KV-Gesundheitsratgeber: Morbus Bechterew

Morbus Bechterew – was ist das?

Die Bechterew'sche Erkrankung (ankylosierende Spondylitis) ist eine chronische (nicht nur vorübergehende) entzündlich rheumatische Krankheit, die vor allem das "Achsenskelett" - also Wirbelsäule und Becken - betrifft.

Wird die Krankheit nicht behandelt, so kann sie zur knöchernen Einsteifung der Wirbelsäule führen. Befallen werden können aber auch die Gelenke der Gliedmaßen, ebenso können Entzündungen und Veränderungen am Auge oder der Lunge auftreten.

Morbus Bechterew gilt bis heute als gut behandelbar, die Krankheit lässt sich aber durch frühzeitige Diagnose und gezielte Behandlung in ihrem Verlauf ganz entscheidend positiv beeinflussen.

Erste Symptome und Diagnose

Die Krankheit beginnt überwiegend zwischen dem 18. und 35. Lebensjahr. Im Anfangsstadium sind die Rückenschmerzen meist unspezifisch. Es gibt jedoch Kriterien, auf deren Basis eine sichere Diagnose gestellt werden kann.

Folgende Symptome sind für den Beginn charakteristisch:

  • Tiefsitzender Kreuzschmerz, bzw. zwischen rechts und links wechselnde Gesäßschmerzen, verbunden mit einer Einschränkung der Wirbelsäulen-Beweglichkeit (besonders der Lendenwirbelsäule),
  • Schmerzen und Steife treten vor allem in der zweiten Nachthälfte und in den frühen Morgenstunden auf,
  • Besserung durch Bewegung und Verschlimmerung in Ruhe (bei den viel häufigeren nicht entzündlichen Rückenleiden ist es umgekehrt),
  • Morgensteifigkeit des Rückens länger als 30 Minuten,
  • Andauern der Rückenschmerzen über mehr als 3 Monate.

Außer diesen Symptomen können noch folgende Kriterien einen Hinweis geben: 

  • Schmerzhafte Schwellung einzelner Gelenke (z. B. Hüftgelenk, Kniegelenk),
  • Fersenschmerzen oder eine andere Sehnenansatz-Entzündung, schmerzhaftes rotes Auge (Regenbogenhautentzündung),
  • Schmerzen über dem Brustbein, Einschränkung der Brustkorbdehnung ohne erkennbare Ursache,
  • Eindeutige Besserung durch ein cortisonfreies, entzündungshemmendes Medikament (z. B. Diclofenac) innerhalb von 48 Stunden und Wiederkehr der Schmerzen nach Absetzen des Medikaments.

Krankheitsverlauf

Der Morbus Bechterew verläuft individuell unterschiedlich. Viele Patienten leiden besonders unter den Entzündungsschmerzen, bei anderen steht die zunehmende Versteifung im Vordergrund. Bei manchen Patienten ist die Krankheit sehr aggressiv, bei anderen verläuft sie mild.

Bei einigen Patienten sind Gelenke der Gliedmaßen mitbetroffen, das Auge und die Haut (Psoriasis), bei anderen beschränkt sich die Krankheit ausschließlich auf die Wirbelsäule. Das Ausmaß der Behinderung lässt sich durch eine gezielte Therapie und eigenes Verhalten entscheidend beeinflussen.

Der "übliche" Krankheitsverlauf ist gekennzeichnet durch:

  • Beginn der Erkrankung zwischen dem 18. und dem 35. Lebensjahr,
  • vorübergehende Verschlimmerungen (Entzündungs-"Schübe"),
  • eine fortschreitende Versteifung und Verformung der Wirbelsäule, vor allem in den ersten 30 Jahren,
  • bei etwa 40 Prozent der Patienten ein einmaliges oder wiederholtes Auftreten einer Regenbogenhautentzündung,
  • bei 20 bis 30 Prozent begleitende Schuppenflechte (Psoriasis).

Weiter zu Teil 2: Umgang mit der Krankheit

Zum Herunterladen

button_drucken
Copyright © Kassenärztliche Vereinigung Berlin