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27.05.2022

Regelungen für Berlin im Umgang mit Affenpockenerkrankung

Affenpocken

Der Text gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Über ggf. weitere Neuigkeiten zum Thema wird an anderer Stelle informiert.


Berliner Senatsverwaltung gibt Infos für Ärzt:innen zum Vorgehen und Umgang mit Verdachtsfällen sowie diagnostizierten Fällen der humanen Affenpockenerkrankung bekannt.

Auch in Deutschland sind erste Fälle mit einer humanen Affenpockenerkrankung aufgetreten. In Berlin sind es Stand 24.5.2022 vier Personen. Symptome der Erkrankung sind Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen und geschwollene Lymphknoten sowie ein Ausschlag, der häufig im Gesicht beginnt und dann auf andere Körperteile übergreift. 

Für Berlin wurde von der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit, Pflege und Gleichstellung folgendes Vorgehen für den Umgang mit Verdachtsfällen festgelegt:

  • Personen mit entsprechenden Symptomen, die sich in Praxen melden, sollten nach der Diagnostik umgehend in die häusliche Isolation geschickt werden und dort abwarten, bis sich das Gesundheitsamt meldet.
  • Praxen haben auch die Möglichkeit, Patient:innen in Praxen mit infektiologischer Expertise oder an Krankenhäuser mit Sonderisolierstationen bzw. Stationen für Infektiologien weiterzuleiten.
  • Bei der Definition von Kontaktpersonen soll berücksichtigt werden, dass die Übertragung primär über enge Körperkontakte erfolgt (im Prodromalstadium auch über Tröpfchen).
  • Ermittelte Kontaktpersonen sollen aufgeklärt werden (Körperkontakte vermeiden!). 
  • Ärzt:innen und Labore sind verpflichtet, Verdachtsfälle und diagnostizierte Fälle beim Gesundheitsamt (des Patienten oder der Patientin) zu melden (gem. Infektionsschutzgesetz (IfSG) § 6 und § 7). 
  • Das Gesundheitsamt wird für Erkrankte die Verpflichtung einer Isolierung aussprechen. Kontaktpersonen werden aller Voraussicht nach unter Beobachtung gestellt. 
  • Aktuell gibt es noch keine Möglichkeiten einer Impfung, auch nicht im Sinne einer Postexpositionsprophylaxe.  

Das Robert Koch-Institut (RKI) stellt allgemeine Informationen zu Affenpocken auf seiner Website bereit. Die Informationen werden regelmäßig aktualisiert. Dort finden Sie u.a. ein Flussschema zur Verdachtsabklärung und Maßnahmen sowie Empfehlungen für das Management von Kontaktpersonen zu einer an Affenpocken erkrankten Person und Hygienemaßnahmen im Rahmen der Behandlung und Pflege von Patient:innen mit einer Infektion durch Affenpockenviren.