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20.08.2021

Neue Impfempfehlung: COVID-19-Schutzimpfung für alle Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren möglich

COVID-19-Schutzimpfung

Der Text gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Über ggf. weitere Neuigkeiten zum Thema wird an anderer Stelle informiert.


Aufgrund neuer aussagekräftiger wissenschaftlicher Daten empfiehlt die STIKO eine Impfung gegen COVID-19 jetzt für alle Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren – auch ohne Vorerkrankungen. 

Die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut hat eine neue Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche veröffentlicht. Nach der Auswertung neuer wissenschaftlicher Daten spricht sich die STIKO nun für eine COVID-19-Schutzimpfung für alle Kinder und Jugendlichen ab 12 Jahren aus. 

Bisher empfahl die STIKO die COVID-19-Impfung für Kinder- und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren nur bei bestimmten Vorerkrankungen, da Kinder- und Jugendliche ein geringeres Risiko haben, schwer an COVID-19 zu erkranken und noch zu wenig über Nebenwirkungen bekannt war.

Welche Impfstoffe werden empfohlen und in welchem Abstand soll geimpft werden?

  • Empfohlen wird die Impfung mit einem der beiden zugelassenen mRNA-Impfstoffe (Comirnaty von BioNTech/Pfizer und Spikevax von Moderna) - verabreicht werden sollen jeweils zwei Dosen Comirnaty oder Spikevax im Abstand von 3 bis 6 bzw. 4 bis 6 Wochen.
  • Voraussetzung für die Impfung sollte immer eine ausführliche ärztliche Aufklärung zum Nutzen und den Risiken der Impfung sein, die sowohl für die Sorgeberechtigten als auch die zu impfenden Kinder und Jugendlichen verständlich ist.
  • Bei Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahren muss außerdem eine Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten vorliegen.
     

Auf welcher Datengrundlage basiert die neue Impfempfehlung?

Die Aktualisierung der Impfempfehlung basiert auf der regelmäßigen Auswertung neuer wissenschaftlicher Beobachtungen und Daten zur Sicherheit der Impfung:

  • Überwachungsdaten aus den USA haben gezeigt, dass die seltene Impfnebenwirkung der Herzmuskelentzündung, die bevorzugt bei jungen männlichen Geimpften auftritt, bei entsprechender medizinischer Versorgung einen unkomplizierten Verlauf nimmt. 
  • Bei Kindern und Jugendlichen sind zudem keine Hinweise für weitere schwere Nebenwirkungen nach der Impfung mit einem mRNA-Impfstoff aufgetreten. 
  • Aktuelle mathematische Modellierungen ergeben, dass Kinder und Jugendliche bei einer möglichen vierten Welle mit der dominierenden Delta-Virusvariante ein deutlich höheres Risiko für eine Infektion haben. 

Darüber hinaus spricht sich die STIKO ausdrücklich dagegen aus, dass bei Kindern und Jugendlichen eine Impfung als Voraussetzung zur Teilhabe an Bildung, Kultur oder anderen sozialen Aktivitäten gemacht wird.

Das Bundesgesundheitsministerium hat einen Leitfaden für Eltern und Sorgeberechtigte zusammengestellt, der bei der Entscheidung für oder gegen eine Impfung unterstützen soll.