HPV-Impfung für Jungen auch in Berlin einfach über die AOK-Gesundheitskarte abrechenbar

Gemeinsame Pressemitteilung: Neue Vereinbarung zwischen KV Berlin und AOK Nordost zu Satzungsimpfungen

Berlin, 15.08.2018. Eine neue Vereinbarung zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin und der AOK Nordost vereinfacht es für Versicherte, sogenannte Satzungsimpfungen zu nutzen: Seit Juli 2018 können AOK-Versicherte Impfungen wie die HPV-Schutzimpfung für Jungen unkompliziert über die AOK-Gesundheits¬karte in Anspruch nehmen und müssen die Kosten nicht mehr verauslagen. Für Erwachsene umfasst die Satzungsimpfvereinbarung wichtige Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln (sofern sie im Kindesalter nicht bereits gegen diese Krankheiten immunisiert wurden) sowie gegen Meningokokken, Typhus und/oder Hepatitis A und B.

Seit Juli 2018 übernimmt die AOK Nordost auch die Kosten für die HPV-Impfung für AOK-versicherte Jungen. Diese Impfung ist bisher noch keine Standardleistung der Krankenkassen. Wenn Eltern sich für die HPV-Impfung ihrer AOK-versicherten Kinder entscheiden, können teilnehmende Ärzte diese Impfung mit der Gesundheitskasse direkt abrechnen und ersparen den Patienten, für das ärztliche Honorar sowie den Impfstoff in Vorkasse zugehen. Der Verwaltungsrat der AOK Nordost hatte vor kurzem beschlossen, diese Impfung frühzeitig für die AOK-versicherten Jungen zu übernehmen, noch bevor der Gemeinsame Bundesausschuss die entsprechende Empfehlung der Ständigen Impfkommission verbindlich für alle gesetzlichen Krankenkassen vorschreibt. Grundlage für die unkomplizierte Abrechnung per Chipkarte ist die vorliegende Vereinbarung, die die AOK Nordost als erste Krankenkasse in Berlin mit der KV Berlin geschlossen hat.

„Mit der Satzungsimpfvereinbarung ist es uns nun auch in Berlin gelungen, unseren Versicherten einen unkomplizierten Zugang zu diesen wichtigen Präventionsleistungen zu ermöglichen. Von besonderer Bedeutung ist, dass von der HPV-Impfung neben den Mädchen nun auch Jungen profitieren. Das ist ein wichtiger Schritt, um den Gemeinschaftsschutz weiter zu stärken und die Infektionskette bei HPV-Erkran¬kungen zu durchbrechen“, sagt Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost.

Die KV Berlin begrüßt den Schritt der AOK Nordost, den Zugang zu Impfungen außerhalb der Schutzimpfungs-Richtlinie zu vereinfachen. „Impfungen sind eine unkomplizierte und sichere Vorsorge gegen gefährliche Krankheiten. Der schnelle und bequeme Zugang nur über das Einlesen der Gesundheitskarte, wie die Patienten es für Leistungen ihres Arztes gewohnt sind, fördert hoffentlich die Akzeptanz und hilft, die Impfraten zu steigern“, sagt Dr. Burkhard Ruppert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV Berlin. „Insbesondere auch bei Masern haben wir da Nachholbedarf bei jungen Erwachsenen. Denn sogenannte Kinderkrankheiten sind nicht nur für diese gefährlich und werden auch nicht nur von Kindern übertragen“, so der praktizierende Kinder- und Jugendmediziner.
Die KV Berlin informiert derzeit die niedergelassenen Ärzte in der Stadt über den neuen Abrechnungsweg für Satzungsimpfungen. Sollten AOK-Versicherte für diese Impfungen von nichtteilnehmenden Ärzten oder für den entsprechenden Impfstoff von Apotheken noch eine Rechnung erhalten, können sie diese zur Erstattung problemlos bei der AOK Nordost einreichen.


Hintergrund:
Warum ist die Impfung gegen Humane Papillomviren so wichtig?
Humane Papillomviren (HPV) sind eine Gruppe von DNA-Viren, von denen mittlerweile mehr als 150 verschiedene Typen bekannt sind. Einige können bösartige Veränderungen hervorrufen, insbesondere Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom). Aber auch Vulva-, Vagi¬nal-, Penis- und Anal-Karzinome sowie Tumore im Mund-Rachen-Bereich können Folgen ei¬ner HPV-Infektion sein. Mit Ausnahme spezieller Erkrankungen der Frauen können insoweit Männer ebenso von HPV-Infektionen und deren Folgen betroffen sein.

HPV-Impfungen kön¬nen vor einer Infektion mit speziellen Papillomviren schützen. Da die Infektion vor allem beim Sexualkontakt übertragen wird, ist der wirksamste Schutz eine Impfung, die bereits vor dem ersten Geschlechtsverkehr erfolgt. Ein weiteres Ziel der präventiven Impfmaßnahme ist die Unter¬brechung der Infektionskette durch eine spürbare Erhöhung der Impfrate, sodass auch nicht geimpfte Männer und Frauen vor einer HPV-Infektion geschützt werden. Denn auch zehn Jahre nach der ersten Empfehlung der STIKO zur HPV-Impfung sind heute bundesweit nur 31 Prozent der 15-jährigen Mädchen geimpft.

Kontakt:

Kassenärztliche Vereinigung Berlin, Pressesprecherin Dörthe Arnold
Telefon: 030 31003-681
E-Mail: presse@kvberlin.de

AOK Nordost – Die Gesundheitskasse, Pressesprecher Matthias Gabriel
Telefon: 0800 265080-22202
E-Mail: presse@nordost.aok.de

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin, Öffentlichkeitsarbeit | Erstellt am: 15.08.2018

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