KV-Gesundheitsratgeber: Psychosomatische Erkrankungen - Körper und Seele leiden miteinander

Bereits jeder vierte Bundesbürger im berufstätigen Alter leidet unter so genannten "psychosomatischen Beschwerden": Die Betroffenen fühlen sich krank, ihre Beschwerden haben aber keine organische Ursache, sondern werden durch seelische Belastungen ausgelöst oder verschlimmert. Der Begriff ?psychosomatisch? (aus dem Griechischen: Psyche bezeichnet die Seele, Soma den Körper) beschreibt das enge Zusammenspiel zwischen Körper und Seele. Dies drückt sich auch in Redewendungen wie "sich etwas zu Herzen nehmen" oder "unter die Haut gehen" aus.

Was sind psychosomatische Erkankungen

Psychosomatische Erkrankungen können sich in einem nervösen Magenleiden, Ess-Störungen, Kopfschmerzen oder auch Herzrasen äußern. Krankheitstypisch ist hierbei das häufig gleichzeitige oder abwechselnde Auftreten körperlicher oder seelischer Symptome. Außerdem verändern sich bei vielen Patienten die Symptome im Verlauf der Erkrankung. Was beispielsweise als Kopfschmerz begann, kann sich zu Magen-Darm-Beschwerden entwickeln. Auch die Auslöser für psychosomatische Erkrankungen sind vielfältig. Stress im Berufsleben ist ein häufiger Mitverursacher. Aber auch Streitereien in der Familie können "die Brust zuschnüren" oder "auf den Magen schlagen".

Behandlungswege

Für viele Betroffene ist es zunächst schwer zu akzeptieren, dass keine organische Erkrankung vorliegt. Sie befürchten, dass ihre Beschwerden nicht ernst genommen werden. Da sie sich nach wie vor körperlich und nicht seelisch krank fühlen, fällt es ihnen schwer, psychotherapeutische Hilfe anzunehmen. Dabei ist heute die Bedeutung von seelischen Faktoren für das Entstehen von Krankheiten und ihren Verlauf unbestritten.

Wichtig ist vor allem, dass sich Betroffene mit ihren Beschwerden an den Arzt ihres Vertrauens wenden. Erste Anlaufstelle ist meistens der Hausarzt. Er wird im Gespräch mit dem Patienten nach den Ursachen der Beschwerden suchen und körperliche Erkrankungen durch eine Untersuchung ausschließen. Steht fest, dass die Beschwerden durch psychische Faktoren ausgelöst werden und eine Behandlung sinnvoll ist, wird der Hausarzt dem Patienten einen Facharzt für Psychosomatik empfehlen, der ihm hilft, die seelischen Ursachen so zu verarbeiten, dass sich seine Beschwerden bessern.

Wichtig bei der Diagnose und Behandlung von psychosomatischen Erkrankungen ist eine gute Kooperation zwischen Haus- und Facharzt, damit das Leiden des Patienten frühzeitig erkannt und behandelt und eine langwierige Odyssee des Patienten von einem Arzt zum nächsten vermieden werden kann.

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Gesundheitsratgeber für Patienten zu den Themen der KV-Sprechstunde. Weitere Informationen bekommen Sie unter www.kvberlin.de/patienten/gesundheitsratgeber.

(Quelle: KV Berlin)

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