Noch am selben Tag in die Sprechstunde? In Berlin kein Problem.

Berlin, 30.08.2016. 42 Prozent der Berliner Krankenversicherten, die im Rahmen der heute veröffentlichten Befragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung befragt wurden, haben beim letzten Praxisbesuch gar nicht warten müssen, sondern konnten sofort beziehungsweise ohne Termin oder ohne dass sie einen Termin hatten, in die Sprechstunde kommen. Innerhalb von einer Woche waren es knapp zwei Drittel der Versicherten (63 Prozent), innerhalb von maximal drei Wochen drei Viertel (77 Prozent). Über drei Wochen auf einen Termin mussten 16 Prozent von ihnen warten. Dass sie überhaupt keinen Termin beim Arzt bekommen hätten, sagen nur zwei Prozent der Versicherten.

Die Befragten sind fast alle gesetzlich versichert (89 Prozent) und stellen ihrem Arzt eine ,gute Gesamtnote‘ aus: Das Vertrauensverhältnis zu ihrem Arzt bezeichnen 87 Prozent als gut, 86 Prozent halten ihn für kompetent und 91 Prozent waren von seiner Freundlichkeit ihnen gegenüber überzeugt. "Besser geht es eigentlich kaum – Beweis und Kompliment für die hohe Flexibilität und Patientennähe der Berliner Kassenärzte", bewertete der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin diese Rückmeldungen.

Eine Flexibilität und Patientennähe, die sich auch bei genauerer Betrachtung der Befragungsergebnisse für die unterschiedlichen Versorgungsbereiche zeigt: Sofort zum Hausarzt konnten 56 Prozent der Versicherten, vier von fünf Patienten innerhalb einer Woche. Bei den Fachärzten wurde jeder Vierte sofort vom Arzt gesehen, zwei Drittel der Versicherten innerhalb von drei Wochen. "Angesichts dessen, dass viele Patienten als erste Anlaufstelle den Hausarzt aufsuchen, um dessen Diagnose und bei Bedarf weitere Überweisung zum Facharzt einzuholen, und auch nicht alle Fälle akut sind, sind auch diese Zahlen ein Zeugnis für die insgesamt gute medizinische Versorgungssituation der Berliner", so der KV-Vorstand. Denn dass die Terminvereinbarungen in der Praxis häufig auch Vorsorge- oder Routinebehandlungen betreffen und somit keine Dringlichkeit haben – und auch Wochen im Voraus vereinbart werden beziehungsweise werden können – zeigt die Analyse der Gründe für den letzten Praxisbesuch: Zwar gab jeder Vierte ein aktuelles Problem an, ebenso viele Berliner gingen jedoch wegen einer chronischen Krankheit zum Arzt. Jeder sechste Arzttermin (17 Prozent der Befragten) wurde für Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen ohne akutes Krankheitsgeschehen genutzt.

Die Mehrheit, nämlich Dreiviertel der Berliner Versicherten, bestätigt entsprechend, dass die Wartezeit für einen Termin nicht zu lang war. Auch die Wartezeit in der Praxis selbst kann sich sehen lassen: Ein Drittel der Patienten kam innerhalb einer Viertelstunde in der Sprechstunde an die Reihe, innerhalb einer Stunde waren es 85 Prozent.

"Natürlich sehen wir und auch alle niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen, dass 70 oder 80 Prozent nicht 100 sind. Aber wir sehen auch, dass nicht mehr viel Luft nach oben ist. Da, wo es Verbesserungsmöglichkeiten gibt, die von den Ärzten beeinflusst werden können, gibt es auch Anstrengungen, die Situation für die Patienten noch weiter zu verbessern – etwa bei einer ausgewogeneren Steuerung der Arztpraxen zwischen den Bezirken", erklärte der Vorstand der KV Berlin mit Verweis auf den Bedarfsplan für Berlin und Verabredungen im Gemeinsamen Landesgremium. Aber auch die Patienten sind gefragt: "Die Termintreue ist keine Einbahnstraße. Wenn Termine von Patienten nicht wahrgenommen und gar nicht oder erst kurzfristig abgesagt werden, die der Arzt für sie freigehalten hat, leiden andere Erkrankte darunter, die auf spätere Termine ausweichen mussten." Knapp ein Viertel der Berliner Versicherten hat im letzten Jahr nämlich auf einen eigentlich notwendigen Arzttermin verzichtet – berufliche Gründe und Zeitmangel waren dafür der häufigste Grund. Zehn Prozent von ihnen haben jedoch aus Bequemlichkeit verzichtet, und immerhin fünf Prozent haben den Termin schlichtweg vergessen.

Quelle für alle Zahlen: Versichertenbefragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung 2016: KV Berlin. Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage (durchgeführt von der FGW Forschungsgruppe Wahlen Telefonfeld GmbH), März/April 2016.

Weiterführende Informationen:

Hintergrund zur KV Berlin: Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin ist die Dachorganisation der mehr als 9.000 ambulant tätigen Ärzte und Psychotherapeuten in Berlin. Sie sorgt unter anderem dafür, dass die ambulante medizinische Versorgung von gesetzlich krankenversicherten Patienten auf hohem Qualitätsniveau stattfindet und dass diese den Arzt ihrer Wahl aufsuchen können, ganz gleich, in welcher Krankenkasse sie versichert sind.

Die männlichen Bezeichnungen von Personengruppen im Text bezeichnen jeweils sowohl die männliche als auch die weibliche Form und wurden der besseren Lesbarkeit halber verwendet.

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin, Öffentlichkeitsarbeit | Erstellt am: 23.08.2016

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