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16.02.2021

Coronavirus-Impfverordnung wurde angepasst

Corona-Pandemie

Der Text gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Über ggf. weitere Neuigkeiten zum Thema wird an anderer Stelle informiert.


Weitere Informationen

Coronavirus-Impfverordnung
Patienteninfoseite Coronavirus-Impfung

Das Bundesgesundheitsminsterium hat nach Änderung der STIKO-Impfempfehlung die Coronavirus-Impfverordnung angepasst. Dadurch rücken u. a. mehr Personen mit Vorerkrankungen in Priorisierungsgruppe 2 auf.

Bitte beachten: Personen zwischen 65 und 70 Jahren, die aufgrund chronischen Vorerkrankungen in die 2. Priorisierungsgruppe (siehe unten) gehören, erhalten ihr Einladungsschreiben automatisch. Das Attest einen Arztes ist nicht notwendig. Weitere Informationen finden Sie hier.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut hat im Zuge der Zulassung des Impfstoffes von AstraZeneca  in ihrer COVID-19-Impfempfehlung eine Altersbegrenzung für den Einsatz des AstraZeneca-Impfstoffes festgelegt. Die Empfehlung sieht vor, dass in Deutschland mit dem Vektor-Impfstoff vorrangig Menschen zwischen 18 und 65 Jahren geimpft werden sollen. Grund ist, dass es nicht genügend Studiendaten gibt, die auch eine Wirksamkeit bei älteren Personen belegen. 

Das Bundesministerium für Gesundheit hat auf die Änderung der Impfempfehlung der STIKO reagiert und die Coronavirus-Impfverordnung entsprechend neugefasst. Personen zwischen 18 und 65 Jahren sollen verstärkt mit dem Impfstoff von AstraZeneca geimpft werden, damit für Ältere ausreichend Impfstoff von BioNTech und Moderna zur Verfügung steht. 

Mit der Anpassung der Impfverordnung ergibt sich außerdem, dass mehr Personen in die zweite Priorisierungsgruppe „hohe Priorität“ aufrücken, die zuvor in der Priorisierungsstufe 3 „erhöhte Priorität“ eingestuft waren. Dies betrifft zum Beispiel Patientinnen und Patienten mit schweren Krankheiten wie Krebs oder chronischen Lungen-, Leber- oder Nierenleiden, eine größere Gruppe von Diabetikern (HbA1c ≥58 mmol/mol bzw. ≥7,5%) oder Adipositas-Patienten mit einem Body-Mass-Index (BMI) über 40. 

Bitte beachten Sie: Wann und wie die Terminvergabe für die Stufen 2 und 3 im Land Berlin erfolgt, steht derzeit noch nicht fest. Aktuell werden Termine nur nach schriftlicher Einladung per Brief durch den Berliner Senat bzw. durch die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung an Personen der Prioritätsstufe 1 (höchste Priorität) vergeben. 

Neue Einteilung der Priorisierungsstufen 2 und 3 

Stufe 2 (Hohe Priorität)

