Neuer Vertrag soll Versorgung nicht krankenversicherter Menschen verbessern

In Berlin können auch nicht krankenversicherte Menschen regulär eine ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen. Das sieht ein Vertrag vor, den die KV Berlin mit dem Trägerverein der Clearingstelle für nicht krankenversicherte Menschen beim Verein für die Berliner Stadtmission geschlossen hat und der zum 1. April 2020 in Kraft tritt. Die Mittel dafür werden vom Land Berlin bereitgestellt.

Am „Vertrag über die ärztliche Versorgung von Menschen ohne Krankenversicherung“ können interessierte Hausärztinnen und Hausärzte teilnehmen. Wenn Menschen ohne Krankenversicherung eine ärztliche Behandlung benötigen, haben sie die Möglichkeit, die Clearingstelle der Berliner Stadtmission in der Lehrter Straße aufzusuchen. Nach einer Prüfung erhalten sie einen individuellen Kostenübernahmeschein. Dieser kann auf Wunsch pseudonymisiert sein, so dass die Betroffenen Leistungen anonym in Anspruch nehmen können. Mit dem Schein haben sie Anspruch auf Leistungen im Umfang des Asylbewerber-Leistungsgesetzes. Dazu gehören die Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände sowie Laborleistungen.

Extrabudgetäre Vergütung

Die Scheine gelten für ein Quartal. Ihre Leistungen rechnen die teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte im Zuge der Quartalsabrechnung mit der KV Berlin ab. Für die Behandlung erhalten sie Pauschalen, die extrabudgetär bezahlt werden. Für die ärztliche Behandlung (Sondernummer 99957) erhalten Ärzte pro Quartal pauschal 55 Euro, für Laborleistungen (Sondernummer 99958) pauschal 20 Euro.

Benötigen Patienten Medikamente sowie Heil- und Hilfsmittel, müssen die teilnehmenden Ärzte dafür ein Privatrezept ausstellen. Die Abrechnung erfolgt zwischen der Apotheke und der Clearingstelle beziehungsweise zwischen der AOK Nordost und der Clearingstelle für die Abrechnung von Sprechstundenbedarf und Impfstoffen.

Weitere Informationen auf der Infoseite zum Vertrag .

(Quelle: KV Berlin)

Autor: KV Berlin | Erstellt am: 31.03.2020

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