KV-Gesundheitsratgeber: Kinder

Kinder kommen mit einer faszinierenden Neugierde zur Welt. Sie sind offen für fast alles und wollen die Welt entdecken. Gerade in den ersten Jahren kann die Kreativität der Kinder enorm gefördert werden, indem Kinder Lösungen für Probleme möglichst selten vorgegeben bekommen. Kreativität stärkt die innere Ausgeglichenheit und das Selbstwertgefühl. Beim Basteln, Malen und Spielen finden Kinder häufig Erfolgserlebnisse, die sie motivieren, sich neuen Herausforderungen zu stellen.

Damit Kinder zu selbstbewussten, kreativen und selbstsicheren Menschen heranreifen, können Eltern viel tun. Vor allen Dingen die Anlagen des Kindes unterstützen und fördern. Dabei sollten Eltern nicht vergessen, dass Kinder das Vorbild der Eltern genau im Auge haben und sich immer wieder überlegen, ob sie sich mit den Eltern identifizieren wollen oder ob sie sich abgrenzen wollen. Erziehung zu Individualität und Selbstbewusstsein bedeutet hinzunehmen, dass Kinder vieles anders regeln werden als ihre Eltern. Hauptsache sie sind zufrieden dabei!

Erziehungsstile unter der Lupe

Die Erziehungsstile wechseln so schnell wie die Mode. Die Trends reichen von autoritären bis antiautoritären Ansätzen. Wie soll man sich da verhalten? Mittlerweile gibt es so viele Bücher, Kurse und Medienberichte zu dem Thema, dass es eher Zufall ist, welche Informationen Eltern aufschnappen.

Viele Eltern sind verunsichert. Sind wir zu streng oder zu nachgiebig? Ist Schimpfen und Strafen notwendig, oder grenzt es bereits an Kindesmisshandlung? Darf man Leistung von einem Kind fordern oder nicht? Wo genau liegt die gute Mitte zwischen Verständnis und Härte? Es gibt kaum Eltern, die sich nicht häufig solche Fragen stellen. Hinzu kommt, dass viele Mütter und Väter ihre Kinder nicht so erziehen wollen, wie sie selbst erzogen worden sind, sondern alles "besser machen" wollen.

Welche Erziehungsrichtung man auch einschlägt, eines sollte immer gewährleistet sein: Man sollte konsequent auf das Kind und seine Bedürfnisse eingehen. Unabhängig von Zeit und Kultur haben Kinder die gleichen altersspezifischen Bedürfnisse und Eigenarten. Das Wichtigste, was Kinder brauchen, sind oft einfache Dinge wie Geborgenheit und Zuwendung, völlig losgelöst von jeglichem Erziehungsstil.

Weder die autoritäre noch die antiautoritäre Erziehung wird den kindlichen Bedürfnissen vollauf gerecht. Als ideal gilt heute ein partnerschaftlicher, auch als demokratisch bezeichneter Stil. In der Realität liegen allerdings fast immer Mischformen der verschiedenen Erziehungsstile vor.

Richtige Ernährung im Kindesalter

Ab dem ersten Lebensjahr kann das Kleinkind in die Familienkost einbezogen werden. Man sollte darauf achten, dass die Speisen nicht zu stark gewürzt sind. Eine ausgewogene, gesunde Mischkost gibt Ihrem Kind während des Wachstums das, was es braucht. Sie setzt sich aus reichlich pflanzlichen Lebensmitteln und Getreide, mäßig vielen tierischen Produkten und nur einem geringen Anteil an fettreichen Lebensmitteln zusammen. Süßigkeiten und süße, stark zuckerhaltige Getränke (z. B. Cola) sollten so weit wie möglich vermieden werden.

Jedes dritte Kind im Alter bis zu 4 Jahren ist inzwischen übergewichtig und die meisten nehmen dieses Übergewicht mit in das Erwachsenenalter. Der Grundstein für eine gesunde Ernährung im späteren Leben wird somit schon im Kindesalter gelegt.

Ausgewogene Mischkost

Während oft schon leichtes Übergewicht – besonders von jungen Mädchen – als kosmetischer Makel empfunden wird, handelt es sich im Gegensatz dazu bei der Fettsucht um eine ernste medizinische Problematik. Bereits Kinder überschreiten aufgrund des extrem zunehmenden Bewegungsmangels immer häufiger die Grenzen des Normalgewichts. Jedes fünfte Kind in Deutschland ist "überpfundig" – in den neuen Bundesländern zeigen sogar 33 % der Mädchen und 25,8 % der Jungen zwischen 3 und 16 Jahren Übergewicht mit steigender Tendenz.

Außer einer eingeschränkten Leistungsfähigkeit durch zunehmende gesundheitliche Schwierigkeiten und seelischen Problemen, stellt starkes Übergewicht auch einen ernsten Risikofaktor für das Auftreten von Zuckerkrankheit, Bluthochdruck und Gefäßverkalkung dar. Die Lebenserwartung ist deutlich geringer als bei Normalgewichtigen. Ohne rechtzeitiges Eingreifen kämpfen betroffene Kinder meist auch als Jugendliche und Erwachsene mit Übergewicht.

Weiter zu Teil 2: Gesundheitsvorsorge

(Quelle: Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V.)

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