KV-Vize Ruppert: Aktuelle Angebote auf Prüfstand, um Qualität der Notfallversorgung weiter zu verbessern

Reform der ambulanten Notfallversorgung

Berlin, 01.03.2018. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin hat es sich zum Ziel gesetzt, die Verbesserung der Notfallversorgung in der Stadt entscheidend mitzugestalten. Vor diesem Hintergrund hat die KV Berlin ihre aktuellen Angebote – den Ärztlichen Bereitschaftsdienst, die KV-Leitstelle sowie das Notdienstpraxen- und Erste-Hilfe-Stellen-Netz an den Krankenhäusern – auf den Prüfstand gestellt und Optimierungspotenziale ermittelt. „Wir haben festgestellt, dass die Patienten trotz unserer umfangreichen Angebote immer häufiger den direkten Weg in die Rettungsstellen nehmen. Aus unserer Sicht liegen die Ursachen an der immer noch zu niedrigen Bekanntheit unserer Angebote, aber auch an der Fehlsteuerung der Patienten und einer Unkenntnis der Versorgungsstrukturen“, hier sieht Dr. Burkhard Ruppert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV Berlin, in vielerlei Hinsicht Verbesserungspotenzial. Dass auch die KV Berlin trotz ihres bereits maßgeblichen Anteils an der Notfallversorgung nachsteuern sollte, darin sind sich der Vorstand der KV Berlin und die Vertreterversammlung einig. Der Prozess der Weiterentwicklung ist noch in vollem Gange, doch bereits jetzt können erste Eckpunkte einer geplanten Reform vorgestellt werden.

Ausbau des Notdienstpraxen-Netzes:
Aktuell geht die KV Berlin von einem Bedarf von etwa acht Notdienstpraxen aus – in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer Rettungsstelle und von der KV Berlin als Eigeneinrichtungen betrieben. Die Notdienstpraxen – besetzt mit Fachärzten und nichtärztlichem Personal – sollen die Rettungsstellen entlasten. Seit August 2016 organisiert die KV Berlin eine Notdienstpraxis am Unfallkrankenhaus Berlin-Marzahn. Anfang April wird am Jüdischen Krankenhaus Berlin eine zweite KV-Notdienstpraxis ihren Betrieb aufnehmen. Mit weiteren Krankenhäusern befindet sich die KV Berlin aktuell in Gesprächen.

Weiterentwicklung der Leitstelle der KV Berlin:
Die KV-Leitstelle ist weiterhin 24 Stunden und sieben Tage die Woche erreichbar. Ab dem 1. April soll der Ärztliche Bereitschaftsdienst der KV Berlin ausschließlich über die bundesweit einheitliche Rufnummer 116117 erreichbar sein. Die bisherige Rufnummer 310031 wird Schritt für Schritt „vom Netz genommen“. Die ärztliche Präsenz in der KV-Leitstelle soll erhöht werden. Neben den Beratungsärzten mit Facharztstatus, die von ca. 8 bis 24 Uhr zur Verfügung stehen sollen, wird kompetentes nichtärztliches Personal die Beratung unterstützen. Am Telefon erfolgt eine Ersteinschätzung der Beschwerden. Die Patienten werden in die individuell benötigte Versorgungsstruktur geleitet.

Reorganisation des fahrenden Ärztlichen Bereitschaftsdienstes:
Der fahrende Ärztliche Bereitschaftsdienst der KV Berlin kann von Patienten in dringenden Fällen auch weiterhin 365 Tage im Jahr in Anspruch genommen werden. Nach aktuellen Überlegungen und gemäß den Gesetzesvorgaben ist geplant, den fahrenden Ärztlichen Bereitschaftsdienst auf die Zeit außerhalb der Sprechstundenzeiten zu begrenzen. Um daraus entstehende Versorgungslücken für immobile Patienten aufzufangen, wird über die Einführung eines Hausbesuchsdienstes während der Sprechstundenzeiten der Praxen nachgedacht.
„Mit diesen Maßnahmen will die KV Berlin die Qualität der Notdienstversorgung für die Berliner Bevölkerung steigern. Darüber hinaus wollen wir die Patienten dabei unterstützen, sich im Dschungel der unterschiedlichen medizinischen Notfallangebote zurechtzufinden“, so Ruppert auch mit Blick auf weitere Gespräche mit den Krankenhäusern und anderen Beteiligten. Besonders erfreulich sei aus seiner Sicht, dass die Krankenkassen beginnend ab diesem Jahr die Reorganisation des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Berlin durch zusätzliche finanzielle Mittel unterstützen. 

Hinweis an die Redaktionen:
Das Eckpunktepapier finden Sie hier.
Die Fahrzeugflotte des fahrenden Ärztlichen Bereitschaftsdienstes wurde erneuert. Ab sofort fahren die 26 Fahrzeuge in einem neuen Design durch Berlin. Gut erkennbar ist auch die neue Telefonnummer 116117 – die bundesweit einheitliche Nummer des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes, unter der ab dem 1. April auch der Bereitschaftsdienst der KV Berlin zu erreichen ist. Fotos können auf Anfrage gerne zugesandt werden.

Kassenärztliche Vereinigung Berlin
Dörthe Arnold, Pressesprecherin / Leiterin Kommunikationsabteilung
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(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin, Öffentlichkeitsarbeit | Erstellt am: 01.03.2018

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