Ambulante Psychotherapie: Neue Leistungen für Patienten zu Dumping-Preisen - Korrekturen dringend notwendig

Berlin, 31.03.2017. Ab dem 1. April 2017 wird die ambulante psychotherapeutische Versorgung um neue Angebote ergänzt, etwa die psychotherapeutische Sprechstunde zur Abklärung weiterer Maßnahmen oder Akutbehandlungen ohne Überweisung. Wichtig sei dabei, so Dipl.-Med. Mathias Coordt, Stellvertretender Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin, dass die psychologischen Psychotherapeuten, die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten und die ausschließlich psychotherapeutisch tätigen Ärzte diese neuen Leistungen im Rahmen ihrer bestehenden Verfügbarkeiten anbieten müssen – zusätzliche Therapieplätze oder Therapeuten gibt es durch die neue Gesetzeslage nicht.

"Umso entscheidender ist die Wertschätzung des Mehraufwands, den die Kolleginnen und Kollegen nun haben, um den Zugang zur Psychotherapie für die Patienten zu verbessern", führte Coordt aus. Absolut enttäuschend sei deshalb für die betreffenden Ärzte und Psychotherapeuten, dass die Vergütung der neuen Angebote genau dies nicht abbilde und hinter der Bewertung der regulären Richtlinien-Therapie zurückbleibe.

Für die psychotherapeutische Sprechstunde und Akutbehandlung werden je mindestens 25 Minuten lediglich 406 Punkte sprich 42,75 Euro im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) angesetzt. Dies hatte vorgestern Abend der Erweiterte Bewertungsausschuss im Schlichterspruch gegen die Position der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und für die der Krankenkassen entschieden. Zum Vergleich: 25 Minuten Richtlinien-Therapie sind im EBM mit 420,5 Punkten und 44,28 Euro bewertet.

"Dies ist vollkommen unzureichend und dringend korrekturbedürftig. Eine Klage der Kassenärztlichen Bundesvereinigung wird die KV Berlin daher unterstützen.", machte der Stellvertretende KV-Vorsitzende klar.

Die männlichen Bezeichnungen von Personengruppen im Text gelten jeweils sowohl für die männliche als auch die weibliche Form und wurden der besseren Lesbarkeit halber verwendet.

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin, Öffentlichkeitsarbeit | Erstellt am: 31.03.2017

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