KV-Gesundheitsratgeber: Noch zu jung für einen Bandscheibenvorfall?

Teil 1 - Der Bandscheibenvorfall

Wenn sich im Faserring der Bandscheibe Risse bilden, kann es dazu kommen, dass der Gallertkern der Bandscheibe langsam ausläuft. Die dabei entstehende Vorwölbung reizt und schädigt naheliegende Nervenenden.

Rückenbeschwerden sind in der Bevölkerung weit verbreitet, in den Industriestaaten ist jeder Zweite davon betroffen. Eine Untersuchung der Medizinischen Universität Lübeck ergab sogar, dass 72 Prozent der Männer und 77 Prozent der Frauen in den vergangenen zwölf Monaten Rückenbeschwerden hatten.

Dabei soll auch die Psyche eine nicht unerhebliche Rolle spielen: Bei psychischer Belastung ist die Haltung verkrampft, die verhärteten Muskeln werden schlechter durchblutet, und das führt zu ständigen Schmerzen.

Ursachen

Die "Pufferfähigkeit" der Bandscheibe lässt mit dem Alter nach.

Die Bandscheibe kann sich nach hinten vorwölben und auf eine Nervenendigung drücken. Diese Veränderung nennt man Bandscheibenprotrusion, also Bandscheiben-Vorwölbung. Wenn nun der Faserring einreißt und der weiche Kern austritt, liegt ein Bandscheibenprolaps (Bandscheibenvorfall) vor.

Ein Bandscheibenvorfall kann ohne Symptome verlaufen. Sind jedoch Symptome vorhanden, sind diese hauptsächlich auf den Druck des Kernes gegen einzelne Nervenwurzeln zurückzuführen: intensive Schmerzen an Bein, Fuß, Arm oder Hand, verbunden mit Gefühlsstörungen (Ameisenlaufen, Kribbelgefühl, Taubheit), letztlich auch Kraftabschwächung einzelner Muskeln bis hin zu Lähmungen.

Die meisten Bandscheibenvorfälle kommen an der Lendenwirbelsäule vor, am häufigsten im Alter von 30 bis 50 Jahren. In der Halswirbelsäule treten Bandscheibenvorfälle relativ selten auf, dort eher im Alter von 40 bis 60 Jahren. Die Brustwirbelsäule ist am seltensten betroffen.

Diagnose

Die Krankengeschichte (Anamnese) und eine ausführliche klinisch-neurologische Untersuchung sind von großer Wichtigkeit.

In vielen Fällen kann der Arzt dabei feststellen, ob und in welcher Höhe ein Bandscheibenvorfall vorliegt. Eine Computertomographie oder eine Kernspintomographie kann die Diagnose erleichtern.

Zudem werden damit andere mögliche Ursachen - zum Beispiel ein Tumor - ausgeschlossen. Welche Untersuchung in Frage kommt, beurteilt der Arzt von Fall zu Fall.

 

Quelle: Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (www.orthinform.de)

 

Gesundheitsratgeber für Patienten zu den Themen der KV-Sprechstunde. Weitere Informationen bekommen Sie unter www.kvberlin.de/patienten/gesundheitsratgeber.

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Zum Herunterladen

Der Bandscheibenvorfall - Ursachen
(PDF, 40 KB [2 Seiten])

Therapie des Bandscheibenvorfalls
(PDF, 44 KB [2 Seiten])

Aufbau Wirbelsäule
(PDF, 26 KB [1 Seite])

Wichtige Adressen
(PDF, 37 KB [1 Seite])
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