FSME-Impfung für Berlin nicht erforderlich

Die von infizierten Zecken auf den Menschen übertragbare Viruserkrankung Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME genannt, kommt in Berlin nicht vor. Die Ständige Impf-kommission (STIKO) am Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt daher für Berlin die FSME-Impfung weder für die Allgemeinbevölkerung noch für Personen, die sich beruflich häufig im Freien aufhalten, wie beispielsweise Waldarbeiter.

Das Risiko, durch einen Stich einer Zecke mit FSME infiziert zu werden, besteht in Deutschland nur in bestimmten Regionen, den so genannten Risikogebieten, in denen mit dem FSME-Virus infizierte Zecken auftreten. Hier sind vor allem Bayern, Baden-Württemberg und Südhessen betroffen. Brandenburg ist wie Berlin nicht als Risikogebiet eingestuft.

Die FSME-Impfung ergibt nur Sinn für Berliner Bürger, die in ein Risikogebiet reisen und so mit FSME-infizierten Zecken in Berührung kommen können. In Berlin können die Zecken zwar Borreliose übertragen – eine Bakterieninfektion, die mit Antibiotika behandelt wird – aber kein FSME.

Personen, die beabsichtigen, in Risikogebiete zu reisen und dort zum Beispiel bei Spaziergängen in Wäldern oder hohem Gras mit Zecken in Kontakt kommen könnten, sollten sich rechtzeitig gegen FSME impfen lassen. Ein zeitlich begrenzter Impfschutz, beispielsweise für Urlauber, erfordert mindestens zwei Gaben des Impfstoffs, für einen länger bestehenden Impfschutz sind insgesamt drei Impfdosen nötig. Bei Reisen in Risikogebiete in Deutschland übernehmen in Berlin die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten. Wer in entsprechende Gebiete im Ausland (zum Beispiel Russland, Polen, Österreich) reist, muss die Impfung und den Impfstoff privat bezahlen.

Trotz FSME-Entwarnung sollten Betroffene Zeckenstiche genau beobachten: Denn im Unterschied zur FSME kann die Erkrankung Borreliose in ganz Deutschland durch infizierte Zecken übertragen werden. Doch auch hier besteht kein Grund zur Panik – nicht jede Zecke ist mit Borreliose infiziert. Bei der Borreliose handelt es sich um eine bakterielle Infektion, gegen die es bisher keine Impfung gibt, die aber mit Antibiotika behandelbar ist. Deshalb sollte sich, auch wer gegen FSME geimpft ist, vor Zeckenstichen schützen.

(Quelle: KV Berlin)

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