Umsetzung EAMIV: Anpassungen der Verordnungssoftware erfolgt verspätet

Zum 1. Juli sollen Inhalte der G-BA-Beschlüsse zur frühen Nutzenbewertung nach § 35a SGB V in der Verordnungssoftware strukturiert angezeigt werden. Softwarehersteller melden, das die Anpassungen nicht rechtzeitig zu schaffen sein und wahrscheinlich erst zum 1. Oktober 2020 zur Verfügung stehen werden.

Die Elektronische Arzneimittelinformationen-Verordnung (EAMIV) gibt Anforderungen vor, denen die Verordnungssoftware in den Praxen, entsprechen muss. So sollen ab dem 1. Juli 2020 bei der Anzeige des Arzneimittels in den Suchergebnissen und Vergleichslisten Hinweise angezeigt werden, wenn Beschlüsse des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur frühen Nutzenbewertung nach § 35a SGB V vorliegen. Zusätzlich müssen weitere Recherchen nach dem Arzneimittel, Wirkstoff sowie dem zugelassenen Anwendungsgebiet ermöglicht werden.

Jetzt wurde bekannt, dass Softwarehersteller, die ihnen gesetzte Frist nicht halten können und die neuen Anforderungen an die Verordnungssoftware qualitätsgesichert voraussichtlich ab dem 1. Oktober zur Verfügung stehen werden. Der Grund läge in einer zu späten Lieferung der Datensätze durch den G-BA. So wäre es nicht möglich gewesen, die Systeme rechtzeitig anzupassen und eine Qualitätssicherung zu gewährleisten.

Da Vertragsärztinnen und –ärzte verpflichtet sind, Verordnungssoftware zu nutzen, die den Anforderungen der EAMIV entspricht, setzt sich die KBV dafür ein, dass Praxen keine Sanktionen fürchten müssen, wenn die Beschlüsse des G-BA in ihrer Software erst ab Oktober strukturiert angezeigt werden. Die KV Berlin wird in den Verordnungs-News über die aktuellen Entwicklungen informieren.

(Quelle: KBV)

Autor: KV Berlin
Achtung: Der Text gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Über ggf. weitere Neuigkeiten zum Thema wird an anderer Stelle informiert. | Erstellt am: 30.06.2020

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