Bundesweite Rufnummer 116117 ist Dreh- und Angelpunkt für alle Notfallangebote der KV Berlin

Ambulante Notfallversorgung in Berlin

Berlin, 25.07.2018. Hinter der bundesweiten Telefonnummer des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116117 verbirgt sich bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin ein umfassendes Angebot für die ambulante Notfallversorgung in der Hauptstadt. Zurzeit stehen rund um die Uhr eine Leitstelle inklusive telefonischer Beratung und der fahrende Dienst für dringende medizinische Fälle zur Verfügung. Zwei KV-eigene Notdienstpraxen, vier Kinder- und jugendärztliche Notdienstpraxen sowie elf Kooperationskrankenhäuser mit Portalpraxen ergänzen das Angebot. „Dieses werden wir in den nächsten Monaten noch weiter ausbauen“, kündigte Dr. Burkhard Ruppert, stellvertretender Vorsitzender der KV Berlin, auf einer heutigen Pressekonferenz an. Ziel sei es, die Verbesserung der Notfallversorgung in der Stadt entscheidend mitzugestalten.

Dreh- und Angelpunkt (auch) der künftigen ambulanten Notfallversorgung in Berlin ist die 116117. „Mit Hilfe dieser Nummer wollen wir die Patienten dabei unterstützen, sich im Dschungel der medizinischen Notfallangebote zurechtzufinden, und Fehlinanspruchnahmen verhindern“, verwies Ruppert auf die aktuell starke Inanspruchnahme von Notaufnahmen und Rettungsdiensten. Künftig soll am Telefon der Versorgungsweg festgelegt werden, bevor der Patient seine Wohnung bzw. sein Haus verlässt. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeitet die KV Berlin an der Implementierung einer intelligenten Leitstelle. Hierzu werden die Telefonberatung sowie die Präsenz des kompetenten nicht-ärztlichen Personals und der beratenden Fachärzte weiter ausgebaut. Den Patienten soll durch Beratung und medizinische Ersteinschätzung dabei geholfen werden, ihre Situation richtig einzuschätzen. Sollte medizinischer Bedarf bestehen, werden die Anrufer in die individuell angebrachte Versorgungsstruktur (fahrender Dienst der KV mit aktuell 26 Fahrzeugen, KV-eigene Notdienstpraxen für Kinder – aktuell vier, KV-eigene Notdienstpraxen für Erwachsene – sieben bis acht sind insgesamt geplant, Rettungsdienst unter der 112, Notaufnahmen der Berliner Kliniken) weitergeleitet.

„Notaufnahmen werden insbesondere in der wachsenden Stadt Berlin mehr und mehr in Anspruch genommen. Etwa die Hälfte der Patienten, die Berliner Notaufnahmen aufsuchen, wissen oft nicht, dass es einen Notdienst der Kassenärztlichen Vereinigung gibt“, äußerte sich die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kolat, die von der KV Berlin als Gast auf der heutigen Pressekonferenz begrüßt wurde. Die Rufnummer 116117 des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes der Kassenärztlichen Vereinigungen müsse bekannter werden. „Wir haben in Berlin 38 Notaufnahmen in den Krankenhäusern. Ich erhoffe mir, dass es über die Service-Telefonnummer 116117 auch zu einer Entlastung der Rettungsstellen kommt“, so Kolat, die im Anschluss an die Pressekonferenz die KV-Leitstelle besichtigte.

„Die 116117 wird in Berlin immer bekannter. Das zeigen uns die aktuellen Anruferzahlen unserer Leitstelle. Gemeinsam mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, die eine bundesweite Kampagne vorbereitet, werden wir weiterhin an der Bekanntmachung der Nummer arbeiten“, so die Vorstandsvorsitzende der KV Berlin, Dr. Margret Stennes, die in diesem Zusammenhang auf den gestern veröffentlichten Entwurf zum Terminservice- und Versorgungsgesetz verwies. „Das Bundesgesundheitsministerium plant, unter der 116117 einen gemeinsamen 24-Stunden-Betrieb für die Notfallversorgung und die Terminservicestelle zu installieren. Aus unserer Sicht ist eine Verquickung nicht sinnvoll. Das qualifizierte Personal in der Leitstelle ist für akut erkrankte Patienten da. Eine Differenzierung von Notfallversorgung und Terminservicestelle sollte erhalten bleiben.“ Die KV Berlin werde sich im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens intensiv mit dem Referentenentwurf auseinandersetzen, denn er enthalte jenseits der Verpflichtung für mehr Sprechstunden weitere Eingriffe in die ärztliche Selbstverwaltung.

Zum Hintergrund:
Die Rufnummer 116117 ist kostenfrei und gilt bundesweit.
Wann rufen Patienten die 116117 an?
Bei Beschwerden, die nicht lebensbedrohlich (kein Notfall) sind. Nach Praxisschluss, wenn ein Arztbesuch nicht mehr bis zum nächsten Tag warten kann.
Wann rufen Patienten die 112 an?
Bei medizinischen Notfällen (Herzinfarkt, Schlagunfall, schwere Unfälle etc.)
Warum nicht direkt in die Notaufnahmen gehen?
Die Notaufnahmen sind für lebensbedrohlich erkrankte Patienten da.

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit | Erstellt am: 25.07.2018

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