Corona-Pandemie: Kassen einigen sich auf Vorgehen bei Verordnung von Hilfsmitteln

Der GKV-Spitzenverband hat Empfehlungen an seine Mitgliedskassen zur Verordnung von Hilfsmitteln veröffentlicht. Die Krankenkassenvertretungen werden die abgestimmten Empfehlungen verbindlich bis zum 30. Juni 2020 anwenden.

GKV-Spitzenverband und die Krankenkassenvertretungen haben folgende Empfehlungen bei der Verordnung von Hilfsmitteln abgestimmt:

  • Nicht aufschiebbare (Erst-)Versorgungen können im Ermessen des Leistungserbringers auch ohne Vorliegen einer vertragsärztlichen Verordnung begonnen werden.
  • Damit der Hilfsmittellieferant die Leistung aber auch abrechnen kann, wird eine Verordnung benötigt. Diese kann per Fax übermittelt werden und gilt als Original. Für die Abrechnung bleibt die Verordnung unverzichtbar. Ein Rückdatieren ist nicht erforderlich.
  • Folgeverordnungen zum Verbrauch bestimmter Hilfsmittel wie Inkontinenzhilfen oder Stomaartikel sind verzichtbar sofern die Erstversorgung bereits von der Krankenkasse genehmigt ist (bzw. Genehmigungsfreiheit besteht).
  • Dies gilt auch für laufend notwendiges Verbrauchsmaterial für Hilfsmittel (z. B. für Beatmungs- und Sauerstoffgeräte) und für benötigten Sauerstoff. Bei Folgefallpauschalen reicht die Bestätigung des Leistungserbringers zur weiteren Notwendigkeit aus.
  • Verzichtbar sind ärztliche Verordnungen auch bei Ersatzlieferungen, sofern
    • keine Abweichungen zur vorherigen Versorgung besteht,
    • das bisherige Produkt nicht mehr einsetzbar/defekt ist,
    • die Erbringung des Hilfsmittels unaufschiebbar ist
    • und der Versicherte keine Möglichkeit hat, eine ärztliche Verordnung einzuholen.
    Beispiele solcher Versorgungen sind ein zerbrochener Gehstock, eine gerissene Bandage oder ein defektes Hörgerät nach Ablauf des vertraglichen Versorgungszeitraums.
  • Weiterversorgungen nach Erstverordnung im Krankenhaus können ebenfalls ohne ambulante ärztliche Verordnung erfolgen.
  • Die Frist von 28 Kalendertagen, innerhalb derer die Hilfsmittelversorgung nach Ausstellung der Verordnung aufgenommen werden muss, wird ausgesetzt.

Weitere Inhalte betreffen den Hilfsmittel-Leistungserbringer direkt (administrative Prozesse, Abrechnung), nachzulesen sind diese hier.

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin
Achtung: Der Text gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Über ggf. weitere Neuigkeiten zum Thema wird an anderer Stelle informiert. | Erstellt am: 18.05.2020

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