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01.11.2021

Ambulanz für Integrierte Drogenhilfe braucht dringend Hilfe

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Dörthe Arnold
Pressesprecherin / Leiterin Kommunikationsabteilung KV Berlin

KV-Aufruf an Berliner Politik, Hilfsorganisationen und Krankenhäuser

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin richtet einen dringenden Appell an die Berliner Politik, Hilfsorganisationen sowie Krankenhäuser in Kreuzberg-Friedrichshain und angrenzenden Bezirken, die Ambulanz für Integrierte Drogenhilfe in Kreuzberg bei der Versorgung von rund 350 schwerstsuchtkranken Menschen zu unterstützen. „Wir haben erfahren, dass der Mietvertrag der Ambulanz, in der eine Praxis für Allgemeinmedizin und Suchtmedizin und der Notdienst für Suchtmittelgefährdete und -abhängige Berlin e.V. gemeinsam Opiatkonsument:innen im Rahmen einer Substitutionsbehandlung medizinisch und psychosozial versorgen, ab 2022 nicht verlängert wird. Das ist eine Katastrophe für die Betroffenen, aber auch für die Praxis und den Notdienst, die sich an diesem Standort seit 2002 um betroffene Menschen kümmern“, sagt Dr. Burkhard Ruppert, Vorstandsvorsitzender der KV Berlin. 

Die mittlerweile einjährige Suche von Praxis und Verein nach neuen Räumlichkeiten sei bisher erfolglos gewesen, weshalb sich auch die KV Berlin eingeschaltet und gemeinsam mit der Berliner Ärztekammer Krankenhäuser und Organisationen, aber auch den bisherigen Vermieter angeschrieben hat mit der Bitte um Unterstützung. „Leider hatten auch unsere Bemühungen bisher keinen Erfolg, sodass wir befürchten müssen, dass die Versorgung zu Ende des Jahres nicht mehr weitergeführt werden kann“, so Ruppert. Eine Aufteilung der Patient:innen auf standortnahe Praxen ist kaum möglich, da es zu wenige Praxen gibt, die eine Substitutionsbehandlung anbieten. In ganz Berlin sind es ca. 100 Praxen, die rund 6000 Patient:innen substituieren. Zum Vergleich: Bundesweit sind es rund 82.000 Menschen.

„Gerade vor dem Hintergrund des angespannten Berliner Wohnungsmarktes stellt die Kündigung des Mietvertrages für die Substitutionsambulanz ein fast unlösbares Problem dar“, so Ruppert. Nicht nur, dass es auf dem Gewerbeimmobilienmarkt so gut wie keine Immobilie gibt, ein gemeinnütziger Träger könne auch mit den derzeit gängigen Quadratmeterpreisen kaum mithalten. Der Betriebszweck der Einrichtung, der in der medizinischen und psychosozialen Versorgung Suchtkranker liegt, mache die Suche nicht einfacher. „Wir möchten daher Politik, Hilfsorganisationen und angrenzende Krankenhäuser bitten, alle Möglichkeiten der Vermietung geeigneter Räumlichkeiten zu prüfen“, so Ruppert abschließend. Gesucht werden Räumlichkeiten mit einer Größe zwischen 400 und 500 Quadratmetern, die für eine Arztpraxis geeignet sind und über eine fußläufige unmittelbare Anbindung an das U- bzw. S-Bahnnetz verfügen.