an. 

Beispiel:
Gesamthonorar i.H.v. von 50.000 Euro in 2019-1
Tätigkeitsumfang in 2019-1 = 2,0
Tätigkeitsumfang in 2020-1 = 1,0 
Das Honorar wird an den aktuellen Tätigkeitsumfang angepasst: 50.000 € / 2 * 1 = 25.000 €
(vgl. S. 2 Bescheides, Erläuterungen)

3. Nachvergütungen 
Zudem genügt es unter Umständen nicht, die Honorarfestsetzungsbescheide (HFB) miteinander zu vergleichen, bspw. wenn es nachträgliche Anpassungen (z. B. Änderung der Bewertung von Gebührenordnungspositionen) gab, die bei der Schutzschirmberechnung berücksichtigt wurden, im ursprünglichen HFB jedoch noch nicht.

Fallzahlen

Wieso stimmt die angegebene Fallzahl nicht mit meinen Fallzahlen im z. B. PVS, HFB überein?
Die für den Corona-Rettungsschirm relevante Fallzahl sind die Behandlungsfälle Ihrer Praxis, in denen eine Versicherten-, Grund- oder Konsiliarpauschale abgerechnet wurde. Allerdings werden für den Corona-Rettungsschirm ausschließlich die Fälle bei Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) berücksichtigt. Sonderkostenträger und Privatversicherte können hierbei nicht berücksichtigt werden. Eine abweichende Fallzahl kann sich auch ergeben, wenn sich die personelle Zusammenstellung (Veränderungen im Tätigkeitsumfang) in Ihrer Praxis zwischen Referenzquartal und Hauptquartal änderte. Um die Vergleichbarkeit der Fallzahlen auch in diesem Fall zu ermöglichen, wird die Fallzahl des Referenzquartals (Vorjahresquartal) an die geänderten Bedingungen angepasst. Beispielsweise wies eine Praxis im Referenzquartal insgesamt 2,5 Tätigkeitsumfänge und 100 Fällen auf. Im Hauptquartal sind nun fünf Tätigkeitsumfänge vor. Um einen Vergleich zu ermöglichen, werden die 100 Fälle des Referenzquartals durch die 2,5 Tätigkeitsumfänge geteilt und nachfolgend mit den fünf Tätigkeitsumfängen multipliziert. Das Ergebnis von 200 Fällen wird nun für die Prüfung des Corona-Rettungsschirms für das Referenzquartal herangezogen. Für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ist ausschließlich der Honorarrückgang maßgeblich für den Anspruch auf Zahlungen aus dem Corona-Rettungsschirm, aus diesem Grund wird hier im Referenz- und Hauptquartal jeweils „0“ ausgegeben.

In den zahlungsbegründenden Unterlagen (Bescheid) finden Sie auf Seite 2 eine Erläuterung zur Berechnung der Fallzahlen.

Weshalb wird bei mir eine Fallzahl von 0 Fällen geführt?
Bei Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten wird bei der Prüfung nur auf den Honorarrückgang abgestellt. Fallzahlrückgang oder -steigerung haben keine Auswirkungen auf die Schutzschirmberechnung.

Neupraxen

Warum bekomme ich als Neupraxis Zahlungen, obwohl ich gar keine Vorjahreswerte vorweisen kann bzw. kann ich auch als Neupraxis Schutzschirmzahlungen erhalten?
In diesen Fällen leiten wir den Anspruch auf Schutzschirmzahlungen aus den Durchschnittswerten des Vorjahresquartals Ihrer Fachgruppe ab. Hierbei berücksichtigen wir alle Fälle und das Gesamthonorar je Arztgruppe und setzen dies ins Verhältnis zum gesamten Tätigkeitsumfang der jeweiligen Arztgruppe.

