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29.03.2022

Videosprechstunden können nur noch begrenzt abgerechnet werden

Videosprechstunde

Der Text gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Über ggf. weitere Neuigkeiten zum Thema wird an anderer Stelle informiert.


Ab dem 1. April sind Fallzahl und Leistungsmenge per Videosprechstunde auf 30 Prozent begrenzt. Die Corona-Sonderregelung, nach der Videosprechstunden unbegrenzt möglich waren, läuft aus. 

Update 01.04.2022: Die Begrenzung der Behandlungsfälle bei der Videosprechstunde ist zum 1. April von 20 Prozent auf 30 Prozent erhöht worden. Darauf haben sich KBV und Krankenkassen geeinigt (weitere Informationen in der KBV-PraxisNachricht).

Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen dürfen ab dem 1. April 2022 nur noch maximal 30 Prozent ihrer Patient:innen ausschließlich in der Videosprechstunde behandeln. Leistungen, die entsprechend ihrer Beschreibung im Rahmen der Videosprechstunde erbracht werden können, sind je Vertragsarzt/-ärztin und Vertragspsychotherapeut:in pro Quartal auf 30 Prozent je GOP begrenzt. 

Somit können ab dem 1. April im Quartal nur 30 Prozent aller Behandlungsfälle ausschließlich als Videobehandlungsfälle abgerechnet werden. Je Arzt/Ärztin bzw. Psychotherapeut:in darf im Quartal auch nicht mehr als 30 Prozent aller abgerechneten GOP im Rahmen von Videosprechstunden abgerechnet worden sein. 

Die Pauschalen sowie die Zuschläge werden in voller Höhe gezahlt, wenn im selben Quartal noch ein persönlicher Kontakt erfolgt. Erfolgt der Kontakt ausschließlich per Video, werden je nach Fachgruppe Abschläge in Höhe von 20 Prozent, 25 Prozent oder 30 Prozent wirksam.

Wichtig: Wenn der Arzt- Patienten-Kontakt im Quartal ausschließlich per Videosprechstunde stattgefunden hat, muss der Behandlungsfall mit 88220 gekennzeichnet werden. 

Regelungen zur Psychotherapie 

Ab dem 2. Quartal 2022 ist wieder ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt für den Beginn einer Psychotherapie zwingend erforderlich. 

Dauerhaft auch in der Videosprechstunde abrechnungsfähig sind:

  • Akutbehandlung
  • Einzeltherapie
  • Fachgruppenspezifische Einzelgespräche z. B. psychotherapeutisches Gespräch nach GOP 22220 und 23220  
  • Gruppentherapie und gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung

Keine Videosprechstunde ist möglich bei:

  • psychotherapeutische Sprechstunden 
  • probatorische Sitzungen (auch im Rahmen der neuropsychologische Therapien)

Das heißt, diese Terminen können somit auch nicht mehr durch die TSS vermittelt werden. 

Bitte beachten: Unabhängig von der Videosprechstunde kann eine Gruppentherapie nicht mehr ohne gesonderte Antragstellung in eine Einzeltherapie umgewandelt werden.