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26.02.2020

Noch gilt die alte Vorgehensweise - KV Berlin arbeitet an gemeinsamem Fahrplan mit

Kontakt

Dörthe Arnold
Pressesprecherin / Leiterin Kommunikationsabteilung
030 / 31 003-681

KV Berlin bereitet Mitglieder auf veränderte Coronavirus-Lage vor

Aktuell zeichnet sich ab, dass die Ausbreitung des Coronavirus Covid-19 in Deutschland weiter voranschreitet. Bisher gibt es in Berlin keinen bestätigten Fall, trotzdem ist die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin aktuell dabei, sich mit der Senatsverwaltung für Gesundheit und anderen Playern der Gesundheitsversorgung auf einen gemeinsamen Fahrplan für die Hauptstadt zu verständigen. Noch ist nicht klar, ob die KV Berlin und demzufolge die Berliner Praxen in die Abläufe vollumfänglich mit einbezogen werden sollen. Hier erhofft sich die KV Berlin eine schnelle Klärung, um der Bevölkerung ein umfangreiches Informationspaket mit an die Hand zu geben.

Folgende Punkte sollten die Berliner zum aktuellen Zeitpunkt beachten:

  • Die Hotline 030-90282828, die von der Senatsverwaltung eingerichtet wurde, ist weiterhin aktiv und täglich von 8 bis 20 Uhr erreichbar.
  • Eine Laboruntersuchung auf SARS-CoV-2 muss vorgenommen werden, wenn es sich um begründete COVID-19-Verdachtsfälle handelt.
  • Es sollten alle Personen eine Abklärung vornehmen lassen, die entweder Kontakt zu einem bestätigten Fall hatten oder innerhalb der letzten 14 Tage in einem der vom RKI genannten Risikogebiete gewesen sind und Symptome (laut RKI-Definition; von leichter Erkältung bis Lungenentzündung) aufweisen.
  • Trifft eines dieser beiden Kriterien zu, sollten diese Personen zu Hause bleiben und das zuständige Gesundheitsamt telefonisch kontaktieren.
  • Personen, die nicht unter die beiden genannten Verdachtsfälle fallen, den Test aber dennoch wünschen, können ihren Hausarzt kontaktieren. Ob ein Test notwendig ist, entscheidet der Hausarzt. Hier ist zu beachten, dass diese Personen von den Praxen wie Privatpatienten nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet werden.
  • Sollte sich bei diesen Patienten der Verdacht auf eine Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus bestätigen, muss der Patient vom behandelnden Arzt an das zuständige Gesundheitsamt gemeldet werden. Die Meldung – inklusive Name und Kontaktdaten der betroffenen Person – muss dem Gesundheitsamt innerhalb von 24 Stunden vorliegen.

Die KV Berlin hat heute ihre Mitglieder über den aktuellen Stand informiert und die Praxen unter anderem auf folgende Punkte hingewiesen:

  • Sollten sich in den Praxen Personen melden, die die RKI-Falldefinitionen erfüllen, müssen diese mit Stand 26.2.2020 weiterhin an das zuständige Gesundheitsamt verwiesen werden. Die Amtsärzte werden mit den betroffenen Personen Kontakt aufnehmen und alles Weitere veranlassen.
  • Sollten sich in den Praxen Personen auf SARS-CoV-2 testen lassen wollen, die nicht die Falldefinitionen des RKI erfüllen, aber unbedingt eine Abklärung wünschen, kann ein solcher Test vorgenommen werden. In diesem Fall sollten die Praxen die betroffenen Patienten telefonisch kontaktieren und zu gesonderten Sprechzeiten bestellen.
  • Die Praxen sollten sich bereits jetzt auf eine mögliche veränderte Lage vorbereiten.
  • Praxen sollten Patienten, die möglicherweise betroffen sind, zu Randzeiten der Sprechstunden in die Praxen bitten (ggf. entsprechende Informationen zu gesonderten Sprechzeiten an die Praxistüren) und – falls möglich – die Betroffenen in einem separaten Raum warten lassen.
  • Sinnvoll ist der Einsatz von Schutzausrüstung für Ärzte und Praxispersonal.
  • Zusätzlich essenziell ist in der jetzigen Phase, den Schutz von vulnerablen Gruppen vor impfpräventablen Lungenerkrankungen zu forcieren: Überprüfung und Auffrischung der Pneumokokken- und Pertussis-Impfung sowie ggf. der Influenza-Impfung von über 60-Jährigen und chronisch Kranken.

Grundsätzlich sollten alle Berliner – wie bei Influenza und anderen Atemwegsinfektionen auch – auf eine umfassende Händehygiene, eine korrekte Hustenetikette sowie Abstand zu möglichen Erkrankten achten. „Wenn diese Regeln beachtet werden, kann eine Ansteckungsgefahr verringert werden. Sollten doch Symptome auftreten, appellieren wir an die Patienten, nicht quer durch die Stadt zu fahren, sondern von einem Besuch in den Praxen Abstand zu nehmen und diese telefonisch zu kontaktieren“, so Dr. Burkhard Ruppert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV Berlin.

Bitte beachten Sie auch die heutige Pressemitteilung der Senatsverwaltung.