Inwieweit werden die Fallzahlen und Honorare meines Vorgängers bei der Berechnung berücksichtigt?
Bei der Ermittlung der Anspruchshöhe auf Schutzschirmzahlungen vergleichen wir die Honorare der Praxis von z. B. dem ersten Quartal 2019 zum ersten Quartal 2020. Hierbei ist das Aufgreifkriterium die Betriebsstättennummer (BSNR). Ohne Referenzquartal für Ihre BSNR erfolgt die Berechnung der Schutzschirmzahlung nach Neupraxen-Regelung (vgl. vorhergehende FAQ).

Schutzschirmzahlungen

Bis zu welchem Betrag wird mein Honorar gestützt?
Die Zahlungshöhe des Corona-Rettungsschirms erfolgt nicht immer in voller Höhe des Bedarfes, den eine Praxis hat, sondern ist limitiert. Der Rahmen für die maximale Stützungshöhe richtet sich einerseits nach dem Gesamthonorar des Vorjahresquartals ihrer Praxis und anderseits danach, wie viel Honorar Ihre Praxis jeweils im Vorjahresquartal in der EGV bzw. MGV. Das bedeutet konkret, dass eine :

  • EGV-Ausgleichszahlung (gemäß I. Abs. 7 S. 3 der Eckpunkte „zur Umsetzung der Ausgleichszahlung gemäß § 87a Abs. 3b SGB V“) maximal bis zu 90 Prozent des GKV-Gesamthonorars I des Vorjahresquartals erfolgen kann. Zudem kann diese Zahlung das EGV-Honorar nur bis maximal auf das Niveau des EGV-Honorars des Vorjahresquartals ausgleichen. Sollte Ihre Praxis Entschädigungszahlungen (z. B. aus dem Infektionsschutzgesetz) oder sonstige Hilfen (z. B. Corona-Soforthilfe der IBB) erhalten haben, werden diese bei der EGV-Ausgleichszahlung angerechnet.
  • Die MGV-Stützungszahlung kann maximal bis zu 90 Prozent im ersten Quartal 2020 und 97 Prozent im zweiten Quartal 2020 des GKV-Gesamthonorars II des Vorjahresquartals erfolgen. Auch für die Zahlung in der MGV gilt, dass eine Stützung des MGV-Honorars maximal bis zum Niveau des MGV-Honorars des Vorjahresquartals erfolgen kann. Die MGV-Stützungszahlung ergeht unter Berücksichtigung der EGV-Ausgleichszahlung und erhaltener Entschädigungszahlungen oder sonstiger finanzieller Hilfen. 

(Stand: zweites Quartal 2020)

Weshalb fiel meine Zahlung niedriger als mein Bedarf aus? Können sich Tage der Praxisschließung negativ auswirken?
Die Zahlungen aus dem Corona-Rettungsschirm ist geknüpft an die Bedingung, dass die Praxen in dem maßgeblichen Quartal entsprechend ihres Versorgungsauftrages zur Verfügung standen. Daher wird gemäß § 22c HVM abgeglichen, an wie vielen Tagen des Quartals eine Praxis Leistungen abgerechnet hat (Ist-Tage) und an wie vielen Tagen diese Praxis Leistungen hätte abrechnen müssen (Soll-Tage). Das Verhältnis aus Ist- und Soll-Tagen ergibt die Versorgungsauftragsquote, die auf die Zahlungen aus dem Corona-Rettungsschirm angewendet wird.

Mit welcher Kennzeichnung erkenne ich die Schutzschirmzahlung auf meinem Kontoauszug?
Die Schutzschirmzahlungen werden auf dem Kontoauszug wie folgt ausgewiesen: „CORONA-Schutzschirm“.

Warum werden die Entschädigungszahlungen vollumfänglich angerechnet, obwohl ich diese für den gesamten Praxisbetrieb erhalten habe?
Wir gehen davon aus, dass von anderer Stelle erhaltene Entschädigungszahlungen bereits eine Prüfung durchlaufen haben. Es ist generell bekannt, dass die KV Berlin Ausgleichszahlungen für den Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung leistet. Andere Stellen haben somit die Möglichkeit, andere Praxisanteile (z.B. Privatpatienten) zu überprüfen und Ihre Zahlungen vorab anzupassen. Diese Überprüfung führt die KV Berlin nicht durch.

