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24.09.2021

eAU ab 1. Oktober – die Umsetzung in der Praxis

TI-Anwendungen

Der Text gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Über ggf. weitere Neuigkeiten zum Thema wird an anderer Stelle informiert.


Bisher konnte die eAU nicht genug getestet werden, um einen flächendeckenden Start ab dem 1. Oktober zu garantieren. Praxen sollten die eAU im vierten Quartal vorsichtig in ihren Alltag integrieren.

Ist die technische Ausstattung vorhanden, dann gilt ab dem 1. Oktober: Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wird digital (eAU) an die jeweilige Krankenkasse versendet. Damit das funktioniert, führt die gematik aktuell einen Feldtest durch, der ursprünglich schon Ende August abgeschlossen sein sollte. Laut Informationen der KBV weisen die aktuellen Ergebnisse des Tests nicht darauf hin, dass die eAU zum Oktober flächendeckend und voll funktionsfähig in den Praxen zum Einsatz kommt.

Geringe Beteiligung am Feldtest

So findet der Feldtest derzeit nur mit 16 Krankenkassen statt, von denen bisher nur eine Kasse echte AU-Daten empfangen hat. Bei den Softwareherstellern sieht es nicht besser aus: Bisher erproben lediglich neun Hersteller gemeinsam mit Pilotpraxen den eAU-Versand unter echten Versorgungsbedingungen. 

Die KBV geht deshalb davon aus, dass viele Krankenkassen zunächst die eAU nicht störungsfrei empfangen werden und einzelne Krankenkassen dafür noch gar nicht in der Lage sein werden. Die PVS-Hersteller werden wahrscheinlich pünktlich ein Update für die eAU zur Verfügung stellen können. Dieses Update wird voraussichtlich nicht zum Quartalswechsel, sondern flexibel im Laufe des vierten Quartals eingespielt werden können. Hintergrund ist die zwischen KBV und dem GKV-Spitzenverband getroffene Übergangsregelung, nach der bis zum 31. Dezember auch noch das Muster 1 genutzt werden kann (siehe Sonder-PID vom 19.08.2021).

eAU vorsichtig erproben

Praxen sollten diese Übergangszeit nutzen und die eAU testen, wenn die technischen Voraussetzungen in der Praxis vorhanden sind. Mehr zu den Voraussetzungen auf der Themenseite zu den TI-Anwendungen. Die Umstellung auf die eAU sollte im vierten Quartal vorsichtig erfolgen:

  • Idealerweise gibt es nach dem PVS-Update die Option die eAU zu versenden oder Muster 1 auszustellen. So kann im Praxisbetrieb bei Problem schnell auf das Muster 1 ausgewichen werden. Erkundigen Sie sich hierzu direkt bei Ihrem PVS-Hersteller.
  • Zunächst wird nicht sicher sein, welche Krankenkassen alle die eAU empfangen können. Patient:innen sollte deshalb bis auf Weiteres immer auch der Ausdruck für die Krankenkasse mitgegeben werden.

Neue Kostenpauschalen für postalischen Versand

Nach Einführung der eAU wird es weiterhin Situationen geben, in denen der digitale Versand nicht möglich ist. Hierfür werden zum 1. Oktober neue Kostenpauschalen in den EBM aufgenommen, die den postalischen Versand in folgenden Fällen abdecken:

  • Ausfall der TI: Wird nachträglich festgestellt, dass die digitale Erstellung oder die Datenübermittlung an die Krankenkasse nicht möglich ist und kann diese nicht bis zum darauffolgenden Werktag nachgeholt werden. Für den postalischen Versand einer papiergebundenen AU ist die Kostenpauschale 40130 (0,81 Euro) abrechenbar.
  • Hausbesuche: Wenn Patient:innen nach einem Hausbesuch eine papiergebundene AU zugesendet wird, ist die Kostenpauschale 40131 (0,81 Euro) abrechenbar.