Gemeinsame Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales und der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin

Berlin startet Förderprogramm zur Assistierten Reproduktion

Berlin, 12.08.2015. In Berlin startet heute das Förderprogramm zur Assistierten Reproduktion. Danach können Ehepaare mit unerfülltem Kinderwunsch bei einer reproduktionsmedizinischen Behandlung jetzt auch finanzielle Unterstützung vom Land Berlin erhalten. Der Bund beteiligt sich bei der Förderung der Maßnahmen mit Mitteln in gleicher Höhe. Hierzu wird das Land Berlin mit dem Bund noch eine Vereinbarung schließen. Berlin ist das sechste Bundesland, das sich dem Bundesförderprogramm zur assistierten Reproduktion anschließt.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig dazu: „Ich freue mich, dass wir jetzt auch das Land Berlin für unser Bundesförderprogramm gewinnen konnten. Immer wieder wird beklagt, dass in unserem Land zu wenige Kinder geboren werden – deshalb ist es richtig, dass Paare, die sich Kinder wünschen auch eine Unterstützung erhalten. Ich hoffe sehr, dass weitere Bundesländer nachziehen und dem Beispiel Berlins folgen.“

Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja: „Ungewollt kinderlose Ehepaare werden bei einer Kinderwunschbehandlung über die Finanzierung der Gesetzlichen Krankenkassen hinaus nun auch vom Land Berlin finanziell unterstützt. Ich freue mich, dass wir in Berlin damit den Kreis der Ehepaare, deren Kinderwunsch sich bislang nicht erfüllt hat, erweitern können. Dies gilt gerade auch für Paare, die sich dies bislang nicht leisten konnten. Für die Förderung stehen für ein Jahr insgesamt 1,2 Mio. Euro zur Verfügung, wovon der Bund und Berlin jeweils die Hälfte übernehmen.“

Bisher werden bei Kinderwunschbehandlungen 50 Prozent der Kosten von den Gesetzlichen Krankenkassen übernommen, die andere Hälfte müssen die Paare selber tragen. Mit dem Förderprogramm können sich die Paare nunmehr die Hälfte ihres Selbstkostenanteils vom Land Berlin und vom Bund finanzieren lassen, d.h. sie müssen zukünftig nur noch 25 Prozent selber tragen. In Berlin wird der zweite und dritte Behandlungsversuch bezuschusst, die Krankenkassen beteiligen sich bei den ersten drei Versuchen einer Behandlung. Die Kassenärztliche Vereinigung Berlin (KV Berlin) ist für die Umsetzung der Fördermaßnahme zuständig.

„Die Kassenärztliche Vereinigung Berlin freut sich, in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales ungewollt kinderlosen Ehepaaren bei der Finanzierung von Maßnahmen der künstlichen Befruchtung zu helfen. Die KV Berlin überwacht die ambulante Behandlung und hilft bei der Organisation der Finanzierung. Wir sind der Ansprechpartner, um das Verfahren schnell und unbürokratisch in die Wege zu leiten“, so Burkhard Bratzke, Vorstandsmitglied der KV Berlin.

Die Paare können ihren Antrag auf Förderung bei der KV Berlin stellen. Die Voraussetzungen für die Förderung entsprechen den Regelungen für die Gesetzlichen Krankenkassen nach § 27 a SGB V. Danach übernehmen die Krankenkassen 50 Prozent der Kosten für bis zu drei Versuche einer reproduktionsmedizinischen Behandlung, sofern die Maßnahme medizinisch erforderlich ist und hinreichende Aussicht auf Erfolg besteht. In Berlin gilt dies abweichend für den zweiten und dritten Versuch. Außerdem müssen die Paare, die eine Maßnahme in Anspruch nehmen wollen, miteinander verheiratet sein und das 25. Lebensjahr vollendet haben. Die Förderung bekommen Frauen bis zu einem Alter von 40 Jahren, Männer bis zum 50. Lebensjahr. Bereits laufende Behandlungen können nicht finanziert werden.

Vor einem Behandlungsbeginn sollten sich die Paare sowohl bei ihrer Krankenkasse als auch bei der KV Berlin über die genauen Voraussetzungen beraten lassen.
Das Programm ist zunächst für ein Jahr beschlossen, soll aber in den Folgejahren fortgesetzt werden.

Pressekontakt:

Regina Kneiding, Pressesprecherin der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales,
Tel. (030) 9028-1135, E-Mail: pressestelle@sengs.berlin.de

Pressestelle der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin,
Tel. (030) 31003-408, E-Mail: presse@kvberlin.de




(Quelle: KV Berlin)

Autor: Senator für Gesundheit und Soziales/KV Berlin | Erstellt am: 12.08.2015

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