Muss ich das Geld von der KV (teilweise) zurückzahlen?
Grundsätzlich nicht, es sei denn, die Anspruchsgrundlage ändert sich nachträglich. Dies ist zum Beispiel möglich, wenn Nachvergütungen erfolgen. In diesem Fall würde eine Verrechnung der Nachvergütung mit den Zahlungen aus dem Corona-Rettungsschirm erfolgen.
 

Bescheid

Bekomme ich einen Bescheid zu meiner Schutzschirm-Zahlung?
Im ersten Schritt sind wir bestrebt, Ihnen die Entschädigungszahlungen zeitnah zur Verfügung zu stellen. Im Anschluss werden die zahlungsbegründenden Unterlagen erstellt und verschickt.

Einen Bescheid erhält aktuell allerdings nur, wer im Online-Portal Angaben zu ggf. bereits erhaltenen Entschädigungszahlungen gemacht hat und nicht explizit auf Schutzschirm-Zahlungen verzichtet. 

Wieso stimmt der im Bescheid ausgewiesene Betrag nicht mit dem Überweisungsbetrag überein?
Bei der im Bescheid ausgewiesenen Summe handelt es sich um einen Bruttobetrag. Hier werden 1,78 Prozent Verwaltungskosten (1,68 Prozent vierten Quartal 2020) und 0,62 Prozent (0,72 Prozent ab vierten Quartal 2020) Sicherstellungsumlage in Abzug gebracht. Wenn Sie den Betrag auf dem Bescheid um 2,4 Prozent verringern, erhalten Sie den Überweisungsbetrag. Dieser Sachverhalt wird auch im Bescheid unter der Gesamtsumme dargestellt.

Was mache ich, wenn aufgrund einer besonderen Situation für mich nicht passende Fallzahlen oder Honorarwerte herangezogen wurden?
Sollten die Vergleichswerte des Referenzquartals für Ihre Praxis nicht repräsentativ sein, haben Sie die Möglichkeit, Rechtsmittel gegen den Bescheid einzulegen. Näheres entnehmen Sie bitte dem Rechtsbehelf auf Ihrem Bescheid. Der Widerspruch sollte ausreichend begründet sein.

RLV / QZV für 2021

Das Regelleistungsvolumen (RLV) und qualifikationsgebundene Zusatzvolumen (QZV) für das Jahr 2021 wird abweichend von den in 2020 geltenden Regelungen gemäß der Anlage 10 des Honorarverteilungsmaßstabes (HVM) berechnet. Bitte beachten Sie das den RLV-/QZV-Zuweisungen beiliegende Informationsblatt, welches über die Berechnung der Fallwerte und die Auswirkungen der Corona-Pandemie informiert.

Die ersten Zuweisungen wurden im Dezember 2020 versendet. Praxen, die beispielsweise aufgrund von Änderungen in der Praxiszusammensetzung gesondert berechnet werden müssen, erhalten die Zuweisung zeitverzögert. 

Bisher häufig gestellte Fragen und die entsprechenden Antworten möchten wir hiermit zur Verfügung stellen.

Stand: 14.01.2021

1. Wie wird das RLV berechnet?
Grundsätzlich wird die zugewiesene Fallzahl aus dem Vorjahresquartal I-2020 um die in I-2020 abgerechnete TSVG-Fallzahl verringert und anschließend um 2 Prozent gesteigert. Die so ermittelte Fallzahl wird anschließend, wie bisher, mit dem RLV-Fallwert der jeweiligen Arztgruppe und dem arztindividuellen Morbiditätsfaktor multipliziert.

2. Was sind TSVG-Fälle?
TSVG-Fälle (Terminservice- und Versorgungsgesetz) können u. a. im Rahmen der offenen Sprechstunde oder der Behandlung von Neupatienten anfallen. Als Neupatienten gelten alle Patienten, die noch nie oder seit mindestens zwei Jahren nicht mehr in der Praxis waren. Die erbrachten TSVG-Leistungen werden im Abrechnungsquartal extrabudgetär und in voller Höhe zu den Preisen des EBM vergütet. 

