Stennes und Wessel reagieren mit Unverständnis auf das Urteil des Amtsgerichts

KV Berlin zum Strafprozess gegen Berliner Frauenärztinnen

Berlin, 18.06.2019. „Frauen in schwierigen Situationen sollten auf Internetseiten gynäkologischer Praxen erfahren können, ob und wie diese zum Schwangerschaftsabbruch beraten und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, um herauszufinden, ob sie sich an andere Stellen wenden müssen“, äußern sich Dr. Margret Stennes und Dr. Christiane Wessel zum aktuellen Urteil im Strafprozess gegen die zwei Berliner Frauenärztinnen Bettina Gaber und Verena Weyer. Stennes, Vorstandsvorsitzende, und Wessel, Vorsitzende der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin, reagieren mit Unverständnis auf die Entscheidung des Amtsgerichts Berlin-Tiergarten, das die beiden Frauenärztinnen wegen Verstoßes gegen das sogenannte Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche für schuldig befunden und zu Geldstrafen verurteilt hat.

Über ärztliche Leistungen zu informieren, sei aus Sicht von Stennes und Wessel keine Werbung. „Wie man auch immer zu diesem Thema stehen mag, sollten Frauen die Möglichkeit haben, sich darüber informieren zu können, wo sie bei diesem sehr individuellen und sehr emotionalen Thema Aufklärung und Hilfe erhalten können“, so Wessel, die selbst seit vielen Jahren als niedergelassene Gynäkologin tätig ist. „Damit Frauen in schwierigen Situationen keine übereilte Entscheidung treffen, sollten Frauenärzte und unabhängige Beratungen gleichermaßen erste Ansprechpartner sein, was voraussetzt, dass sie ihr Leistungsspektrum veröffentlichen dürfen“, unterstreicht Stennes und kritisiert, dass sich die beiden Frauenärztinnen für die Entscheidung, ihre Patientinnen über Behandlungsmöglichkeiten zu informieren, in einem Strafprozess wiederfinden. Gaber und Weyer handelten in ärztlicher Verantwortung und im Interesse ihrer Patientinnen und nicht aus einer finanziellen Motivation heraus.

„Wir würden uns wünschen, dass Frauen in schwierigen Situationen ein uneingeschränktes Informationsrecht erhalten“, so Stennes und Wessel abschließend und mit Blick auf eine mögliche Fortsetzung des Gerichtsverfahrens.

Hier finden Sie die aktuellen Fotos von Frau Dr. Stennes und Frau Dr. Wessel.

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(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin, Öffentlichkeitsarbeit | Erstellt am: 18.06.2019

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