  • Über 70-Jährige
  • Personen mit Trisomie 21
  • Personen nach einer Organtransplantation
  • Personen mit einer Demenz oder mit einer geistigen Behinderung oder mit schwerer psychiatrischer Erkrankung (bipolare Störung, Schizophrenie, schwere Depression)
  • Personen mit malignen hämatologischen Erkrankungen oder behandlungsbedürftigen soliden Tumorerkrankungen, die nicht in Remission sind oder deren Remissionsdauer weniger als fünf Jahre beträgt
  • Personen mit schweren chronischen Lungenerkrankungen (z.B. interstitielle Lungenerkrankung, COPD, Mukoviszidose), Diabetes mellitus (mit HbA1c ≥ 58 mmol/mol oder ≥ 7,5%), Leberzirrhose oder einer anderen chronischen Lebererkrankung, chronischer Nierenerkrankung oder Adipositas (mit BMI über 40)
  • Personen, bei denen nach individueller ärztlicher Beurteilung aufgrund besonderer Umstände im Einzelfall ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Personen, die nicht ein einer Einrichtung leben, die über 70 Jahre alt sind, nach Organtransplantation oder die eine der vorgenannten Erkrankungen oder Behinderung haben.
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von Schwangeren (Die Kontaktpersonen werden von der Person bzw. der Schwangeren selbst oder von einer sie vertretenden Person bestimmt.)
  • Personen, die in stationären oder teilstationären Einrichtungen für geistig oder psychisch behinderte Menschen tätig sind oder im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig geistig oder psychisch behinderte Menschen behandeln, betreuen oder pflegen
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem hohen oder erhöhten Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere Ärztinnen und Ärzte und Personal mit regelmäßigem Patientenkontakt, Personal der Blut- und Plasmaspendedienste und in SARS-CoV-2-Testzentren
  • Polizei- und Ordnungskräfte, die im Dienst, etwa bei Demonstrationen, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind. Erfasst sind auch Soldatinnen und Soldaten, die bei Einsätzen im Ausland einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind.
  • Personen im öffentlichen Gesundheitsdienst und in besonders relevanten Positionen zur Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur
  • Personen, die insbesondere in Flüchtlings- und Obdachloseneinrichtungen untergebracht oder tätig sind
  • Personen, die im Rahmen der nach Landesrecht anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag im Sinne des § 45a des Elften Buches Sozialgesetzbuch regelmäßig bei älteren oder pflegebedürftigen Menschen tätig sind

Stufe 3 (erhöhte Priorität)

  • Über 60-Jährige
  • Personen insbesondere mit folgenden Erkrankungen: behandlungsfreie in Remission befindliche Krebserkrankungen (Remissionsdauer mind. 5 Jahre), Immundefizienz oder HIV-Infektion, Autoimmunerkrankungen, rheumatologische Erkrankungen, Herzinsuffizienz, Arrhythmie, Schlaganfall, Asthma, chronisch entzündliche Darmerkrankung, Diabetes mellitus (mit HbA1c < 58 mmol/mol oder < 7,5%), Adipositas (BMI über 30)
  • Personen, bei denen nach individueller ärztlicher Beurteilung aufgrund besonderer Umstände im Einzelfall ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht
  • Bis zu zwei enge Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Personen, die nicht ein einer Einrichtung leben, die über 60 Jahre alt sind und eine der vorgenannten Erkrankungen haben
  • Personen, die Mitglieder von Verfassungsorganen sind oder in besonders relevanter Position in den Verfassungsorganen, in den Regierungen und Verwaltungen, bei der Bundeswehr, bei der Polizei, beim Zoll, bei der Feuerwehr, beim Katastrophenschutz einschließlich des Technischen Hilfswerks, in der Justiz und Rechtspflege, in den Auslandsvertretungen der Bundesrepublik Deutschland oder bei Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit mit Sitz in der Bundesrepublik Deutschland tätig sind
  • Personen, die in besonders relevanter Position in Einrichtungen und Unternehmen der Kritischen Infrastruktur tätig sind, insbesondere im Apothekenwesen, in der Pharmawirtschaft, im Bestattungswesen, in der Ernährungswirtschaft, in der Wasser- und Energieversorgung, in der Abwasserentsorgung und Abfallwirtschaft, im Transport- und Verkehrswesen sowie in der Informationstechnik und im Telekommunikationswesen
  • Beschäftigte, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit niedrigen Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus tätig sind, insbesondere in Laboren und Personal, das keine Patientinnen oder Patienten betreut
  • Personen, die im Lebensmitteleinzelhandel tätig sind
  • Personen, die in Kinderbetreuungseinrichtungen, in der Kindertagespflege, in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und als Lehrkräfte tätig sind
  • Personen, mit prekären Arbeits- oder Lebensbedingungen