3. Warum werden TSVG-Fälle in der RLV-Zuweisung für I-2021 abgezogen?
Im Rahmen der Honorarfestsetzung I-2020 wurde das RLV um TSVG-Leistungen bereinigt, da diese extrabudgetär vergütet wurden. Dieser Anteil steht somit auch für das RLV I-2021 nicht mehr zur Verfügung, sodass die in I-2020 erbrachten TSVG-Fälle entsprechend von den als Grundlage dienenden zugewiesenen RLV-Fällen aus I-2020 abgezogen werden. Dies führt ggf. zu geringeren RLV-Fallzahlen, stabilisiert jedoch den RLV-Fallwert.

4. Im Vorjahresquartal wurden durch die Praxis keine TSVG-Fälle abgerechnet, dennoch werden welche im RLV-/QZV-Bescheid ausgewiesen. Woher kommen diese Fälle?
Für Neupatienten, die nicht durch die Praxen gekennzeichnet wurden, wird die Kennzeichnung von der KV Berlin automatisch im Rahmen der Abrechnungsprüfung gesetzt.

5. Wieso ist das zugewiesene RLV/QZV in Euro bzw. die zugewiesene Fallzahl geringer als üblich?
Derzeit findet eine Verlagerung der Vergütung vom budgetierten (RLV/QZV) in den extrabudgetären Bereich statt, d. h. dass beispielsweise Neupatienten nicht mehr über das RLV/QZV, sondern im Rahmen des TSVG extrabudgetär vergütet werden und ein Arzt für diese Patienten keinen RLV-Anteil mehr benötigt. Das RLV/QZV kann für Bestandspatienten verwendet werden.

6. Warum wird auf die zugewiesene Fallzahl aus dem Vorjahresquartal abgestellt und nicht auf die abgerechnete Fallzahl?
Aufgrund der pandemischen Situation im Vorjahresquartal ist der Bezug zu den abgerechneten RLV-Fallzahlen im Vorjahresquartal für die RLV-Berechnung im Jahr 2021 nicht sachgerecht, da pandemiebedingt weniger Versicherte die Arztpraxen aufgesucht haben. Aus diesem Grund wurde den Ärzten frühzeitig zugesichert, dass die zugewiesene Fallzahl des Vorjahresquartals auch wieder im aktuellen Quartal für die Zuweisung herangezogen wird. Also statt die abgerechneten RLV-Fälle aus 2020 zu verwenden, stammen die Fälle für die RLV-Berechnung für 2021 aus der Zuweisung 2020, die grundsätzlich auf der Abrechnung 2019 basiert.

7. In welchem Verhältnis erfolgt die Verteilung der zugewiesenen Fallzahlen unter den Ärzten einer Praxis?
Die für die Praxis ermittelte Fallzahl wird, unter Berücksichtigung der Praxiskonstellation im Zuweisungsquartal, auf Basis der zugewiesenen Fallzahlen des Vorjahresquartals verteilt.

8. Wie werden R-QZV (RLV-Fall-bezogene QZV) berechnet?
R-QZV werden in Höhe der RLV-Fallzahl zugewiesen, sofern sie im Vorjahresquartal bereits zugewiesen wurden.

9. Wie werden L-QZV (leistungsfallbezogene QZV) berechnet?
Grundsätzlich werden ebenfalls die abgerechneten TSVG-Fälle, analog dem RLV, von den im Vorjahresquartal zugewiesenen Fällen abgezogen und das Ergebnis um 2 Prozent erhöht. 
Einige QZV, die in I-2021 den L-QZV zugeordnet werden, waren im Vorjahresquartal noch R-QZV. Diese werden in der Berechnung wie die übrigen L-QZV behandelt und die jeweils abgerechnete Leistungsfallzahl (Fälle, in denen diese Leistung abgerechnet wurde) aus I-2019 berücksichtigt.

