KV-Gesundheitsratgeber: Kinderlähmung - Spätfolgen einer vergessenen Krankheit

In der KV-Sprechstunde im Mai informierten Fachärzte für Physikalische und Rehabilitative Medizin über Symptome und Therapiemöglichkeiten beim Post-Polio-Syndrom und standen dem Publikum im Anschluss für Fragen zur Verfügung. Ergänzt wurde die Veranstaltung durch die Teilnahme von Selbsthilfegruppen.

Durch konsequentes Impfen ist die Poliomyelitis, auch bekannt als Kinderlähmung, in Europa weitgehend verschwunden. Allerdings leiden noch viele Menschen, die sich vor Jahrzehnten mit dem auslösenden Virus infiziert haben, unter gravierenden Spätfolgen, die als Post-Polio-Syndrom (PPS) bezeichnet werden. Zu den neurologischen und orthopädischen Schädigungen durch permanente Fehlbelastung von Bändern und Gelenken treten alte und neue Lähmungen, schnelle Erschöpfung, diffuse Muskelschmerzen, Kälteintoleranz und Atemprobleme. In der KV-Sprechstunde informieren Fachärzte über die Möglichkeiten der Therapie.

Die Poliomyelitis (Kinderlähmung) ist seit über 3.000 Jahren bekannt. Auch in Deutschland war diese Krankheit bis in die 1960er-Jahre weit verbreitet. Das Post-Polio-Syndrom (PPS) ist eine eigenständige Erkrankung infolge einer durchgemachten Polio-Infektion, die erst nach vielen Jahren auftritt.

In Deutschland sind etwa 120.000 Personen betroffen, die Dunkelziffer ist allerdings erheblich höher. Die Ursachen sind nicht endgültig geklärt, wahrscheinlich ist eine Überbelastung und Zerstörung der verbliebenen Nerv-Muskel-Verbindungen ursächlich. Typische Merkmale der Krankheit sind rasch auftretende Ermüdbarkeit und Erschöpfung, diese betreffen sowohl die muskuläre Ausdauer und Belastungsfähigkeit als auch die psychische und konzentrative Belastungsfähigkeit. Zu den Symptomen zählen beispielsweise: Muskelschwäche, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Kälteempfindlichkeit sowie Atembeschwerden.

Die wichtigste Behandlung ist die Physiotherapie. Außerdem sollten Betroffene eine unverhältnismäßige Beanspruchung der Muskulatur vermeiden und viele Ruhepausen einlegen.

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KV-Blatt 4/2015:
Das Post-Polio-Syndrom (PPS)
(PDF, 54 KB [2 Seiten])

Wichtige Adressen
(PDF, 46 KB [2 Seiten])
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