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14.06.2021

STIKO: Keine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche

COVID-19-Schutzimpfung

Der Text gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Über ggf. weitere Neuigkeiten zum Thema wird an anderer Stelle informiert.


Die STIKO empfiehlt Impfungen nur für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen, die mit einem anzunehmenden erhöhten Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf einhergehen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut hat am 10. Juni die Impfempfehlung für COVID-19-Schutzimpfungen für Kinder und Jugendliche veröffentlicht. Empfohlen werden die Impfungen mit dem mRNA-Impfstoff Comirnaty von BioNTech/Pfizer nur bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren mit bestimmten Vorerkrankungen, die mit einem anzunehmenden erhöhten Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf einhergehen. Es sollen zwei Impfstoffdosen im Abstand von drei bis sechs Wochen gegeben werden.

Vorerkrankungen, bei denen eine Impfung empfohlen wird:

  • Adipositas (> 97. Perzentile des Body Mass Index (BMI))
  • angeborene oder erworbene Immundefizienz oder relevante Immunsuppression
  • angeborene zyanotische Herzfehler (O2-Ruhesättigung < 80 %)
  • schwere Herzinsuffizienz
  • schwere pulmonale Hypertonie
  • chronische Lungenerkrankungen mit einer anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion
  • chronische Niereninsuffizienz
  • chronische neurologische oder neuromuskuläre Erkrankungen
  • maligne Tumorerkrankungen
  • Trisomie 21
  • syndromale Erkrankungen mit schwerer Beeinträchtigung
  • Diabetes Mellitus (Ein erhöhtes Risiko besteht bei einem nicht gut eingestellten Diabetes mellitus mit HbA1c-Werten > 9,0 %)

Außerdem wird eine Impfung auch für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren empfohlen, „in deren Umfeld sich Angehörige oder andere Kontaktpersonen mit hoher Gefährdung für einen schweren COVID-19-Verlauf befinden, die selbst nicht geimpft werden können oder bei denen der begründete Verdacht auf einen nicht ausreichenden Schutz nach Impfung besteht (z.B. Menschen unter relevanter immunsuppressiver Therapie).“ 

Der Einsatz von Comirnaty bei unter 18-Jährigen ohne Vorerkrankungen wird derzeit nicht allgemein empfohlen, „ist aber nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und Risikoakzeptanz des Kindes oder Jugendlichen beziehungsweise der Sorgeberechtigten möglich“, heißt es in der Empfehlung der STIKO. 

Die STIKO begründet die eingeschränkte Impfempfehlung unter anderem mit der noch fehlenden Datenlage zur Sicherheit des Impfstoffes bei den 12- bis 17-Jährigen. Zudem sei der Nutzen der Impfung, schwere Erkrankungen und Todesfälle zu verhindern, in dieser Altersgruppe nicht allgemein gegeben, da die Erkrankung häufig asymptomatisch oder leicht verlaufe, solange keine Vorerkrankungen bestünden.

Versorgungsanspruch auch bei unter 18-Jährigen

Seit dem 31. Mai ist der Impfstoff Comirnaty von BioNTech/Pfizer in Europa auch für Heranwachsende ab 12 Jahren zugelassen und kann nach der Coronavirus-Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums verabreicht werden.

Ärzt:innen haben bei ordnungsgemäßer Aufklärung, Einwilligung und korrekt durchgeführter Schutzimpfung kein Haftungsrisiko für Impfschäden, wenn sie Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren mit dem Vakzin von BioNTech/Pfizer impfen. Nach dem Infektionsschutzgesetz (Paragraf 60) können alle Personen, die nach der auf Grundlage des SGB V erlassenen Coronavirus-Impfverordnung geimpft werden, einen etwaigen Versorgungsanspruch gegen den Staat geltend machen.

Aktualisierte Aufklärungsunterlagen und Infomaterial des RKI

Das Robert Koch-Institut hat die Aufklärungsunterlagen zum mRNA-Impfstoff aktualisiert und ein Infoblatt zur COVID-19-Schutzimpfung für Kinder und Jugendliche veröffentlicht. Dort werden neben Fragen und Antworten unter anderem die Fakten der wissenschaftlichen Begründung der Empfehlung aufgeführt, die Eltern und die behandelnden Kinder- und Jugendärzt:innen bei der Entscheidung für oder gegen eine Impfung unterstützen sollen.