KV Berlin warnt: Umsetzung von einem Tag zum anderen ist nicht zu schaffen

Terminservice wird durch TSVG ausgeweitet

Berlin, 09.05.2019. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin weitet das Angebot ihrer Terminservicestelle (TSS) ab Inkrafttreten des Terminservice- und Versorgungsgesetzes weiter aus. Die TSS wird zusätzlich zu den bisher vermittelten Terminen bei grundversorgenden Fachärzten und Psychotherapeuten bei Bedarf auch Termine bei Haus- sowie Kinder- und Jugendärzten (inklusive Gesundheitsuntersuchungen im Kindesalter) organisieren. „Damit kommen wir unserer gesetzlichen Pflicht nach, möchten aber gleichzeitig vor zu großen Erwartungen warnen. Die Umsetzung der aktuellen gesetzlichen Vorgaben von einem Tag zum anderen wird nicht zu schaffen sein“, heißt es von Seiten des Vorstandes der KV Berlin.

Vom Gesetzgeber ist vorgesehen, dass Behandlungstermine innerhalb einer Woche mit maximal vier Wochen Wartezeit vermittelt werden müssen. Bei psychotherapeutischen Akutbehandlungen sollen Patienten einen Termin innerhalb von zwei anstelle bislang vier Wochen erhalten. „Um diese neue Regel umzusetzen, stehen die Berliner Praxen vor großen Herausforderungen, da die Praxisorganisation geändert werden muss, um der TSS freie Termine melden zu können“, so die KV Berlin, die darauf hinweist, dass ein Anspruch der Patienten bzw. der Eltern für ihre Kinder auf einen Termin bei einem bestimmten Arzt nicht besteht. Die Entfernung zwischen Wohnsitz und Praxis müsse laut Gesetzgeber zumutbar sein und sollte wie bei den grundversorgenden Fachärzten nicht über 30 Minuten liegen.

Ebenfalls ab Inkrafttreten sind die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten verpflichtet, die Sprechzeiten von gesetzlich Krankenversicherten von 20 auf mindestens 25 Stunden pro Woche auszuweiten. „Wir haben unsere Mitglieder auch über diese neue Verpflichtung von Seiten des Gesetzgebers informiert. Wir gehen davon aus, dass die Mehrheit unserer Mitglieder bereits vor Inkrafttreten des TSVG mehr Sprechstunden als bisher gefordert angeboten hat und bereits heute über das erforderte Maß hinaus für ihre Patienten tätig ist“, heißt es weiter. Vor diesem Hintergrund werde die neue Sprechstundenregelung des TSVG die wenigsten ambulant tätigen Ärzte und Psychotherapeuten in Berlin betreffen.

Mit Inkrafttreten des TSVG sind die Kassenärztlichen Vereinigungen außerdem verpflichtet, im Internet die Sprechstundenzeiten der Vertragsärzte und -psychotherapeuten sowie die Zugangsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung zu veröffentlichen. Dies wird im Rahmen der bereits bekannten Online-Arztsuche auf www.kvberlin.de sukzessive umgesetzt. Weitere Regelungen des TSVG wie zum Beispiel die Ausweisung von mindestens fünf offenen Sprechstunden bei Fachärzten der grundversorgenden und wohnortnahen Versorgung, für die Patienten keine Überweisung und Voranmeldung benötigen, tritt erst zum 1. September in Kraft. Eine enge Verzahnung von TSS und Leitstelle des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes der KV Berlin sowie eine einheitliche Erreichbarkeit beider Stellen unter der Telefonnummer 116117 ist bis zum 1. Januar 2020 geplant. An der Umsetzung dieser und anderer Vorgaben arbeitet die KV Berlin aktuell mit Hochdruck.

Wichtige Informationen zur Terminservicestelle (TSS) der KV Berlin

Patienten mit einem Vermittlungswunsch wenden sich telefonisch (Montag bis Freitag von 9 bis 15 Uhr) unter der Rufnummer 030-31003383 oder per E-Mail unter tss@kvberlin.de an die TSS.

Mehr Informationen

Kontakt:

Kassenärztliche Vereinigung Berlin
Dörthe Arnold, Pressesprecherin / Leiterin Kommunikationsabteilung
Tel. (030) 31003-681
Fax: (030) 31003-50 210
Masurenallee 6 A
14057 Berlin
E-Mail: presse@kvberlin.de

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin, Öffentlichkeitsarbeit | Erstellt am: 09.05.2019

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