Anpassungen der Ultraschall-Vereinbarung mit Änderungen des EBM zum 1. April 2020

Die Partner des Bundesmantelvertrages haben zum 1. April 2020 Änderungen der Ultraschall-Vereinbarung nach § 135 Abs. 2 SGB V beschlossen. Neben der Einführung eines neuen Anwendungsbereichs wurde unter anderem das Ultraschallscreening für das Bauchaortenaneurysma erweitert und die apparativen Anforderungen aktualisiert.

Neue GOP mit neuem Anwendungsbereich für die Nerven- und Muskelsonographie

Mit der Einführung der neuen Gebührenordnungsposition (GOP) 33100 zur Nerven- und Muskelsonographie im EBM wurde ein neuer Anwendungsbereich AB 23.1 (Duplex-Verfahren – Nerven und Muskeln einschließlich versorgende Gefäße) und damit in Anlage III eine neue Anwendungsklasse AK 23.1 (Nerven und Muskeln, Farbduplex) aufgenommen. Dabei ist neben einer Handlungskompetenz in B-Modus-Untersuchungen auch eine Handlungskompetenz in Duplex-Untersuchungen erforderlich. Die Nervensonographie ist ausschließlich als Zusatzdiagnostik nach erfolgter elektroneurographischer und/oder elektromyographischer Untersuchung berechnungsfähig. Aus der neuen GOP 33100 ergibt sich, dass für die Nerven- und Muskelsonographie ein Ultraschallsystem mit B-Modus und Farbduplex vorzuhalten ist.

Bauchaortenaneurysma (BAA)

Bisher dürfen Hausärzte, Urologen, Internisten mit und ohne Schwerpunkt, Chirurgen und Radiologen das Ultraschallscreening auf Bauchaortenaneurysmen nach der GOP 01748 mit der Genehmigung der KV Berlin für den Anwendungsbereich 7.1 (Abdomen, Retroperitoneum einschl. Nieren transkutan) durchführen und abrechnen.

Seit dem 1.April können weitere fachärztlich tätige Ärzte das BAA anbieten, wenn sie die Genehmigung nach der Ultraschall-Vereinbarung für den Anwendungsbereich AB 20.10 (Duplexverfahren – abdominelle und retroperitoneale Gefäße sowie Mediastinum) und die Anwendungsklasse AK 20.9 (Gefäße des Abdomens, Retroperitoneums und Mediastinum, Duplex) von der KV Berlin erhalten haben. Die Aufnahme der GOP 01748 in die AK 20.9 der Anlage III der Ultraschall-Vereinbarung resultiert aus der Integration der Richtlinie Ultraschallscreening auf BAA in die Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie. Weitere Informationen hierzu sind den KBV-Praxisnachrichten zu entnehmen.

Apparative Anforderungen

Die apparativen Anforderungen für Ultraschallsysteme (Anlage III der Ultraschall-Vereinbarung) wurden aktualisiert und technische Weiterentwicklungen berücksichtigt. Zudem wurden die Anforderungen für verschiedene Anwendungsklassen soweit möglich angeglichen. Hinsichtlich der Änderungen der apparativen Anforderungen gilt für bereits genehmigte Ultraschallsysteme unbefristeter Bestandsschutz (§ 16 Abs. 2 und 2a). Für den Einsatz von mechanischen Annular-Array-Schallköpfen wurde der Bestandsschutz bis zum 31. März 2030 befristet.

Flexiblere Ultraschallkurse

Zur Flexibilisierung der Ultraschallkurse wurden einige Änderungen in § 6 und Anlage II der Ultraschall-Vereinbarung vorgenommen. So wurde die Möglichkeit geschaffen, neben Abschlusskursen auch Aufbaukurse zukünftig in Modulform zu absolvieren. Bei den Anwendungsbereichen AB 3.3 (Schilddrüse), AB 5 (Thorax, ohne Herz) und AB 7 (Abdomen und Retroperitoneum, einschl. Nieren) können die Aufbaukurse künftig auch interdisziplinär durchgeführt werden. Dies war bisher nur bei Grundkursen möglich. Für die Nerven- und Muskelsonographie kann alternativ zu einem speziellen Grundkurs der interdisziplinäre Grundkurs Gefäßdiagnostik absolviert werden.

Dokumentation bei Normalbefund

Es wurde klargestellt, dass bei den Vorgaben zur ärztlichen Dokumentation (§ 10) bei einem Normalbefund keine Dokumentation der aus der Ultraschalluntersuchung abgeleiteten diagnostischen oder therapeutischen Konsequenzen vorgeschrieben ist.

EBM-Reform im Rahmen der Ultraschalldiagnostik ab 1. April 2020

In den EBM – Kapitel 33 zur Ultraschalldiagnostik – ist die GOP 33046 als Zuschlag zu den GOP 33020, 33021, 33022, 33030, 33031 und 33042 bei Durchführung der Echokardiographie/Sonographie mit Kontrastmittel mit einer Bewertung in Höhe von 76 Punkten neu aufgenommen worden. Der Zuschlag gilt auch zu anderen GOP, die mindestens eine der in der GOP 33046 genannten Leistungen im obligaten oder fakultativen Leistungsinhalt enthalten und deren Durchführung mit Kontrastmitteleinbringung(en) erfolgt.

Die neue GOP 33100 für die Muskel- und/oder Nervensonographie zur weiteren Klärung einer peripheren neuromuskulären Erkrankung, inkl. Nervenkompressionssyndrom mittels B-Mode-Verfahren ist mit 72 Punkten bewertet und kann ausschließlich von Fachärzten für Neurologie, Fachärzten für Nervenheilkunde, Fachärzten für Neurologie und Psychiatrie, Fachärzten für Neurochirurgie und Fachärzten für Kinder- und Jugendmedizin mit Schwerpunkt Neuropädiatrie berechnet werden.

Die Zusatzpauschale Kardiologie II nach der GOP 13550 wurde gestrichen. Stattdessen sind nun die Leistungen der Stressechokardiographie nach den GOP 33030 und 33031 neben der Zusatzpauschale Kardiologie I (GOP 13545) abrechenbar.

Ferner sind Änderungen bzw. Ergänzungen in den Leistungslegenden und/oder Leistungsinhalten und/oder in den Anmerkungen zu den GOP 01770 bis 01775, 33080, 33081 und 33090 vorgenommen worden.

Weitere Informationen:
QS-Vereinbarung (PDF, (134 KB [81 Seiten])
QS-Leistung Ultraschall (Infoseite)

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin
Achtung: Der Text gibt den Sachstand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder. Über ggf. weitere Neuigkeiten zum Thema wird an anderer Stelle informiert. | Erstellt am: 27.04.2020

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