KV-Gesundheitsratgeber: Reisen als chronisch kranker Patient - worauf sollte ich achten?

Reisen mit chronischen Erkrankungen – Checkliste mit wichtigen Grundregeln

Hier einige Grundregeln, die Sie bei der Vorbereitung der Reise beachten sollten, unabhängig davon, ob Sie an einer Herzerkrankung leiden, Dialysepatient sind oder anderweitig chronisch erkrankt sind.

Vorbereitender Arztbesuch


  • Lassen Sie sich rechtzeitig vor Reiseantritt von Ihrem Arzt untersuchen. Bringen Sie zu diesem Termin schon die Reisedetails mit:

    • Welches ist das Reiseziel?
    • Wie lange wird der Flug dauern?
    • Wie groß ist die Zeitverschiebung?
    • Klima und Temperaturen am Reiseziel.
    • Wie sieht der aktuelle Impfschutz aus? Bringen Sie Ihren Impfausweis mit.
    • Welche Reiseimpfungen sind notwendig?

Ihr Arzt wird Sie beraten und einschätzen, ob Sie flugtauglich sind und welche Impfungen notwendig sind. Für die Impfungen gilt besonders – frühzeitig daran denken. Damit ausreichender Impfschutz bei Reiseantritt besteht.


Medikamente

  • Notwendige Medikamente und Hilfsmittel in ausreichender Stückzahl mitnehmen. Teilen Sie die Medikamente so auf, dass Sie sich aus dem Handgepäck für die ersten Urlaubstage versorgen können. Koffer können verloren gehen.
  • Kälteempfindliche Medikamente (z. B. Insulin) gehören ins Handgepäck. In den Frachträumen der Flugzeuge wird es bis zu –40 Grad kalt. Das hält nicht jedes Medikament aus.
  • Nehmen Sie mehr Medikamente mit auf Reisen, als Sie eigentlich benötigen. Eine Reisedauer kann sich aus nicht vorhersehbaren Gründen verlängern.
  • Das gleiche gilt für Ausflüge – auch ein Ausflug kann sich unvor-hergesehen verlängern.
  • Sollten Sie für Ihr Krankheitsbild Notfallmedikamente benötigen – nehmen Sie sie unbedingt mit!
  • Erstellen Sie eine Liste mit den wesentlichen Erkrankungen und den erforderlichen Medikamenten (Wichtig: Wirkstoffe aufzählen, Dosisangaben nicht vergessen) in Deutsch, Englisch und wenn möglich in Landessprache. Dies für den Fall, dass Sie im Reiseland ärztliche Hilfe benötigen.
  • Vergessen Sie aber auch nicht die üblichen Beschwerden, die auf Reisen unvorhergesehen auftreten können, wie Durchfall oder Reiseübelkeit. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt mögliche Wechselwirkungen mit der ständigen Medikation.
  • Bei der Medikamenteneinnahme die Zeitverschiebung berücksichtigen.

Bescheinigung für Betäubungsmittel und Metallimplantate


  • Für Betäubungsmittel benötigen Sie je nach Reiseland eine Bescheinigung Ihres behandelnden Arztes, eventuell eine Bescheinigung der Landesgesundheitsbehörde über die medizinische Notwendigkeit. Weitere Informationen dazu bietet das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) www.bfarm.de.
  • Für Betäubungsmittel, die während längerer Flüge appliziert werden, ist es für die Sicherheitskontrolle notwendig, eine ärztliche Bescheinigung mitzuführen. Einige dieser Medikamente werden in Fertigspritzen mit Nadel angeboten und müssen (da eiweißhaltig) mit in die Passagierkabine genommen werden. In der Regel haben Hersteller sensibler Medikamente entsprechende Formulare auf ihrer Homepage.
  • Als Träger von Metallimplantaten (z. B. Herzschrittmacher, künstliche Gelenke) sollten Sie ebenfalls eine Bescheinigung Ihres Arztes mitführen. Diese können die Sicherheitskontrolle auslösen.

Reiseziel


  • Informieren Sie sich vor Reiseantritt darüber, wo Sie im Reiseland im Notfall Hilfe bekommen können. Auch hier ist es ratsam, eine Liste von Ärzten und Krankenhäusern mit Adressen und Telefonnummern zu erstellen und diese mitzuführen.
  • Klären Sie Fragen des Auslandskrankenschutzes, der Reiserücktrittsversicherung und die Möglichkeiten eines Rückholdienstes.

Sie wissen um Ihre individuellen Bedürfnisse und "Besonderheiten". Wichtig für eine Reise ohne Zwischenfälle ist, diese ausreichend vorzubereiten und sorgfältig zu planen. Suchen Sie vor Beginn der Reise das Gespräch mit dem Reiseveranstalter und dem Betreuungspersonal. Machen Sie auf Ihre besondere Situation aufmerksam.

Gesundheitsratgeber für Patienten zu den Themen der KV-Sprechstunde. Weitere Informationen bekommen Sie unter www.kvberlin.de/patienten/gesundheitsratgeber.

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