Hydroxychloroquin nur in den zugelassenen Indikationen verordnen

Bei der Versorgung mit Hydroxychloroquin zeichnen sich Lieferengpässe ab. Um die Versorgung von chronisch kranken Patientinnen und Patienten nicht zu gefährden, dürfen Hydroxychloroquin-haltige Arzneimittel ambulant ab sofort nur noch unter Angabe einer zugelassenen Indikation verordnet werden.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat klargestellt, dass die Anwendung von Hydroxychloroquin-haltigen Arzneimitteln außerhalb der zulassungskonformen Indikationen „rheumatoide Arthritis, juvenile idiopathische Arthritis oder systemischer Lupus erythematodes sowie Malariaprophylaxe und -therapie“ im Off Label-Einsatz außerhalb von klinischen Prüfungen nur im Rahmen eines individuellen Heilversuchs bei stationär überwachten Verläufen von mit SARS-CoV-2 infizierten Patientinnen und Patienten erfolgen soll.

Daher dürfen aus Gründen der der Arzneimittelsicherheit Hydroxychloroquin-haltige Arzneimittel ambulant ab sofort nur noch unter Angabe einer zugelassenen Indikation verordnet werden. Eine Verordnung auf Privat-Rezept ohne Angabe der Indikation soll laut BfArM nicht erfolgen; gleiches gilt für den Eigengebrauch (Vorlage des Arztausweises).

Weiterhin soll die Verordnung jeweils auf maximal 100 Tabletten á 200 mg beschränkt werden. Das entspricht der üblichen Dosierung im Rahmen der Dauertherapie (2 x täglich 200 mg für eine Dauer von 50 Tagen). Für die Teilindikation Malariaprophylaxe kann, sofern die Behandlung ambulant erfolgt, die Verordnung von maximal 12 Tabletten erfolgen.

Sofern die Angabe der Indikation fehlt, soll die Apotheke Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt halten, um sich bestätigen zu lassen, dass für eine zulassungskonforme Indikation verordnet wurde. Die entsprechende Information kann durch die Apotheke auf der Verschreibung nachgetragen werden.

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin | Erstellt am: 06.04.2020

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