10. Wieso wird ein QZV mit Null Fällen ausgewiesen?
Lagen in 2020 für ein QZV mehr abgerechnete TSVG-Fälle als zugewiesene bzw. abgerechnete QZV-Fälle vor, ergibt sich nach dem Abzug der TSVG-Fälle ein Ergebnis von 0 oder weniger und somit eine zuzuweisende QZV-Fallzahl von 0. Um diese Konstellation im Zuweisungsbescheid nachvollziehbar und sichtbar zu machen, wird die Null ausgewiesen.

11. Im Hinblick auf die Fallzahlentwicklung ist die durch die TSVG-Fälle reduzierte RLV-Fallzahl problematisch. Wie kann eine „große“ Praxis ihre Fallzahlen wieder erreichen?
Das Honorar der Praxis setzt sich mit dem TSVG künftig stärker aus dem extrabudgetären Anteil zusammen. Einige Bestandteile, die vormals dem RLV zuzuordnen waren, verlagern sich nun in den Honorarbereich des TSVG. Eine große Praxis kann weiterhin auch mit den augenscheinlich niedrigeren RLV-Fallzahlen in bisheriger Höhe bestehen, da das Honorar nun durch die TSVG-Fälle generiert wird.

12. Wie sind die TSVG-Patienten zu bewerten, die in einem Folgequartal wieder in die Praxis kommen (z. B. ein TSVG-Neupatient wird im Folgequartal Bestandspatient)?
Die Vergütung ist davon abhängig, welche Leistungen und in welcher Konstellation diese abgerechnet werden, zum Beispiel unterliegen Patienten, die nicht als Neupatienten gelten, aber in der offenen Sprechstunde abgerechnet werden, erneut einer TSVG-Konstellation und werden entsprechend der gesetzlichen Vorgaben (maximal in Höhe von 17,5 Prozent der abgerechneten Arztgruppenfälle der Praxis) extrabudgetär vergütet. Werden RLV-Leistungen (außerhalb der offenen Sprechstunde) abgerechnet, erfolgt die Vergütung über das RLV und es wird ein RLV-Fall ausgelöst. 

13. Wie wird mit Fallzahlschwankungen zwischen TSVG- und RLV-Fällen umgegangen?
Wenn zum Beispiel die Anzahl an Neupatienten im Folgejahr signifikant geringer und dafür die Anzahl an RLV-Patienten entsprechend höher ist. Das geringere RLV reicht dann ggf. nicht aus, um die Bestandspatienten adäquat zu versorgen.
Die beschriebenen Fallzahlveränderungen treten nun in Folge der TSVG-Systematik regelhaft auf. Wie hoch der tatsächliche Anteil an Neu- und an Bestandspatienten ausfällt, lässt sich im Voraus nicht bestimmen. In der Vergangenheit hat das RLV zwar als Orientierung gedient, war aber auch keine verbindliche Größe, wenn bspw. zu wenige Patienten in die Praxis kamen und weniger RLV angefordert als zugewiesen wurde. Eine Möglichkeit zur Steuerung besteht zum Beispiel darin, Bestandspatienten im Rahmen der offenen Sprechstunde zu behandeln und abzurechnen, da die Vergütung im dem Fall ebenfalls extrabudgetär erfolgt. 

14. Lässt sich für Praxen, deren abgerechnete Fallzahl aus 2020 signifikant höher ist als die zugewiesene Fallzahl auf Basis 2019, eine Neufestsetzung für 2020 beantragen? Zum Beispiel weil eine Praxis Patienten versorgt hat, die sonst in anderen, pandemiebedingt geschlossenen oder teilweise geschlossenen Praxen versorgt worden wären.
Grundsätzlich werden diese Patienten in 2020 als TSVG-Fälle identifiziert und entsprechend extrabudgetär vergütet sowie in der Folge von der zuzuweisenden Fallzahl 2021 in Abzug gebracht. Demnach handelt es sich nicht um RLV-Fälle, sodass sich keine Neufestsetzung über das Antragsverfahren für 2020 erwirken lässt.