KV-Gesundheitsratgeber: Nicht die Augen verschließen: Grauer und Grüner Star:
Das Glaukom (Grüner Star)

Das Glaukom, auch Grüner Star genannt, ist eine der häufigsten Ursachen für Erblindung. Weltweit sind etwa 60 Millionen Menschen betroffen.

Unter dem Begriff Glaukom werden Augenkrankheiten zusammengefasst, die mit fortschreitendem Sehnervenschwund, schleichendem Verfall des Gesichtsfeldes und oft, aber bei weitem nicht immer, mit einem erhöhten Augeninnendruck einhergehen.

Erhöhter Augeninnendruck entsteht durch eine Abflussstörung des Kammerwassers, das Hornhaut und Linse mit Nährstoffen versorgt. Die Flüssigkeit staut sich im Auge, der Augeninnendruck erhöht sich. Dadurch wird der Sehnerv geschädigt, was der Erkrankte zunächst nicht merkt, da die Einschränkungen des Gesichtsfeldes (Bereich der Umgebung, den man wahrnimmt, ohne das Auge zu bewegen) ganz allmählich auftreten. Wenn der Überdruck bestehen bleibt, schränkt sich das Gesichtsfeld nach und nach immer weiter ein. Schließlich kommt es zu Ausfällen im Zentrum des Gesichtsfeldes. Die Einbußen der Sehkraft durch Schäden am Sehnerv sind nicht wieder rückgängig zu machen. Deshalb ist es so wichtig, durch Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt den erhöhten Augeninnendruck rechtzeitig zu erkennen.

Risikofaktoren

An einem Glaukom kann jeder Mensch erkranken. Es gibt aber Faktoren, die das Entstehen begünstigen können.

  • das Alter: nach dem 40. Lebensjahr steigt die Häufigkeit von Glaukomen deutlich an
  • erbliche Faktoren: Glaukom in der Verwandtschaft ersten Grades
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • bestimmte Augenerkrankungen, z.B. eine starke Kurzsichtigkeit

Die verschiedenen Formen des Glaukoms

Das „Offenwinkelglaukom“ (das sogenannte „chronische“ Glaukom) ist in Europa mit ca. 60 bis 90 Prozent die häufigste Glaukomform. Der Augeninnendruck erhöht sich über Jahre hinweg langsam, so dass der Betroffene zunächst keine Beschwerden verspürt. Dadurch kommt es zur Schädigung des Sehnervs, was zu allmählichen Gesichtsfeldeinbußen führt. Zunächst werden vom Betroffenen diese Gesichtsfeldausfälle nicht registriert, weil die Stelle des schärfsten Sehens anfangs nicht betroffen ist.

Doch nicht immer ist der Augeninnendruck allein ausschlaggebend: Das so genannte „Normaldruckglaukom“ ist eine spezielle Form des Offenwinkelglaukoms, bei dem der Druck im Innern des Auges nicht erhöht ist. In diesem Fall können als Ursache Durchblutungsstörungen des Sehnervs eine Rolle spielen.

Das „akute Glaukom“ ist eine seltenere, aber bedrohliche Glaukomform. Verursacht wird das akute Glaukom durch einen plötzlichen Verschluss des Kammerwasserabflusses. Hierbei treten starke Beschwerden wie heftige Augen- und Kopfschmerzen, Sehverschlechterung und häufig auch Übelkeit auf. Das Auge ist gerötet. Die Betroffenen müssen unverzüglich einen Augenarzt aufsuchen, da das akute Glaukom sehr rasch zur Erblindung führen kann.

Eine sehr seltene Form des Glaukoms ist das angeborene Glaukom bei Neugeborenen und Kleinkindern. Ursache ist hier eine Fehlbildung des Kammerwinkels mit einer Behinderung des Kammerwasserabflusses. Symptome für ein angeborenes Glaukom sind Lichtscheu, ständiges Tränen und auffallend große, „schöne“ Augen.

Bei einem „sekundären Glaukom“ erhöht sich der Augeninnendruck als Folge anderer Erkrankungen, z.B. Diabetes, Entzündungen oder Verletzungen.

Diagnose

Um eine Glaukomerkrankung diagnostizieren zu können, sind verschiedene augenärztliche Untersuchungen notwendig:

  • Messung des Augeninnendrucks
  • Kontrollieren der Abflusswege des Kammerwassers
  • Kontrolle des Sehnervs
  • Kontrolle des Sehvermögens (Gesichtsfeld und Sehschärfe)
  • Messung der Hornhautdicke (Pachymetrie)
  • Vermessung des Sehnervs (HRT, GdX, OCT)

Therapiemaßnahmen

Die verlorene Sehkraft lässt sich nicht wiederherstellen. Deshalb ist ein möglichst frühzeitiger Behandlungsbeginn sehr wichtig. Das Fortschreiten der Erkrankung kann jedoch in den meisten Fällen mit Medikamenten, zum Beispiel in Form von Augentropfen, verhindert werden.

Wenn die medikamentöse Behandlung nicht erfolgreich ist, besteht die Möglichkeit einer Laserbehandlung oder Operation, um die Krankheit aufzuhalten.

Vorbeugung

Da die chronische Glaukomerkrankung schleichend beginnt, am Anfang keine Beschwerden verursacht, aber früher oder später zur Erblindung führt, ist eine regelmäßige Untersuchung beim Augenarzt äußerst wichtig. Gehen Sie ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung beim Augenarzt.

 

Gesundheitsratgeber für Patienten zu den Themen der KV-Sprechstunde. Weitere Informationen bekommen Sie unter www.kvberlin.de/patienten/gesundheitsratgeber.

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Autor: KV Berlin, Öffentlichkeitsarbeit | Erstellt am: 09.11.2012

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