Mutterschutz praxiskonform gestalten

Als Ärztin arbeiten, Mutter sein, keine Nachteile haben

Berlin, 08.04.2016.Der Forderung des Deutschen Ärztinnenbundes (DÄB), das Mutterschutzgesetz zu reformieren und damit einem faktischen Beschäftigungsverbot von schwangeren Ärztinnen entgegen zu wirken, unterstützt die Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin, Dr. Angelika Prehn, ausdrücklich. In einer nichtöffentlichen Anhörung hatte das Bundesfamilienministerium am 5. April 2016 über eine zeitgemäße Novellierung des Gesetzes beraten, das bislang im Wesentlichen seit Inkrafttreten im Jahr 1952 unverändert geblieben ist.

„Die alten Regelungen bilden die Realität in den Arztpraxen und in der ärztlichen Weiterbildung, gerade auch vor dem Hintergrund der zunehmenden Feminisierung des Arztberufs, nicht ab und hindern Frauen daran, ihre berufliche Karriere und den Wunsch nach Kindern gleichermaßen voranbringen zu können“, so Prehn. Selbstverständlich sei der Schutz werdender Mütter und des ungeborenen Lebens ein hohes Gut, das es zu verteidigen gelte. Doch: „Flexible Lösungen sind nötig, die es auch schwangeren Medizinerinnen unter Berücksichtigung einzelner Vorsichtsmaßnahmen erlauben, als Ärztin zu praktizieren. Eine ,Verbannung‘ aus dem Praxisalltag ist nicht im Sinne der Betroffenen, sondern schadet ihnen nur in ihrer Arbeit und ihrer weiteren Qualifizierung“, ist sich die KV-Vorsitzende sicher.

Insbesondere die Niederlassung böte flexible Ansätze für Ärztinnen, Beruf und Familienleben „unter einen Hut“ zu bringen. Wenn durch eine Modernisierung des Mutterschutzgesetzes eine stärkere Ausrichtung auf Realität und Praxis erfolgte und den Ärztinnen mehr Stabilität in der Berufsausübung erlaubte, „wäre das genauso ein Gewinn für das gesamte Praxisteam und nicht zuletzt auch für die Patienten“, erklärte die KV-Vorsitzende abschließend.

 

 

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin, Öffentlichkeitsarbeit | Erstellt am: 08.04.2016

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