KV-Gesundheitsratgeber: Nicht die Augen verschließen - Grauer und Grüner Star
Der Graue Star oder die Katarakt

Begriff und Ursache

Unter einem Grauen Star oder einer Katarakt versteht man eine Trübung der Augenlinse. Am häufigsten entsteht der Graue Star als Folge eines Alterungsprozesses der Augenlinse. Der Altersstar entwickelt sich überwiegend nach dem 65. Lebensjahr. Manche Patienten bekommen ihn allerdings schon im 4. Lebensjahrzehnt. Nach Verletzungen oder Entzündungen des Augeninneren sowie bei Stoffwechselstörungen kann ebenfalls ein Grauer Star auftreten. Selten ist er angeboren.

Wie macht sich der Graue Star bemerkbar?

  • Zumeist tritt eine langsame Sehverschlechterung mit zu-nehmender Blendungsempfindlichkeit und einem Grau-schleiersehen ein.
  • Das Fahren mit dem Auto in der Nacht bereitet Schwierigkeiten.
  • Ungünstige Beleuchtungsverhältnisse stören besonders.
  • Durch eine eventuelle Änderung der Brechkraft des Auges bemerken manche Patienten, dass sie ohne Brille plötzlich besser sehen können. Diese Veränderung hält jedoch nicht lange an.

Behandlung des Gauen Stars

Der Augenarzt kann einen Grauen Star an der Spaltlampe (ei-nem Mikroskop mit 6- bis 40-facher Vergrößerung und spezieller seitlicher Beleuchtung, dem so genannten „Lichtspalt“) leicht feststellen.
Durch Medikamente ist der Graue Star nicht zu bessern. Fühlt sich der Patient erheblich gestört, kann er durch eine Operation behandelt werden.

Die Operation des Grauen Stars

Bei der Staroperation werden die getrübte Rinde und der Kern der Linse mit einem Ultraschallhandstück zertrümmert und entfernt. Die Linsenkapsel verbleibt im Auge, um hier eine spezielle Kunstlinse einzusetzen. Eine Naht des Einschnitts der Außenhülle des Augapfels am Ende der Operation ist nur in seltenen Fällen erforderlich. Es gibt mehrere Modelle von Kunstlinsen, die als Ersatz für die natürliche Linse ausgewählt werden können.

Der Eingriff wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Moderne Beruhigungsmittel lassen den Patienten die Operation „verschlafen“. Er kann sich an den Eingriff zumeist nicht mehr erinnern.

Komplikationen bei der Staroperation

Komplikationen in Zusammenhang mit einer Staroperation sind äußerst selten. Aber in der Medizin gibt es keine 100-prozentige Garantie.

Ambulante oder stationäre Operation?

Im Normalfall gibt es keinen Grund, wegen einer Staroperation in ein Krankenhaus einzuziehen. (Eine Zahnextraktion ist viel unangenehmer und wird auch nicht stationär durchgeführt!)

Nach der Operation sollten einige Verhaltensregeln eingehalten werden: z.B. keinen Druck auf das operierte Auge ausüben, re-gelmäßige Nachuntersuchungen bei einem Augenarzt durchführen lassen, für einige Zeit Tropfen oder Salbe anwenden etc.

 

Gesundheitsratgeber für Patienten zu den Themen der KV-Sprechstunde. Weitere Informationen bekommen Sie unter www.kvberlin.de/patienten/gesundheitsratgeber.

Weiter zu Teil 2: Das Glaukom (Grüner Star)

(Quelle: KV Berlin)

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