Schliessen
Youtube

Zurück

07.04.2022

Zwei Jahre Corona: So geht es den Berliner Praxen

Mitglieder-Umfrage

Der Text gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Über ggf. weitere Neuigkeiten zum Thema wird an anderer Stelle informiert.


Anfang März hat die KV Berlin ihre Mitglieder befragt, wie sie die letzten zwei Jahre unter Pandemie-Bedingungen erlebt haben. Die Auswertung liegt jetzt vor.

Quasi über Nacht geänderte gesetzliche Rahmenbedingungen und Regelungen, neue Aufgaben für die Praxen, verunsicherte Patient:innen –  von all dem waren die Berliner Praxen unmittelbar betroffen. Nur mit der unermüdlichen Einsatzbereitschaft der Praxen konnte ein Zusammenbrechen der ambulanten Versorgung während der Pandemie und so der Zusammenbruch des gesamten Gesundheitssystems verhindert werden. Aus Sicht der KV Berlin hat das die Politik bis heute nicht erkannt oder den Praxen gegenüber die Wertschätzung entgegengebracht, die sie verdienen.

Eine Mitgliederumfrage Anfang März sollte deshalb Fakten schaffen und das hat funktioniert: Fast 1.600 Teilnehmer:innen haben die Online-Umfrage vollständig beantwortet und geben somit ein deutliches Bild, wie es nach zwei Jahren Pandemie in den Berliner Praxen aussieht. Hier einige Ergebnisse in Kürze:

  • Bei mehr als 60 Prozent der Befragten ist die Arbeitsbelastung deutlich gestiegen. 
  • Die größten Herausforderungen waren:
    • die enorm gestiegene Zahl der Anfragen von Patient:innen,
    • die ständigen und oft viel zu kurzfristig erlassenen politischen Verordnungen und Gesetze,
    • neue Aufgaben wie die Covid-19-Testungen und das Impfen,
    • die Unzuverlässigkeit der Impfstofflieferung,
    • aber auch aggressives Verhalten der Patient:innen und deren oft nicht zu erfüllende Erwartungshaltung. 
  • Etwa ein Drittel der Befragten gab an, in den vergangenen zwei Jahren Personal verloren zu haben – viele Mitarbeitende haben die Praxen aufgrund der Pandemie verlassen.
  • Der Großteil der Praxen hatte während der Pandemie keine wirtschaftlichen Sorgen wegen fernbleibenden Patient:innen (rund 73 Prozent der Befragten).
  • Mehr politische Wertschätzung wird gefordert: In Form einer Corona-Prämie für MFA, aber auch in Form einer angemessenen Honorierung und einer öffentlichen Würdigung der ambulanten Versorgung.

Die Ergebnisse zu den einzelnen Fragen sind hier grafisch aufbereitet. Besonders hervorzuheben sind auch die zahlreichen Freitextantworten, die einen lebendigen Eindruck aus den Praxen vermitteln. 

Die KV Berlin bedankt sich an dieser Stelle für die rege Teilnahme und die große Auskunftsbereitschaft. Die Resonanz hat gezeigt, wie sehr Sie das Thema umtreibt, und das fassen wir als Auftrag auf: Seien Sie sicher, dass die KV Berlin alles tun wird, um gegenüber der Öffentlichkeit und vor allem auch gegenüber der Politik auf die Situation in den Praxen aufmerksam zu machen und Änderungen anzustoßen. Heute, am 7. April, werden die Ergebnisse erstmals während eines eigens initiierten Pressetermins präsentiert.

#2JahreCoronaBerlin

Nicht vergessen: Unter dem Titel „#2JahreCoronaBerlin“ nimmt die KV Berlin das Thema auch im Rahmen einer Videoreihe in den Blick. Die Videos finden Sie in der Mediathek oder auf dem Youtube-Kanal der KV Berlin.