Die ambulante Versorgung Berlins in Zahlen

Berlin verfügt über ein dichtes und hochspezialisiertes ambulantes Versorgungsnetz wie kaum eine andere Region. Rund 9.200 ambulant tätige Ärzte und Psychotherapeuten kümmern sich um die Gesundheit der drei Millionen gesetzlich krankenversicherten Berliner.

Auf dieser Seite haben wir Zahlen zusammengestellt, die illustrieren, wer hinter der ambulanten Versorgung Berlins steht und wie sich Ärzte und Psychotherpeuten als Niedergelassene organisieren.

Zur besseren Lesbarkeit werden die Begriffe Arzt und Psychotherapeut in der männlichen Form verwendet. Sie stehen sowohl für die weibliche als auch für die männliche Bezeichnung.

Anzahl der Ärzte und Psychotherapeuten

Niedergelassen in eigener Praxis oder angestellt arbeiten in Berlin:

  • 2.900 Haus- und Kinderärzte
  • 4.500 Fachärzte
  • 1.800 Psychologische Psychotherapeuten

Zahlen der Fachgruppen

Nicht mitgezählt sind Ärzte im Krankenhaus, im öffentlichen Gesundheitsdienst und solche, die in eigener Praxis ausschließlich Privatversicherte behandeln.

Diagramm Hausarzt-Facharzt 400x223

Praxisformen der ambulanten Versorgung

Die niedergelassenen Berliner Ärzte und Psychotherapeuten sind in knapp 6.400 Praxen und 164 Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) tätig.

Mehr als die Hälfte der Vertragsärzte arbeitet in einer Einzelpraxis - ca. 5.000.

Zunehmende Verbreitung finden jedoch auch Berufsausübungsgemeinschaften, in denen sich Ärzte derselben Arztgruppe oder auch verschiedener Arztgruppen zusammenschließen. In ihnen ist etwa ein Viertel der niedergelassenen Ärzte tätig.

Etwa 1.900 Ärzte bzw. Psychotherapeuten sind entweder in einer Praxis oder in einem MVZ angestellt.

Diagramm Praxistyp 400x215

Hinzu kommen rund 130 ermächtigte Ärzte. Das sind Krankenhausärzte, die neben ihrer Kliniktätigkeit einige Leistungen auch ambulant durchführen dürfen.

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Verteilung männlicher und weiblicher Niedergelassener

Diagramm M-W-Verteilung 400x241

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Niedergelassene nach Altersgruppen

Diagramm Alterverteilung 400x243

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Behandlungsfälle

31 Millionen Behandlungsfälle werden jährlich von den niedergelassenen Berliner Ärzten und Psychotherapeuten versorgt, rund 160.000 Patienten täglich. Als ein Behandlungsfall gilt die gesamte Behandlung, die in einer Praxis innerhalb eines Quartals an ein und demselben Patienten ambulant vorgenommen wurde.

Durchschnitt der behandelten Patienten pro Tag:

  • Hausärzte: 43,5
  • Fachärzte: 34,3
  • Psychotherapeuten: 6,9

Arbeitszeiten

Rund 50 Wochenstunden arbeitet ein niedergelassener Arzt im Durchschnitt in seiner Praxis, ein Viertel davon entfällt auf Verwaltungstätigkeiten wie die Beantwortung von Kassenanfragen, das Ausfüllen von Fragebögen, die Dokumentation der Behandlungen usw. 

Finanzierung

370 Euro zahlen die Krankenkassen pro Jahr für die Grundversorgung eines Mitglieds. Davon müssen fast alle Leistungen, die das Mitglied und seine mitversicherten Familienangehörigen in Anspruch nehmen, bezahlt werden. Gerade einmal 22 Euro bekommt der Arzt etwa für einen Hausbesuch bei einem Kassenpatienten.

15 Prozent ihrer Leistungen erbringen die Berliner Ärzte ohne Bezahlung: Seit mehr als 20 Jahren sind die Arzthonorare strikt budgetiert – trotz des medizinischen Fortschritts und des auch aufgrund der Altersentwicklung wachsenden Bedarfs. Bis auf wenige, fest definierte Leistungen muss jede zusätzliche Leistung aus dem gedeckelten Honorartopf finanziert werden.

Verordnung von Arzneimitteln

Arzneimittel im Wert von rund 48 Euro (Patienten zwischen 16 und 49 Jahren), 82 Euro (Patienten zwischen 50 und 64 Jahren) und 109 Euro (Patienten ab 65 Jahren) darf ein Allgemeinmediziner im Durchschnitt pro Patient und Quartal im Jahr 2016 verordnen. Zusätzlich zur Altersgruppe der Patienten ist diese sogenannte Richtgröße auch je Fachrichtung unterschiedlich hoch. Ob ein Arzt im Jahr sein Richtgrößenvolumen (Zahl der Patienten multipliziert mit der Richtgröße) einhält, wird von den Krankenkassen regelmäßig kontrolliert. Liegt er 25 Prozent über seinem Ausgabenvolumen, droht ihm ein Regress.

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Weiterbildung

Mindestens 37,5 Stunden pro Jahr muss sich ein Vertragsarzt fortbilden. Alle fünf Jahre muss er gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung nachweisen, dass er Fortbildungen im Umfang von 250 Punkten wahrgenommen hat – so sieht es das Gesetz vor (1 Punkt entspricht einer Fortbildung von 45 Minuten Dauer).

Ärztlicher Bereitschaftsdienst (ÄBD)

Der Ärztliche Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin ist unter der Telefonnummer 31 00 31 für die Berliner rund um die Uhr da. Patienten, die aus gesundheitlichen Gründen ihren Arzt nicht aufsuchen können, werden in dringenden Fällen zu Hause ärztlich versorgt - auch nachts und an den Wochenenden. 300.000 Anrufe gehen pro Jahr beim Ärztlichen Bereitschaftsdienst ein, 300 Ärzte arbeiten für den ÄBD, sie leisten 150.000 bis 160.000 Hausbesuche im Jahr, 20 Fahrzeuge stehen für den Einsatz zur Verfügung.

Telefonischer Ärztlicher Beratungsdienst

Außerhalb der Praxissprechzeiten bietet die KV Berlin ebenfalls unter der Nummer 31 00 31 zusätzlich einen telefonischen ärztlichen Beratungsdienst an, der von 30.000 Anrufern jährlich kontaktiert wird.

Leichenschaudienst

Der KV-Sicherstellungsauftrag endet mit dem Tod eines gesetzlich versicherten Menschen. Als Serviceleistung organisiert die Kassenärztliche Vereinigung Berlin jedoch auch einen Leichenschaudienst in Berlin. Insgesamt vier Leichenschauärzte sind pro 24 Stunden im Einsatz. 2015 führten sie mehr als 10.000 Leichenschauen durch.

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Stand der Daten: 31.12.2015

(Quelle: KV Berlin / KM 6-Statistik / www.gsi-berlin.info / www.statistik-berlin-brandenburg.de)

Qualitätssicherung

Qualitätsberichte zur ambulanten Versorgung Berlins

Weitere Informationen

Bundesweite Zahlen zur ambulanten Versorgung und Antworten auf häufige Fragen zum Gesundheitssystem: www.kbv.de
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