Damit Ihnen nichts fehlt: Diese Krankheiten können durch eine Impfung verhindert werden. Die folgende Liste basiert auf den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts.
Diphtherie
Die Diphtherie beginnt meistens mit Halsweh. In Nase und Hals bilden sich Beläge, welche die Atmung behindern und
zum Erstickungstod führen können. Außerdem schädigt ein von den Bakterien gebildetes Gift Herzmuskulatur, Nerven,
Nieren und Blutgefäße. Durch eine hohe Impfbeteiligung konnte die Diphtherie in Deutschland bis auf wenige Erkrankungen
zurückgedrängt werden. Weltweit jedoch ist die Krankheit wieder auf dem Vormarsch. Die Gefahr, dass
Diphtherie auch in Deutschland wieder auftritt, ist jederzeit gegeben, wenn wir uns nicht impfen lassen.
Tetanus (Wundstarrkrampf)
Tetanusbakterien verursachen schwere, äußerst schmerzhafte Muskelkrämpfe, die auch die Atemmuskulatur betreffen.
Trotz modernster Behandlung sterben immer noch etwa 30 Prozent der Erkrankten. Der Erreger kommt vor
allem in der Erde und im Straßenstaub vor. Die Infektion erfolgt schon über kleinste, oft unbemerkte Verletzungen
der Haut, z. B. beim Einpflanzen von Balkonblumen.
Keuchhusten (Pertussis)
Die Bakterien führen zunächst zu einer Erkältungskrankheit, bilden dann aber ein Nervengift, das im Hustenzentrum des
Gehirns wirkt. Es kommt zu schweren Hustenanfällen mit Atemnot, Erbrechen und Erstickungsanfällen.
Hämophilus influenzae b (Hib)
Das Bakterium „Hämophilus influenzae b“ kann verschiedene Krankheiten hervorrufen. So kann es zu einer eitrigen
Kehlkopfentzündung führen, aber auch eine Mittelohr- oder Lungenentzündung auslösen. Die gefährlichste Komplikation
ist eine eitrige Hirnhautentzündung (Meningitis). Unbehandelt sterben daran 60 bis 90 Prozent der Erkrankten.
Kinderlähmung (Polio)
Der Name ist irreführend, denn auch Erwachsene erkranken. Das Poliovirus befällt das Rückenmark und führt zu
Lähmungen der Arme, der Beine und der Atemmuskulatur, die sich nur in Ausnahmefällen vollständig zurückbilden.
Hepatitis B
Hepatitis B ist eine Entzündung der Leber. Im Gegensatz zu Hepatitis A hat Hepatitis B sehr oft chronische Verläufe, das
heißt, die Krankheit heilt nur sehr langsam oder gar nicht aus. In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 50.000 Menschen.
Die Übertragung erfolgt in erster Linie durch direkten Blutkontakt, aber auch durch Geschlechtsverkehr.
Masern
Die Gefährlichkeit der Masern wird häufig unterschätzt. Neben Komplikationen wie einer Lungen- oder Mittelohrentzündung
wird bei etwa jeder 1.000 Erkrankung das Gehirn in Mitleidenschaft gezogen. Dies kann folgenlos ausheilen, aber
auch zu einem Hörverlust, bleibender geistiger Behinderung oder zum Tode führen.
Mumps („Ziegenpeter“)
Das Virus befällt vorwiegend die Speicheldrüsen. Insbesondere die Ohrspeicheldrüse schwillt stark an. In mehr als der
Hälfte der Erkrankungen kommt es zu einer Infektion der Hirnhaut. Je älter der Erkrankte ist, desto häufiger werden
auch die Hoden bzw. Eierstöcke befallen. Sterilität kann die Folge sein. Eine Erkrankung in den ersten drei Monaten der
Schwangerschaft kann zu einer Fehlgeburt führen.
Röteln
In den ersten drei Schwangerschaftsmonaten führt diese Erkrankung zu Fehlgeburten oder Fehlbildungen der Organe des
noch ungeborenen Kindes. Mit der generellen Impfung für Mädchen und Jungen kann die Krankheit zurückgedrängt und
damit die Gefahr einer Ansteckung verringert werden.
Windpocken
Nach neuesten Erkenntnissen treten bei einer Windpocken-Erkrankung häufiger Komplikationen wie Gleichgewichtsstörungen
auf, als noch bis vor kurzem angenommen. Diese Gefahr nimmt mit dem Alter zu. Während einer Schwangerschaft
können Windpocken zu Fehlbildungen des noch ungeborenen Kindes führen.
Influenza (Grippe)
Hohes Fieber, Husten und heftige Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen sind die Leitsymptome dieser vor allem
für ältere Menschen und chronisch Kranke gefährlichen Infektion, an deren Folgen jedes Jahr Tausende von
Menschen in Deutschland sterben. Die Impfung schützt nur gegen die „echte“ Grippe, nicht vor einem grippalen
Infekt oder einer Erkältung.
Pneumokokken
Pneumokokken sind Bakterien, die sich mit hoher Geschwindigkeit im Körper ausbreiten und schwere Infektionen
verursachen. Besonders häufig befallen sie Lungengewebe, Gehirn, Mittelohr und Kieferhöhlen. Wenn der
Erreger in die Blutbahn gelangt, kann es zu einer Blutvergiftung kommen, die oft tödlich verläuft. Besonders
gefährdet sind Frühgeborene, Säuglinge mit geringem Gewicht und Personen älter als 60 Jahre.
Humane Papillomaviren (HPV)
Schätzungsweise 70 Prozent der Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit humanen Papillomaviren
(HPV), die durch Geschlechtsverkehr übertragen werden. Meist wird die Infektion durch das Immunsystem abgeblockt.
Bei einigen Frauen setzen sich die Viren jedoch in Zellen des Gebärmutterhalses fest, im schlimmsten Fall entsteht
Krebs. Möglichst vor dem ersten Sexualkontakt sollten Mädchen mit der Impfung vor einer Infektion geschützt
werden.
(Quelle: entsprechend der Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Institutes))