Corona-Pandemie: Sonderregelung bei COVID-19-Erkrankung als Arbeitsunfall

Handelt es sich bei einer COVID-19-Erkankung um einen Arbeitsunfall, entfällt die Vorstellung beim Durchgangsarzt. Ärzte müssen diese Fälle dem Unfallversicherungsträger melden.

Die Deutsche Gesetzliche Unfallkrankenversicherung (DGUV) hat darüber informiert, dass es sich bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 unter bestimmten Voraussetzungen um einen Arbeitsunfall handeln kann und in diesem Fall die Vorstellungspflicht beim Durchgangsarzt aufgehoben ist.

Voraussetzungen für eine Infektion als Arbeitsunfall sind das Vorliegen eines Gesundheitsschadens und der intensive und länger andauernde Kontakt mit einer nachweislich mit dem Virus infizierten Person („Indexperson“). Dieser Kontakt muss im Zusammenhang mit Geschehnissen im Betrieb oder den Wegen von und zur Arbeit stehen.

Handelt es sich um eine COVID-19-Erkrankung und sind die Voraussetzungen für einen Arbeitsunfall erfüllt, sei laut DGUV die Vorstellung beim Durchgangsarzt einzig zur Aufnahme der versicherungsrechtlich relevanten Daten aus Gründen der Infektionsprävention nicht sinnvoll.

Meldung an den Unfallversicherungsträger

Stattdessen findet hier eine andere Regelung Anwendung: Der Patient wird bei Bedarf direkt an den erforderlichen Facharzt überwiesen. In diesen Fällen erfolgt eine ärztliche Unfallmeldung (Formular F1050) an den Unfallversicherungsträger durch den behandelnden Arzt. Die Testung sowie die Behandlung des Patienten geht zulasten des zuständigen Unfallversicherungsträgers.

Meldet sich eine an COVID-19 erkrankte Person trotzdem bei einem Durchgangsarzt, muss dieser einen Durchgangsarztbericht nach F10000 erstellen.

Weitere Informationen:
Informationen der DGUV
Infoseite der KBV

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin
Achtung: Der Text gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Über ggf. weitere Neuigkeiten zum Thema wird an anderer Stelle informiert. | Erstellt am: 29.07.2020

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